«Curvy Supermodel»
Solothurnerin in kurviger Modelshow: Jetzt gehts Vera an die Haare

Die Solothurnerin Vera Havrda nimmt an der deutschen Castingshow «Curvy Supermodel» teil. Das Casting hat sie überstanden, jetzt gehts ans Catwalk-Training und ein Umstyling steht auch noch an.

Merken
Drucken
Teilen
Vera Havrda beim Schminken. Beim Umstyling werden ihre Haare etwas kürzer.

Vera Havrda beim Schminken. Beim Umstyling werden ihre Haare etwas kürzer.

RTLII

Das Casting ist nach drei Sendungen «Curvy Supermodel» abgeschlossen. Unter den 17 Kandidatinnen ist neben der 23-jährigen Solothurnerin Vera Havrda auch eine weitere Schweizerin zu finden: Rahel aus Luzern.

Steckbrief Vera Havrda (23)

Körpergröße: 170cm
Masse: 94-72-114
Konfektion: 40-42
Familienstand: Single

Beruf: Studentin Kommunikations- und Publizistikwissenschaften und Slawische Sprach- und Literaturwissenschaften.

Wohnort: Zürich.

Was machst du in deiner Freizeit? 
Ich mag es, spazieren oder ins Fitnessstudio zu gehen und zu zeichnen.

Was ist dein Lebensmotto?
Dass rückblickend alles einen Sinn machen wird.

Warum möchtest du Model werden? 
Ich stand schon immer gerne vor der Kamera, fühle mich dort wohl und wäre gerne auch ein Vorbild für andere.

Jetzt geht’s los mit der Ausbildung zum Profi-Model. Die Kandidatinnen bilden selbst Gruppen und sollen als erstes ein Video über sich selbst realisieren. «Es geht darum, dass ihr euch liebt und eure Kurven feiert», erklärt Jurymitglied Angelina Kirsch, die die Gruppe von Vera betreut.

Vera möchte in dem Video zeigen, dass sie die Essstörungen, die sie über Jahren begleiteten, überstanden hat. «Ich möchte aufzeigen, dass es möglich ist, eine Essstörung hinter sich zu lassen – obwohl es Zeit braucht.» Kirsch schlägt daraufhin ein Statement vor, welches Vera beim Dreh sagen könnte. «Früher habe ich versucht, mich trotz meiner Kurven zu lieben, heute liebe ich mich wegen meiner Kurven.» Diese Richtung kommt bei der Solothurnerin, die ihre ersten Lebensjahre in Tschechien verbrachte gut an.

Beim Dreh, bei dem alle schwarze Unterwäsche tragen, soll sich die Gruppe wie beste Freundinnen präsentieren. Das gelingt sehr gut. Dann müssen sie noch einzeln ran. Vera ist sichtlich nervös. Sie hat etwas Angst vor dem Einzeldreh, bei dem die Statements aufgesagt werden sollen. «Ich stottere, wenn ich nervös bin.» Den Spruch sagt sie langsam. «Früher war mein Körper mein schlimmster Feind. Heute ist er mein bester Freund.» Wie es angekommen ist, kann Vera nach dem Dreh schwer sagen. «Ich glaube ich war etwas zu leise. Ich bin etwas verunsichert.»

Schwarz-weiss Videodreh: Vera (links) und ihre drei «Gruppengspänli» sollen sich wie beste Freundinnen präsentieren. Gelingt!

Schwarz-weiss Videodreh: Vera (links) und ihre drei «Gruppengspänli» sollen sich wie beste Freundinnen präsentieren. Gelingt!

screenshot RTLII
Vera und Ines

Vera und Ines

screenshot RTLII

In der Gruppe von Jan Kralitschka eskaliert die Situation. Schulamit will sich plötzlich nicht mehr filmen lassen.

Im Studio harmoniert es dann gar nicht zwischen den vier jungen Frauen. «Sie ist wie eine kleine Zeitbombe», meint Kralitschka. Trotz ihres Problems mit Autorität kommt Schulamit weiter – «weil du die beste in der Gruppe warst». Zwei ihrer Teammitglieder gehen jedoch unter.

Aus den anderen Gruppen dürfen alle bleiben – und damit auch Vera. Wie die Solothurnerin beim Dreh geposed hat, hat der Jury gefallen. Diese freut sich riesig über ihr Weiterkommen.

Haare ab

Nun müssen die Kandidatinnen ein Umstyling über sich ergehen lassen. Die Style-Expertin kündigt «krasse Veränderungen» an. Haare müssen weg, eine neue Farbe her. Vera hat richtig Schiss, dass ihr die Haare sehr kurz geschnitten werden und sie damit an eine Zeit erinnert wird, in der es ihr nicht gut ging. «Ich weiss, dass ich jetzt ein ganz anderer Mensch bin. Trotzdem sind die Erinnerungen für mich wirklich schlimm.» Sie wolle nicht zurück zur alten Vera. Tränen fliessen. Sie sei viel mehr als dieses Beachgirl, findet die Jury. Ein solcher Schnitt könne ihr doch jetzt nach all der Entwicklung, die sie hinter sich habe, nichts mehr anhaben.

Tragisch wirds dann schlussendlich gar nicht. Ein bisschen Haare muss Vera lassen und eine neue Haarfarbe bekommt sie auch noch. Die 23-jährige Studentin der Kommunikations- und Publizistikwissenschaften ist mega happy mit dem Ergebnis. Es geht direkt zum Portrait-Shooting.

Vera Havrda nach dem Umstyling

Vera Havrda nach dem Umstyling

RTLII

Mit der neuen Frisur steht als nächstes das Catwalk-Training an. Das Gelernte muss die 23-Jährige anschliessend in der Entscheidung beweisen. Verhalten, unsicher, nicht so richtig geflasht, heisst es von seiten der Jury.

Vera auf dem Laufsteg

Vera auf dem Laufsteg

screenshot RTLII

Die Entscheidung fällt dann aber trotzdem positiv aus. «Du siehst aus und machst auch Bilder wie ein Model», so Jurymitglied Oliver Tienken. Alle vier Mitglieder der Jury sagen Ja. (ldu)

6 Fragen an Vera

Die Folge startete mit einem Videodreh. Dazu musstest du ein Statement finden. Ist dir das leicht gefallen?

Vera Havrda: Die Statements haben wir zusammen in der Gruppe mit Angelina Kirsch ausgearbeitet. Mein Statement hat sich dann im Verlauf des Tages geändert von «Früher habe ich versucht, mich trotz meiner Kurven zu lieben, heute liebe ich mich wegen meiner Kurven» zu: Früher war mein Körper mein grösster Feind, heute ist er mein bester Freund. Beide Statements gehen in die ähnliche Richtung und sollen den Umbruch in der Beziehung zu meinem Körper geltend machen.

Wie hast du den Dreh in der Gruppe und alleine in Erinnerung?

Der Dreh in der Gruppe war toll. Ich erinnere mich unglaublich gerne an diese Zeit. Wir haben so viel gelacht und und waren alle von Anfang an sehr stark miteinander verbunden. Schliesslich vertreten wir alle die gleiche Message. Der Gruppenzusammenhalt war sehr stark. Ich alleine war ein wenig unsicher und hatte das Gefühl, eine von den Schwächeren zu sein.

Nach dem Umstyling hast du sehr glücklich gewirkt. Was hast du gedacht, als du dich zum ersten Mal gesehen hast? Später hast du dich immer noch wohl damit gefühlt?

Das Umstyling habe ich geliebt! Es war ein Befreiungsschlag. Ich dachte immer, ich müsste lange Haare haben, um von meinem Körper abzulenken. Jetzt fühle ich mich richtig wohl und muss mich unter meinen Haaren nicht mehr verstecken. Zurück in Zürich habe ich sie noch kürzer geschnitten.

Beim Catwalk-Training hat man dich nicht laufen gesehen. Trainer Oliver Tienken meinte abschliessend, dass bei dir vielleicht noch «Unsicherheiten» bestünden. Hattest du Probleme beim Laufen?

Ich wusste nicht genau wie ich meinen Körper beim Walk einsetzen sollte. Ich hatte immer das Gefühl, dass es beim Catwalk darum geht, die Kleider, die man trägt, zu «verkaufen» und von diesen nicht abzulenken. Hier war es anders. Man selbst stand im Fokus und sollte sich in Szene setzen.

Dein Entscheidungswalk kam unsicher herüber. Die Jury hast du trotzdem überzeugt und vier Ja-Stimmen erhalten. Aus welchen Gründen meinst du?

Beim Walk lag der Fokus auf «weiblich» und «sexy». Da ich schon ein paar mal gesagt bekommen habe, ich sei «zu sexy», hatte ich Angst es könnte zu viel des Guten sein. Vielleicht habe ich deswegen unsicher gewirkt. Zudem habe ich mich sehr lange unwohl in meinem Körper gefühlt, hatte das Gefühl ständig beobachtet zu werden und hatte Angst vor bösen Sprüchen. Deswegen habe ich früh gelernt, jedes Stück meines Körpers zu kontrollieren und war somit unter permanenten Spannung. Ich denke diese «Verspanntheit» kann auch als Unsicherheit gedeutet werden. Schliesslich war ich natürlich auch sehr nervös. Der Zuschauer sieht immer nur einen Teil davon, was wirklich passiert. Es war nicht einfach für mich, vor unzähligen Kameras zu stehen und dabei ganz ruhig zu bleiben und selbstsicher zu wirken.

Mit Rahel aus Luzern hat es eine zweite Schweizerin in die Show geschafft. Tut man sich da zusammen?

Rahel ist toll! Wir haben immer noch Kontakt. Wir haben uns auch ein Zimmer geteilt und verstanden uns auf Anhieb super. Ich habe immer bewundert, wie selbstsicher sie während der Shootings und Walks war. Davon hätte ich mir ein Stück abschneiden können.