Gastronomie
Sommer und Sonnenschein locken ins Solheure und Co.

Wirte in Aarenähe profitieren vom Prachtsommer: während dieser heissen Zeit sind die Bars und Cafés in Solothurn sehr beliebt - die Sommerzeit bringt Umsatz. Zahlreiche Gäste erscheinen in dieser Zeit um sich eine Erfrischung an der Aare zu gönnen.

Andreas Kaufmann
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Diese schöne Zeit lockt viele in die Bars an der Aare. (Archiv)

Diese schöne Zeit lockt viele in die Bars an der Aare. (Archiv)

Andreas Kaufmann

Der Sommer 2015 hat trotz aktueller Abkühlung gute Chancen, als sehr heisser, wenn nicht heissester Sommer überhaupt in Erinnerung zu bleiben. Für die hiesigen Sommerwirte an der Aare gibt es jedenfalls einen alternativen, aber ebenso erprobten Messwert für die Güte des Sommers: den Durst. Durchs Band erfreuen sich die Gastrobetreiber über die heissen Wochen, ebenso wie andere ihretwegen ächzen.

Cocktails schlürfen ist beispielsweise im Solheure angesagt. «Als Erfrischung kommen der Caipirinha oder Erdbeermojito gut an», sagt Betriebsleiterin Sabrina Knittel. Ebenso bewährten sich das Grillangebot und die wöchentlichen «Summer Jam»-Konzerte am Donnerstagabend als Sommer-Multiplikatoren. Gleichzeitig sucht sich das Gros der potenziellen Gäste tagsüber lieber einen kühlen Platz an der Aare. «Dafür kommen sie nach dem ‹Aare-Böötle› gerne zu uns», so Sabrina Knittel weiter.

Wer in der Sommerhitze vorneweg die kühlen Ecken sucht, ist womöglich bei der Hafebar angelangt. «Die Leute kommen vor allem wegen des Schattens zu uns», sagt Stefanie Probst, die im Kabäuschen am Kreuzackerquai die Geschäftsführung innehat. Die Renner unter den Drinks sind hier ebenso der Caipirinha und als Pendant zum Hugo – eine Eigenkreation namens Susi. Die Hafebar profitiert – neben den eigenen Konzertanlässen, die wetterbedingt bislang meist stattfinden konnten – auch von einem belebten Kreuzackerplatz als Publikumsmagneten. Und neben der Lauf- gibt es auch hier die Schwimmkundschaft: Die Stand-up-Paddler und Schwimmring-Kapitäne treffen zum Bier zusammen. «Es ist schon ein spezielles Bild, wenn sich hier Leute im Business-Anzug und in der Badehose begegnen. Und: Man fühlt sich wie am Meer», so Probst weiter. Das Geschäft laufe – vor allem im Vergleich mit dem Schlechtwetter-Sommer 2014 gut.

Mit Petrus’ Gunst einen erfolgreichen Geschäftsstart hingelegt hat Wolfgang Aeberhard vom Pier 11, vormals Lido beim TCS-Campingplatz. «Natürlich haben wir auf einen schönen Sommer gehofft – nun können wir seit Wochen täglich auf Volldampf fahren.» Zeitweise sei man gar nicht sicher gewesen, ob nun Werktag war oder Wochenende. Die Bar-Lieblinge hier sind ebenfalls der Caipirinha, sowie der Cuba Libre und der Aperol Spritz. «Natürlich punkten wir auch mit offenem Bier im Offenausschank.» Tagsüber ist es die Coupe-Karte, die das Interesse hauptsächlich weckt. Im regulären Restaurantbetrieb sind es Tapas, Fischchnuschperli oder andere Sommergerichte, die gut laufen. «Die Leute wollen essen wie in den Ferien.» Im Restaurant ist das Pier 11 auf Tage hinaus ausgebucht, wovon auch die Bar profitiert. Nach dem amerikanischen «Wait to be seated»-Prinzip können Gäste an der Bar auf das Freiwerden eines Tisches nach der Erstreservation warten. Ausserdem wählen viele Aaregänger ihren Einstiegspunkt hier: «Bei uns ist permanent jemand am Aufpumpen von Luftmatratzen oder Schlauchbooten – fast wie in ei-
nem kleinen Wassersportzentrum», sagt Aeberhard. Und auch das kulturelle Abendangebot mit Salsa- und Bachata-Klängen lockt die Gäste.

Die der Genossenschaft Kreuz zugehörige Cafébar Landhaus schliesst sich der Sommer-Ode an: «Es läuft fantastisch», sagt Geschäftsleiterin Céline Wipf. Während es den regulären Gästen tagsüber zwar oft zu heiss für die Flaniermeile sei, und vor allem Touristen anzutreffen seien, ströme das (Stamm-)Publikum gegen Abend heran. «Was gut läuft, ist Bier», nennt Wipf einen Verkaufsschlager: «Zudem hat sich das selbst entwickelte Panaché mit Süssmost als absoluter Renner herausgestellt.» Grandios läuft es laut Michael Wilhelm von der «Kreuz»-Genossenschaft auch bei der Sommerbeiz. «Dank der durstigen Gäste können wir über den Umsatz nicht klagen.» Beim Kreuz selbst macht sich ein zusätzliches Phänomen bemerkbar – dort steht der grössere Durst einem geringeren Appetit gegenüber: «Dafür ist der Getränkeumsatz auch hier phänomenal.» Gerade beim Hugo, und dem Aperol Spritz zeige sich: «Die Erfolgswelle der Drinks ist noch nicht abgeklungen.» Das Kreuz punkte zudem mit seinem Sirupsortiment. Was die Zielgruppe angeht, nehmen zwar ferienbedingt zurzeit weniger Stammgäste Platz, dafür umso mehr Touristen. «Doch am Ende der Sommerferien kommen die Stammgäste wieder zurück und füllen das Kreuz», so Wilhelm.

Für Stephan Marti von der Cafébar Barock hat die Sonne dem Umsatz bereits vor dem Sommer, im Monat April, nachgeholfen. Und auf einen verhaltenen Mai und einen guten Juni folgte der sehr gute Juli mit hohen Temperaturen. «Schon um sieben Uhr morgens kommen die Gäste, weil sie bei der aktuellen Hitze eher früher unterwegs sind» – oder dann in den Abendstunden wieder. Aperol Spritz, «Hugo», Holundria und Café Freddo sind die Erfrischungs-Highlights bei Marti. Und: «Bei den Männern kommt die grosse Bierauswahl gut an.» Darüber hinaus scheint auch die hausgemachte Glace der Vitaminstation die Gaumen zu erfreuen. «Und die ‹Aareböötler›, die auf dieser Höhe aussteigen, kommen gerne auf eine Erfrischung vorbei.» Marti zieht deshalb auch eine rundum positive Bilanz zum Sommer 2015.

Dieser Einschätzung schliesst sich Tabera Eberhard vom Salzhaus an: «Der Sommer hat sich positiv ausgewirkt.» Dass Touristen vor allem tagsüber vorbeischauen und lokale Gäste am Abend, ist auch ihre Beobachtung. «Dass die Leute mehr trinken, fällt natürlich auf. Aber sie geniessen es auch, dass es sich schon zu Hause wie in den Ferien anfühlt.» Als Erfrischung beliebt ist das Wasser, das es am Mittag à discrétion gibt. «Und unser Sommerrenner ist Pink Mamba mit Holunderlikör und Prosecco.» Auch Eberhard fällt auf: «Wir verzeichnen einen besseren Sommer als letztes Jahr.»

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