Nicht spielerische Akzente bewegten im Derby zwischen Solothurn und Grenchen, sondern verschiedenste «Geräusche», wie es Grenchens Kurzzeittrainer Hans Kodric formulierte. Zu den drei Toren, zwei Platzverweisen, neun Verwarnungen und je einem verwerteten und verschossenen Handpenalty gehört der letzte Einsatz von Stadion-Platzwart Hassie Koekenbier dazu. «Das Spiel war nicht gut, aber auch nicht schlecht, denn es geht zwischen beiden nicht nur ums Spiel, sondern wer im Kanton die bessere Mannschaft ist», fasst Koekenbier zusammen.

Obwohl in der 74. Minute beim Kantonsrivalen eingewechselt, freute sich der Bald-Pensionär, dass Edward Abayateye – mit ihm verbindet ihn seit dessen NLB-Zeiten bei Solothurn eine tiefe Freundschaft – in «seinem» Abschiedsspiel ein Tor gelang. «Es war aber gut, dass Solothurn 2:1 gewann», schiebt Koekenbier nach.

Langjähriger Dienst ist getan

«Der FCS ist für mich wie eine Droge. Ich denke am Morgen, wenn ich aufstehe und abends, wenn ich ins Bett gehe, immer an den Club», erklärt Koekenbier. Nach seiner Verabschiedung aus der holländischen Marine in Indonesien wollte der junge Koch nur ein Jahr in der Schweiz bleiben. In Utrecht geboren und in Amsterdam aufgewachsen, arbeitete er in seinem Beruf und wohnte in Derendingen. Vor 36 Jahren fiel er als Junioren A-Trainer bei Derendingen auf. «Alfred Wyss und Albert Kuhn holten mich nach Solothurn», erzählt Koekenbier.

Da er zudem überall wo nötig Hand anlegte, empfahl ihm Heinz Derendinger, sich bei der Stadt für den Job als Platzwart zu bewerben. Nach 30 Jahren hauptamtlich im Stadion – der FC Solothurn ernannte ihn 2009 zum Ehrenmitglied – zieht Koekenbier einen klaren Schlussstrich. Am 25. November 2011 erreichte er das Pensionsalter. Er hängte aber noch fünf Monate an, bis die Nachfolge geregelt war.

«Wann mein letzter Arbeitstag ist, sage ich nicht. Ich werde die Schlüssel in den Briefkasten legen und nicht zurückblicken», sagt Koekenbier nur. Er will keine Abschiedsszenen. Sicher ist, dass er am 27. April das Flugzeug nach Singapur besteigt, nach Thailand weiterreist und in Pukhet eine Wohnung bezieht. «Ich suche das Abenteuer, will im Regenwald, auf dem Mekong in Thailand, Kambodscha, Laos und Burma halb mit Schiffen und halb auf Samo-Taxis herumreisen», sagt er zu seinen Plänen. Ob er das unterschriebene FCS-Dress, das ihm Captain Luca Liloia vor dem Derby überreichte, mitnimmt, bleibt offen. «Es war für mich eine Freude, dass 550 Leute gekommen sind, denn ich hatte schöne Zeiten hier», verabschiedet sich das Stadion-Urgestein.