«Ladies Please»
Solothurnerin kurz vor dem Aufstieg aufs Matterhorn: «Ich fühle mich bereit»

Sue Hirschi aus Solothurn ist eine von vier Frauen, die ihm Rahmen eines Projektes aufs Matterhorn steigen. Am Freitag in aller Herrgottsfrühe ist es soweit. Eine Woche lang wurde die 31-Jährige in Zermatt intensiv auf das Abenteuer vorbereitet.

Lea Durrer
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Abenteuer Matterhorn: Sue Hirschis Trainingswoche in Zermatt
22 Bilder
Das erste Training führte aufs Riffelhorn. Dort lernten die Teilnehmerinnen Techniken kennen, wie man sich auf dem Fels bewegen kann.
Die Solothurnerin am Klettern
Vom Riffelhorn her hat man einen wunderbaren Blick auf den Gornergletscher
Sue Hirschi bereitete sich schon zuhause intensiv vor. Vor allem an ihrer Ausdauer und Armkraft arbeitete sie.
Gipfelfoto auf dem Riffelhorn
In einer Dreier-Seilschaft gehts auf den Pollux
Sue zusammen mit Anne-Sophie
Es geht hoch hinaus
Da muss geklettert werden
Geschafft. Die vier Teilnehmer und zwei Bergführer auf dem Pollux
Wandern vor dem Matterhorn
Die Teilnehmerinnen vor dem Hotel du Trift
Sue in der Gornerschlucht
Immer gut sichern ist angesagt
Und hier auf dem Gornergletschter
Abenteuer Matterhorn: Sue Hirschis Trainingswoche in Zermatt
Auf der letzten Tour der Trainingswoche. Es geht aufs Breithorn.
Breithorn-Tour
Breithorn-Tour
Auch auf dem Breithorn gibts natürlich noch ein Gruppenfoto

Abenteuer Matterhorn: Sue Hirschis Trainingswoche in Zermatt

Gabriel Perren

«Ich fühle mich bereit», sagt Sue Hirschi. Noch zwei Nächte liegen vor ihr bis zum grossen Moment: Die Besteigung des Matterhorns. Am frühen Freitagmorgen werden mit ihr zusammen Judith Wernli (Radiomoderatorin aus Baden-Dättwil), Anne-Sophie Thilo (ehemalige Profi-Seglerin aus Lausanne) und Steffi Hunziker (Web- und Multimedia-Publisherin aus Bern) den Aufstieg auf 4478 m ü. M. in Angriff nehmen.

Die 31-jährige Solothurnerin schaut der Herausforderung positiv entgegen. Die persönliche Vorbereitung und das seit letztem Freitag laufende Intensiv-Training scheinen sich ausgezahlt zu haben. «Ich hatte nie Muskelkater diese Woche, keine Schmerzen, keine einzige Blase an den Füssen», erzählt Sue Hirschi. Es passe einfach alles. «Wir sind so gut vorbereitet worden, so dass ich wirklich keine Angst habe.»

Seit Freitag wurden die vier von Experten gelehrt. Sie waren auf dem Riffelhorn, dem Pollux, machten den Klettersteig in der Gornerschlucht, wandelten auf dem Gornergletscher und stiegen zum Abschluss des Trainings noch aufs Breithorn. Über 5 Stunden habe die Gruppe auf über 4000 Meter ü. Meer verbracht – und es sei niemandem schlecht geworden, niemand habe Kopfschmerzen gehabt. «Wir sind super gut akklimatisiert und fühlen uns fit und sicher im Umgang mit Seil, Steigeisen und der Seilschaft», sagt Hirschi. Einmal sei sie ins Seil gefallen. Das habe einen kurzen Adrenalinschub gegeben. «Es war eine gute Übung für den Kopf», meint sie.

Anfang Woche hat das Wetter umgeschlagen. 30 Zentimeter Neuschnee fielen. Deshalb wird mit mehr Bergsteigern am Matterhorn gerechnet. Einen Stau wie am Mount Everest, gebe es aber sicherlich nicht. Eigentlich soll es sich gut verteilen, meint Sue Hirschi. «Ich bin gespannt, wie wir es dann erleben.»

Bis zum Aufstieg zur Hörnlihütte am Donnerstagnachmittag geniesst sie nun noch die Zeit in Zermatt. Mit ihren Mitstreiterinnen wohnt sie in einer Wohnung mit direktem Blick aufs Matterhorn. «Wir leben hier fast wie in einer WG», umschreibt es die 31-Jährige. Man koche zusammen, jemand erledige den Einkauf oder die Wäsche.

Ihre Eltern sind gerade angekommen. Viele Leute fiebern mit Sue mit. «Das ist sehr schön», meint die Powerfrau. Gefreut hat sie sich auch über ein Päckli mit einem Glücksbringer.

Sue Hirschi hofft, dass sie nach dem Gipfel erklimmen nicht in ein Loch fällt. Über Monate hat sie sich vorbereitet auf den grossen Moment. Und danach ist plötzlich alles vorbei? Einen Plan für nach der Matterhorn-Besteigung hat sie jedenfalls schon. Sue Hirschi hat sich für einen Hochtouren-Kurs angemeldet. Die Berge faszinieren sie. «Manchmal stand ich einfach auf einem Berg und mir liefen die Tränen herunter, als ich das wunderschöne Panorama sah», schaut sie auf die Trainingswoche zurück.

Die Spitze des Matterhorns liegt auft 4478 M. ü. M.

Die Spitze des Matterhorns liegt auft 4478 M. ü. M.

KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN