Wetter
Solothurner Wetter: Ein Juni, der statistisch stimmte

Der Juni ist bekannt als der launischste aller drei Sommermonate. Nun, dieses Jahr hielt er sich an alle Normen und war quasi ein «Modell-Juni». So hielt beispielsweise auch Mitte Monat die traditionelle Schafskälte einzug in die Region.

Wolfgang Wagmann
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Der Juni war ein «Modell-Juni»

Der Juni war ein «Modell-Juni»

Andreas Kaufmann

Schafskälte, ein schönes Märet-Fescht, die Regenmenge im langjährigen Mittel, die durchschnittliche Monatstemperatur mit 18,7 Grad auch – dieser Juni hielt kaum Überraschungen parat. Die 116 Liter Regen pro Quadratmeter in Solothurn liegen etwas über der Langzeitnorm von gut 100 Litern, ein leichter Ausreisser nach oben wurde im Wallierhof Riedholz mit 132,7 Litern verzeichnet – der vor allem im Sommer jeweils die Wetterregel bestätigt: «Je näher am Berg, desto nasser der Ort». So fielen beispielsweise letzten Samstag im Wallierhof 9 Liter Regen, in Solothurn kaum ein Tropf.

Die Schafe froren tatsächlich

Nach einem freundlich-sommerlichen Start zeigte sich der 3. Juni bereits im grauen, gewittrig durchsetzten Regenmantel. Nach kurzem Zwischenhocheinfluss brachten am 7. Juni vormittags die Katholiken ihre Fronleichnamsprozession gerade noch trocken über die Bühne, ehe der grosse Regen kam. Über 30 Liter Regen gingen nun in gut 24 Stunden nieder, und nach nur einem Schontag setzte sich das nasse Wetter vom 10. bis 13. Juni fort.

Dafür gabs in der Region die ersten Steinpilze, aber auch die Mitte Monat traditionelle Schafskälte. Am 12. Juni erreichte das Thermometer noch knapp 15 Grad, aber wenigstens blieben die Nachttemperaturen gerade noch im zweistelligen Bereich. Nur zögerlich erholte sich der Sommer gerade rechtzeitig auf das um eine Woche vorverlegte Märet-Fescht, das bei viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen stattfinden konnte. Ähnlich gute Bedingungen hätten aber auch eine Woche später am 22../23. Juni geherrscht, nur zur Wochenmitte vor dem dritten Juni-Wochenende hatte es noch einmal nennenswert geregnet.

Auch die letzte Juni-Woche brachte nochmals zwei feuchte Tage, dann aber die erste echte Hitzewelle mit Maxima über 30 Grad, am letzten Junitag. Ideales Heu- und Badiwetter für vier Tage rundeten einen Juni ab, der ziemlich exakt alles gebracht hatte, was statistisch von diesem Monat zu erwarten ist – ausser schwere Gewitter; diese verschonten die Region..

Was hält der «Siebenschläfer»?

Der entscheidendste Tag für alle Langzeitprognostiker ist wohl der 27. Juni, der «Siebenschläfertag.» Regnet es an diesem Tag, so regnet es die sieben folgenden Wochenenden und der Sommer ist futsch. Nun, diesmal zeigte sich der «Siebenschläfer» morgens noch bewölkt, dann sonnig und mässig warm. Tatsächlich dürfte es am Wochenende nach einer weiteren Kaltfront am Donnerstag ganz ordentlich schön werden. Darüber hinaus deuten allerdings die Langzeitmodelle auf einen eher kühlen Verlauf des Julis hin, was wiederum nach allen Bauernregeln einen heissen, sonnigen August versprechen würde. Die «Siebenschläfer»-Regel hat übrigens eine Trefferquote von hohen 70 Prozent – was nur belegt, dass es die anderen 30 Prozent eben auch gibt ...