Es sieht gewaltig aus. Wie in der St.- Ursen-Kathedrale 2011/12, als diese im Nachgang zum Brandanschlag total renoviert wurde. «Jetzt dürfte die Gerüstmenge aber nur bei einem Viertel von St. Ursen liegen», meint einer, der es wissen muss. Karl Heeb, Präsident der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Solothurn, hatte schon die St.-Ursen-Renovation durchgezogen. «Dort kamen noch die Seitenschiffe dazu. Dazu verschlang die Kuppel Unmengen an Gerüstmetern.»

Trotzdem, auch die Jesuitenkirche ist kein Pappenstiel. Und bis im Herbst wird innen die Gerüstung bleiben, ehe nach der Sanierung der Decke und des Hauptaltars auf die Adventszeit die grösste Barockkirche Solothurns wieder für Messen, aber auch Konzerte offen steht. «Aktuell wird immer noch die beste Renovationsmethode für die Deckengemälde evaluiert. Die Oberflächenreinigung der weissen Flächen und Stuckaturen hat schon begonnen. Diese ist Voraussetzung für die Restaurierung des Hochaltars», erklärt Heeb. Wobei die vom Holzwurm befallene Bekrönung des Altars bereits Spezialisten beschäftigt – teils in der «Werkstatt» im Chorraum, «teilweise als Atelierarbeit, wenn ganze Holzstücke neu gefertigt werden müssen». Bereits in den letzten Jahren restauriert worden waren die Seitenaltäre und die Otter-Orgel, die nun stoss- und staubfest verpackt der Wiedereröffnung der Kirche harrt.

Aussen fix

Auch an der Frontfassade stehen jetzt Gerüste auf der ganzen Breite. An sich war die Eingerüstung partiell in der Mitte und nur ganz oben auf der gesamten Breite vorgesehen – aber erst nach dem Märet-Fescht. Bis dann soll jedoch nun das Aussengerüst wieder weg sein, «wir haben das Ganze auch aus Rücksicht auf den Sommertourismus vorgezogen», erklärt dazu Karl Heeb. Entgegen der ursprünglichen Absicht, nur die undichten Stellen zwischen den steinernen Giebelplatten zu sanieren, müssen jetzt auch weiter unten erkannte feuchte Stellen repariert werden. «Zudem werden die steinernen Figuren nicht nur von Konfetti, sondern auch von Taubendreck und ihrer Schmutzpatina befreit», freut sich Karl Heeb auf die Ordensheiligen Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Franz Borgia und Aloisius von Gonzaga «in alter Frische».

Zum Gesamtsanierungspaket von 3,5 Mio. Franken gehört auch der behindertengerechte Zutritt mit einer Rampe vor dem Haupteingang, von dem bereits ein Holzmodell erstellt worden ist. Darüber müsse aber noch die Altstadtkommission befinden, und von der Stadt brauche man noch eine Konzession für die Benützung des öffentlichen Grund und Bodens vor der Jesuitenkirche, erklärt der Kirchgemeindepräsident.

Angestrebt wird mit der Innenrestauration auch eine Verbesserung des Sitzkomforts in den altehrwürdigen Kirchenbänken. Und angedacht, aber nicht im jetzigen Baukredit enthalten, ist zudem der Einbau einer WC-Anlage in der Infothek/Honolulu-Bar für Kirchen- und Konzertbesucher.