Handball

Solothurns Handballer steigen dank Spiel-Gemeinschaft in die NLB auf

Alain Blaser (M.) spielt wohl künftig im ersten Solothurner NLB-Team.

Alain Blaser (M.) spielt wohl künftig im ersten Solothurner NLB-Team.

Der Erstligist TV Solothurn hat die Aufstiegsspiele knapp verpasst. Dank dem Zusammenschluss mit Grauholz spielt er künftig trotzdem in der NLB. Bei Handball Grauholz ist ein Neuaufbau geplant, basierend auf dem breiten Nachwuchsbereich.

Der TV Solothurn hat die fünfte 1.-Liga-Saison seit dem Aufstieg 2007 auf Platz 3 beendet. So stark wie nie zuvor. Platz 1 und 2 hätten zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt. Gemessen an den Umständen, sagt Solothurns Geschäftsführer Stefan Blaser, sei der dritte Rang «sehr gut». Coach Zsolt Toth habe das Beste aus dem Team rausgeholt. «Wir spielen einen modernen Handball - kompakt in der Verteidigung und mit schnellen Gegenstössen.»

Die erwähnten Umstände betreffen die zuletzt doppellizenzierten Alain Blaser, David Riederer und Andri Tatrinoff. Das Trio kam vorab bei B-Ligist Grauholz zum Einsatz und fehlte dem TVS in der 1. Liga. Nun, die drei werden auch nächste Saison in der NLB spielen. Dann bei der Spielgemeinschaft TV Solothurn/Grauholz.

Neuaufbau unter «Handball Grauholz»

«Natürlich», sagt Stefan Blaser, «wäre es mir lieber gewesen, wir hätten es geschafft, an den Aufstiegsspielen teilzunehmen und aufzusteigen. Aber so ist es auch okay» Will heissen: Grauholz löst sein Team auf und zieht sich Ende Saison aus der NLB-Meisterschaft zurück. Unter dem finanziellen und organisatorischen Kommando des TV Solothurn wird ein Teil des Kaders in der neuen Spielgemeinschaft weiter in der zweithöchsten Liga spielen.

Es gibt also eine Fusion, wobei die Berner keinerlei Verantwortung mehr für das NLB-Team übernehmen. Unter «Handball Grauholz» ist ein Neuaufbau geplant, basierend auf dem breiten Nachwuchsbereich. Was die NLB anbelangt «werden wir die Federführung übernehmen», sagt Blaser. Damit, so der Boss der Solothurner Handballer, «erhoffen wir uns einen kräftigen Schub in der gesamten Region.» Heimstätte des neuen Teams ist Solothurn. Für den TVS war die Begegnung mit Birsfelden (26:17-Sieg) also vorerst das letzte Heimspiel in der 1. Liga überhaupt - nächste Saison geht es im CIS Sportcenter in der NLB weiter.

Gegenpol zu Ostschweizern

Diese Lösung entspricht so auch dem Willen des NLA-Vertreters BSV Bern Muri. Der neue B-Klub, die SG TV Solothurn-Grauholz also, muss dem Verband bis April gemeldet sein und wird Partnerteam des BSV. Übernimmt diesbezüglich den Status von Grauholz. «Es ist uns ein Anliegen», räumt der ehemalige BSV- und Wacker-Thun-Akteur Stefan Blaser ein, «dass alle Spieler in der Region ihrer Spielstärke entsprechend bei einem passenden Team unterkommen.» Für rund die Hälfte der bisherigen Solothurner 1.-Liga-Equipe heisst das, dass es bei einem anderen Erst- oder Zweitligisten (Biberist beispielsweise) weitergeht. Der andere Teil wird in die NLB befördert. Auf Grauholz-Seite kommts zu einem ähnlichen Split zwischen der älteren Generation und den jungen, NLA-ambitionierten Akteuren.

Win-Situation für alle

Die Fusion macht auch darum Sinn, weil man damit der starken Ostschweizer Fraktion in der NLB weiter einen Mittelländer Pol entgegensetzen kann. Neben Grauholz war und ist aus diesem Rayon nur Biel in der zweithöchsten Liga vertreten. Was die Finanzen angeht, räumt Blaser ein, «wird uns das Ganze mehr kosten als bisher». Er sei aber zuversichtlich, dass «wir mit dem motivierten Führungsteam, wie sich abzeichnet, auch mehr Einnahmen generieren können». So, dass am Ende mit der erstmaligen Präsenz von Solothurn auf der Nationalliga-Handballkarte eine Win-Situation für alle entsteht.

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