«Martinisömmerchen»

Solothurns schönste Ecken im Blättermeer

Trotz Schnee auf dem Weissenstein ist Solothurn noch keineswegs ins Winterloch abgetaucht. Hartgesottene wollen bei spät-spätsommerlicher Witterung draussen «no Eis go ha».

11. 11. in Solothurn. Ein Tag wie jeder andere. Nichts da von Guggenschranz und Maskentanz, keine abgehauene Gans, die dem Abhauet entrinnen will, nur schöner als auch schon ist er, dieser Martinstag. Für Meteorologen nicht ganz überraschend: Oft leitet der 11. November noch eine letzte Phase spät-spätsommerlicher Witterung ein.

Nun, mit Schnee bis auf den Nesselboden und einer zügigen Bise lässt es sich nur noch solide eingemummt an der «Hüümi» aushalten. Oder die pralle, wenn auch schon bedenklich flach stehende Sonne knallt an die Südfassaden des Landhausquais. «Eis» gibts immer noch im «Landhüsli», bei längerem Sitzen ist es gratis und franko inbegriffen.

Denn das «Martinisömmerchen» köchelt diesmal auf Sparflamme, nicht zu vergleichen mit dem letzten Donnerstag, als die Stammgäste von Beni und Oski vor dem «Heaven» noch nach 22 Uhr draussen palaverten - bei gut zweistelligen Temperaturen natürlich.

Kitschig, dieses Goldgelb überall. Mühelos lässt sich im Abendlicht Postkartensujet um Postkartensujet von Solothurns schönsten Ecken im Blättermeer einfangen. Im Kreuzacker drüben stapelt der Werkhof zwar Berge gefallener Blätter - doch ein Blick nach oben verrät: Schnee- und Laubräumen könnten bald zur identischen Tagesaufgabe werden. Denn ein Martinisömmerchen ist nicht von Dauer - das Weihnachtstauwetter verlangt zuerst noch einen Wintereinbruch.

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