Solothurn

Solothurner Weihnachtsmarkt beginnt mit Grossandrang

Fünf Tage lang ist die Vorstadt Solothurns Flaniermeile: 55 Holzhäuschen locken zu letzten Weihnachtseinkäufen am Aaremürli. Damit ist der Weihnachtsmarkt nochmals gewachsen. Trotzdem: Noch immer stammen die meisten Anbieter aus der Region.

Um 15 Uhr ist der erste Buechibärger Chäs bereits über den Ladentisch. Und auch bei Johanna Gut von Manolito sind bereits Holzstempel verkauft worden. «Es hat schon jetzt ziemlich viele Leute», sagt Gut. Ihr Holzhäuschen steht dort, wo im Sommerhalbjahr die «Hafebar» steht. Statt Sonne, Bier und Bretzel gibt es am nasskalten Kreuzackerquai jetzt allerdings Lebkuchen, Glühwein und das Solothurner Wysüppli - hergestellt aus dem Solothurner Bürgerwein.

Zum dritten Mal startete heute Mittwoch der «Soledurner Wiehnachtsmäret». Wer den Besucherandrang sah, hatte den Eindruck, dass sich der Markt im Adventskalender der Solothurner etabliert hat. 35 Aussteller kamen an den ersten Markt 2010, rund 60 haben sich heuer in den 55 Holzhäuschen niedergelassen. Der grösste Teil stammt aus der Region. «Wir sind recht gewachsen», sagt Martin Tschumi.

Mit Glühwein dem Wetter trotzen

Schnee und Pflotsch mussten die Standbetreiber zuerst noch aus ihren Häuschen schaffen, bevor sie diese einrichten konnten. Rund 30 zumeist freiwillige Helfer haben das Holzdörfchen am Dienstag trotz Schneegestöber aufgebaut.

Für einen wärmenden Radiator hat es in Johanna Guts Kabäuschen keinen Platz. «Gute Kleider und etwas Warmes zu trinken», sind ihre Losung gegen die Kälte. Zum dritten Mal ist das Mitglied von «Pro Vorstadt» präsent. Gleichzeitig betreibt sie den Laden am Unteren Winkel; quasi zwei Läden gleichzeitig - ein personeller Kraftakt, der die Mithilfe der Familie braucht. Nicht alle Waren finden aber den Weg vom Laden an den Kreuzackerquai. «Wetterfest», schmunzelt Gut und zeigt auf die Stempel aus Holz. Papierkarten, Wolle und Seide haben bleiben im Laden.

Nur qualitativ gute Produkte

Wetterfest muss auch das Publikum sein trotz der neu angeschafften Holztische mit Holzdach beim Glühweinstand. «Ein Zelt kommt nicht infrage», sagt Martin Tschumi. Qualität statt Quantität ist das Motto. «Kunsthandwerk erster Klasse statt ‹made in China›».

Aus gröberem Holz als die Engelchen, vor denen auf munzigen Wegweisern «Bethlehem» steht, sind die Ausstellungsstücke am anderen Ende des Weihnachtsmarktes geschnitzt. Nahe beim «Ramada» liegen fünf unterschiedlich grosse Motorsägen am Boden, mit denen der Lüsslinger Matthias Knörr Baumstrünke zu Figuren verarbeitet. Nur knapp sind die Umrisse eines Pferdes zu erkennen. Gestern hat Knörr mit der Feinarbeit begonnen, heute soll das Werk fertig werden.

Silhouette der Altstadt als Pluspunkt

Mit Knörrs Stand, dem letzten vor dem «Ramada», hat sich der Weihnachtsmarkt heuer dem Aaremürli entlang weit nach Osten ausgebreitet. Noch mehr Blick auf die Silhouette von Altstadt und «St. Ursen» soll die Ambiance an der Vorstädter Promenade zusätzlich heben.

Bis am Sonntagabend stimmt das Holzdörfchen die Besucher noch auf Weihnachten ein. Auf der Bühne vor dem Gewerbeschulhaus gibt es abends unterschiedliche Konzerte - vom Vokalensemble über die Blaskapelle und den Domchor bis zur Alphorngruppe. Am Donnerstag findet auch der Buechibärger Märet ausnahmsweise nicht auf dem Rossmarktplatz, sondern am Kreuzackerquai statt.


Wiehnachtsmäret am Kreuzackerquai bis Sonntag, 23. Dezember; Do/Fr 15-21, Sa 11-21; So 11-17 Uhr.

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