Solothurn
Sondereinheit bricht Tür zum Tattoostudio auf und durchsucht Haus

An der Zuchwilerstrasse in Solothurn haben am Dienstagnachmittag mehrere schwerbewaffnete Polizisten ein Haus durchsucht. Um sich Zugang zu verschaffen, schlugen sie die Tür zum Tattoostudio ein und überwältigten den Inhaber.

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Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn
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Die Polizei verschaffte sich gewaltsamen Zutritt zum Tattoostudio
Die Sondereinheit Falk durchsucht das Haus – die Polizei sperrt die Strasse ab
Die Polizisten schauen sich in und über der Garage um.
Der Polizeihund wird zum Haus gebracht
Alles wird dokumentiert
Mit diesen Kastenwagen ist die Sondereinheit Falk unterwegs
Der Einsatz ist vorbei, die Sondereinheit ist abgerückt
Die eingeschlagene Tür aus der Nähe
Sandro Spahn gehört das Tattoo-Studio im Hochparterre. Bei ihm haben die Polizisten die Tür aufgebrochen.

Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn

Lea Durrer

Die Sondereinsatztruppe Falk der Kantonspolizei Solothurn fuhr am Dienstagnachmittag mit mehreren Kastenwagen an der Zuchwilerstrasse 16 in Solothurn vor. Auch Polizisten in Zivil waren vor Ort. Ein Polizeihund stand im Einsatz.

Um sich Zutritt zu verschaffen, schlug die Polizei die Glastür zum Tattoostudio ein. Zuerst nahmen die Polizisten das Haus unter die Lupe. Nach 16 Uhr wurde auch die Garage samt dem darin stehenden Auto untersucht – zuerst von Polizisten in Vollmontur, danach noch mit dem Polizeihund.

«Ich habe mich im Studio auf meinen nächsten Kunden vorbereitet, da habe ich einen Knall gehört», erzählt Sandro Spahn, Inhaber des Black Wizards Tattoo-Studios, nach dem Einsatz. Die Polizisten brachen die Tür zum Studio auf. Er musste sein T'shirt ausziehen und sich auf den Boden legen. Zudem wurden ihm Handschellen angelegt.

Das Tattoostudio liegt im Hochparterre. Von den Räumlichkeiten gibt es eine Verbindung zum hinteren Teil, von dem aus die Treppe zur Wohnung im Obergeschoss führt. «Die Polizisten fragten mich wegen des Schlüssels der Verbindungstür», so Spahn.

Zu den Gründen des unsanften Einsatzes der Polizei kann er nicht viel sagen. Die Polizei sei aber sicherlich nicht wegen ihm aufgekreuzt. «Sie haben den falschen erwischt. Sie sind wohl eher wegen der Mieter in der Wohnung über mir gekommen. Die Polizisten hätten aber auch einfach klopfen können», sagt er – vielleicht habe er das Klopfen aber auch einfach nicht gehört.

Kurz nachdem sich die Sondereinheit zurückzog, tätowierte Sandro Spahn bereits seinen Kunden.

«Sicherheitspolizeiliche Aktion»

Der Einsatz wurde nicht von der Kantonspolizei Solothurn gesteuert. «Es handelt sich um eine sicherheitspolizeiliche Aktion», sagt Thomas Kummer, der Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn. Die Kantonspolizei sei nur unterstützend vor Ort gewesen. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Basel. Diese hat die Kantonspolizei Solothurn um Amts- und Rechtshilfe gebeten. Weil es sich um ein laufenden Verfahren handelt, gibt es derzeit keine weitere Auskunft.

Die Polizei sperrte während des Einsatzes einen Teil der Zuchwilerstrasse. Der Verkehr wurde einspurig durchgeleitet.

Das kaputte Schloss an der Tür wurde noch am Abend repariert. Die Tür soll auch bald in Stand gesetzt werden. (ldu)