Solothurner Wetter

Solothurner wurden im Juli mehr als genug kalt geduscht

Das Bieltor in Solothurn als düstere Trutzburg im schier endlosen Juliregen.

Das Bieltor in Solothurn als düstere Trutzburg im schier endlosen Juliregen.

Der Juli 2014 geht als viel zu nasser Hochwassermonat in die Wetterannalen ein. Als Ferienmonat war er zudem unterdurchschnittlich warm.

18,8 Grad kamen im Juli-Mittel zusammen, das ist doch weit entfernt vom Rekordjuli 2003 mit sagenhaften 22,5 Grad oder auch den 21,4 Grad im Vorjahr. Damit blieb der Monat sogar 0,2 Grad unter dem langjährigen Mittel. Noch trüber sieht allerdings die Niederschlagsbilanz aus: An mehr als der Hälfte aller Julitage prägten Regenwolken das Tagesbild und die teils sehr ergiebigen Niederschläge summierten sich zu 205 Liter Wasser pro Quadratmeter in Solothurn und sogar 268,2 Liter im Wallierhof Riedholz.

Das ist in diesem Jahrtausend die Juli-Rekordmarke, die um rund 80 Liter über dem langjährigen Monatsmittel liegt. Der nasseste Sommermonat war allerdings der August 2007 mit 311 Litern pro Quadratmeter, der nicht nur der Schweiz, sondern auch der Region damals massives Hochwasser bescherte. Von solchem blieben Aare- und Emme-Anrainer diesmal verschont. Nur das Hochwasser im Einzugsgebiet der Emme vom Mittwoch, 23. Juli, löste in Biberist mit einer Flutwelle ab 13 Uhr grosse Besorgnis aus. Aber nebst riesigen Mengen Holz, die bei notabene schönstem Wetter im Stauwehr Flumenthal bewältigt werden mussten, kam es zu keinen weiteren Ausnahmesituationen.

Miserabler Ferienstart

Der Juli 2014 zeigte bald einmal sein wahres Gesicht: Ab dem 4. kam es wiederholt zu Gewittern mit Starkregen, der sich bis zum 11. Juli in eine anhaltende Schlechtwetterphase mit Dauerregen und noch kühlen 13 oder 14 Grad als Tagesmaxima auswuchs. Nur zögerlich zeigte sich die Sonne wieder und brachte etwas wärmere Temperaturen mit sich. Die Aareschifffahrt war aber bereits nicht mehr möglich und daran sollte sich bis zum Monatsende auch kaum etwas ändern.

An Baden oder Bootfahren war wegen der riesigen Wassermengen nicht zu denken, auch wenn nun der Sommer für fünf Tage die Seite zeigte, auf die alle gewartet hatten. Doch schon am 20. Juli war es mit Tageshöchstwerten von bis zu 30 Grad wieder vorbei.

Noch schlimmer war der erneute «Monsunregen», der auf Solothurn herunterprasselte: 70 Liter pro Quadratmeter gabs nun ab innert drei Tagen. Als Gnadenakt quasi streute Petrus drei sonnige, relativ warme Tage ein, ehe er ab dem 26. Juli wieder jeden Tag am Duschknopf drehte und damit für eine zum Monat passende, feuchtkühle Endphase sorgte.

Doch noch Sommer?

Trotz des Zwischenhochs auf den Bundesfeiertag hin stehen die Zeichen vorläufig noch auf wechselhaftes, instabiles Sommerwetter mit labilen Tagesgang-Verläufen. Das heisst, tagsüber ganz passabel, nachmittags oder abends ist jedoch stets mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Das angesagte stabile Langzeithoch gerät offenbar schon am Wochenende wieder mit den üblichen Gewittern ins Wackeln. Es könnte wie oft in solchen Sommern erst tief im August wetterwirksam werden und dann vor allem den September aufpolieren.

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