«Martinisömmerchen»
Solothurns schönste Ecken im Blättermeer

Trotz Schnee auf dem Weissenstein ist Solothurn noch keineswegs ins Winterloch abgetaucht. Hartgesottene wollen bei spät-spätsommerlicher Witterung draussen «no Eis go ha».

Wolfgang Wagmann
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St. Ursen und das Palais Besenval im Abendlicht.
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Oben weiss und unten immer noch ein bisschen Sommer
Das Laub im Kreuzacker bleibt hartnäckig oben
Das Hotel Ramada trägt das ganze Jahr Herbstfarben
Goldene Reben am Kreuz
Herbst in der Stadt Solothurn
Der Göiferlätsch grüsst weiss in die Stadt hinab
Ihn fröstelts schon ein bisschen
Der Krumme Turm mit Herbstkulisse
Das verwunschene Schloss Aarhof
Herbstlicht über der Aare
Weiss grüsst die Hasenmatt
Solothurn im milden Novemberlicht
Die Schiffe sind bereits in der langen Winterpause
Herbstliche Sauornig im Güggi

St. Ursen und das Palais Besenval im Abendlicht.

Wolfgang Wagmann

11. 11. in Solothurn. Ein Tag wie jeder andere. Nichts da von Guggenschranz und Maskentanz, keine abgehauene Gans, die dem Abhauet entrinnen will, nur schöner als auch schon ist er, dieser Martinstag. Für Meteorologen nicht ganz überraschend: Oft leitet der 11. November noch eine letzte Phase spät-spätsommerlicher Witterung ein.

Nun, mit Schnee bis auf den Nesselboden und einer zügigen Bise lässt es sich nur noch solide eingemummt an der «Hüümi» aushalten. Oder die pralle, wenn auch schon bedenklich flach stehende Sonne knallt an die Südfassaden des Landhausquais. «Eis» gibts immer noch im «Landhüsli», bei längerem Sitzen ist es gratis und franko inbegriffen.

Denn das «Martinisömmerchen» köchelt diesmal auf Sparflamme, nicht zu vergleichen mit dem letzten Donnerstag, als die Stammgäste von Beni und Oski vor dem «Heaven» noch nach 22 Uhr draussen palaverten - bei gut zweistelligen Temperaturen natürlich.

Kitschig, dieses Goldgelb überall. Mühelos lässt sich im Abendlicht Postkartensujet um Postkartensujet von Solothurns schönsten Ecken im Blättermeer einfangen. Im Kreuzacker drüben stapelt der Werkhof zwar Berge gefallener Blätter - doch ein Blick nach oben verrät: Schnee- und Laubräumen könnten bald zur identischen Tagesaufgabe werden. Denn ein Martinisömmerchen ist nicht von Dauer - das Weihnachtstauwetter verlangt zuerst noch einen Wintereinbruch.