«Coquelicot – Gross werden mit Musik» nennt sich die soeben erschienene CD von Solotutti, und der Name ist Programm. Gegen 400 Schülerinnen und Schüler, vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen, besuchen das Zentrum für Musik Solotutti. Isabella Steffen Meister, Musikpädagogin und Didaktik-Lehrerin für den musikalischen Frühbereich, hat die Institution vor fünfzehn Jahren gegründet und beschäftigt heute rund zwanzig Lehrkräfte.

Die musikbegeisterten Kids lernen nicht nur ein Instrument zu spielen, sondern spielen und singen auch öffentlich in Konzerten. Zu den traditionellen Auftritten zählt das Weihnachtskonzert im Konzertsaal, wo Eltern, Grosseltern und Geschwister die Fortschritte der Musikanten bejubeln.

Spielfreude steht im Vordergrund

Das Solotutti-Weihnachtskonzert spiegle die Vielfalt des Angebots wieder, wie Isabella Steffen Meister betont. «Das Konzert ist ein Gemeinschaftswerk, initiiert vom Solotutti-Team, wo der Kinder- und Frauenchor, das Kinder- und Jugendorchester, sowie elementare Musikgruppen, die sich aus «Singen und Musizieren» sowie «Spielgruppe mit Musik» (beide ab drei Jahren) zusammen auf der Bühne stehen.»

Sie selbst fungierte auch dieses Jahr als Moderatorin und gemeinsam mit Rhea Paschen als Dirigentin. Dabei fasziniert und berührt die Solotutti-Leiterin vorab die Musizierlust und Spielfreude, welche die Kinder beim gemeinsamen Musizieren im Kinder- und Jugendorchester ausstrahlen.

Allen den Zugang ermöglichen

Das Musikzentrum und die Arbeit mit Kindern lassen keine Routine zu. Das Feu sacré lodert noch immer. Was sich hingegen seit dem Start verändert hat, sind die Familienstrukturen. Denn Alleinerziehende oder Patchwork-Familien könnten sich oft aus eigenen Mitteln keinen privaten Musikunterricht für den Nachwuchs leisten.

Isabella Steffen Meister findet auch da Lösungen. «Ich wollte immer eine Schule für alle, nicht nur eine für Wohlhabende. Können Eltern die Stunden nicht aus eigener Kraft finanzieren, so setze ich alles daran, für das betreffende Kind einen Gönner zu finden», offenbart sie. Jedes Kind, welches ein Instrument lernen möchte, soll die Gelegenheit bekommen», so das Credo von Isabella Steffen Meister.

Auch Spielen muss sein

Blickt die Musikpädagogin auf die Anfänge von Solotutti zurück, so stellt sie fest, dass die Kinder heute zwar viel mehr Hobbys und Förderung geniessen, wegen der Dichte der Freizeitaktivitäten für Einzelnes jedoch viel weniger Zeit aufwenden. «Dabei sollte zwischen der Schule, den Kursen und dem Sport auch noch ein bisschen Musse zum Spielen und freien Entfalten bleiben», meint sie lächelnd. Im Solotutti können Kinder bereits ab drei oder vier Jahren ein Instrument erlernen. Für die noch jüngeren Mädchen und Buben bietet sie Eltern-Kind-Gruppe an und auch Babys sind mit Väter und Mütter willkommen.

Isabella Steffen Meister: «Musik löst schon bei sehr kleinen Kindern sprachliche Äusserungen und motorische Aktivitäten aus, fördert durch bewusstes Erleben und Gestalten jenes Denken, dass sich auf auditiv Sinnhaftes stützt. Musik ist eine Sache, die man ganz früh und mit allen Sinnen erfahren kann. Da muss man weder schulreif noch begabt sein.»

Die Fachkräfte sind gefordert

Die Angebotspalette stellt hohe Anforderungen an die Fachkräfte, die mit den Kindern arbeiten. Es reiche nicht, ein Instrument meisterhaft zu beherrschen. «Wer Lernen initiieren und begleiten möchte, muss wissen, wie Lernen geschehen kann. Dazu sind flexible und fantasievolle Konzepte gefragt, die sich an der kindlichen und menschlichen Entwicklung orientieren und nicht umgekehrt. Konzepte, die Leistung und Lust verbinden, angemessen fördern und fordern, also letztlich das Zusammenspiel von Spannung und Entspannung ermöglichen», so Isabella Steffen Meisters Standpunkt.