Sturmschäden
Solothurner Waldungen sind mit einem blauen Auge davongekommen

Die Bilanz für die Wälder der Bürgergemeinde Solothurn fällt nicht allzu drastisch aus. Die grössten Schäden liegen im Stadtwald, im Attisholzwald und an der Martinsflue.

Mark Herzig
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Sturmschäden im Wald. Verenaschlucht und Lüsslingen Nennigkofen
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Sturmschäden im Wald zwischen Nennigkofen und Lüterkofen
Etliche umgestürzte Bäume auf der Wiese vor dem Eingang der Verenaschlucht.
Sturmschäden Sturm Burglind Verenaschlucht Solothurn: Der Pegel des Baches steigt durch den permanenten Regen stetig
Sturmschäden im Wald zwischen Nennigkofen und Lüterkofen
Dieser idyllische Pic Nic-Platz wurde von einer gefällten Tanne arg beschädigt
Sturmschäden im Wald zwischen Nennigkofen und Lüterkofen
Der Eingang zur Verenaschlucht ist durch umgestürzte Bäume versperrt.
Der Eingang zur Verenaschlucht ist durch umgestürzte Bäume versperrt.
Sturmschäden im Wald zwischen Nennigkofen und Lüterkofen
Sturmschäden Burglind Verenaschlucht
Sturmschäden Burglind Verenaschlucht
Sturmschäden Burglind Verenaschlucht

Sturmschäden im Wald. Verenaschlucht und Lüsslingen Nennigkofen

Hanspeter Bärtschi

Der Wald ist mit seinen insgesamt 2117 Hektaren seit jeher ein wichtiger Teil der Bürgergemeinde Solothurn. Der Bürgerrat war angesichts der Januarstürme gespannt auf die Berichterstattung durch Forstbetriebsleiter Gian-Andrea Lombris zu den Schäden in den Waldungen. Noch einmal davongekommen, könnte ein vorläufiges Fazit lauten.

Noch sind Fragen offen

«Burglind» hiess das Sturmtief, das in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar auch die Wälder der Bürgergemeinde Solothurn heimsuchte, wobei es in erster Linie die im Mittelland gelegenen Waldungen getroffen hat. Was die beiden nachfolgenden Stürme Evi und Friederike zusätzlich angerichtet haben, ist noch nicht sicher, genauso wenig wie man das Gesamtvolumen schon genau beziffern kann. Es dürfte zwischen 5000 und 8000 Kubikmetern, also knapp der Hälfte und drei Vierteln der oberen Nutzungsbegrenzung von 12'500 Kubikmetern liegen, erläuterte Forstbetriebsleiter Gian-Andrea Lombris. Dass die Schadenserhebung etwas dauert, erklärte er damit, dass man an vielen Orten oft nicht weiter als 30 Meter in die Wälder eindringen konnte und man vorab Strassen freischneiden musste.

Die grössten Schäden aber liegen, soviel ist bekannt, im Stadtwald, im Attisholzwald und an der Martinsflue. Viele der Bäume wurden, da der Boden nass war, umgeworfen und nicht geknickt oder zerrissen, was eine höhere Qualität des zu erntenden Holzes bedeutet.

Kaum weniger Ertrag, aber...

Die Erträge dürften kaum Einbussen erleiden, da der Holzpreis nicht einzubrechen droht und die üblichen Absatzkanäle genutzt werden können. Andererseits muss aber mit einem um etwa 30 Prozent grösseren Ernteaufwand gerechnet werden, fuhr Lombris weiter. «Es ist ein anderes, aufwendigeres und gefährlicheres Arbeiten mit umgeworfenen Bäumen, die meist enorme, kaum abzuschätzenden Spannungen aufweisen.

Mitarbeiter geschult

Deshalb wurde den Mitarbeitenden nach Erledigung der Sofortmassnahmen ein Auffrischungskurs für den Umgang mit solchem Holz angeboten», für er weiter. Auch wenn moderne Maschinen zur Verfügung stehen, muss in solchen Situationen vieles von Hand erledigt werden. Er wand seinen Mitarbeitern, viele von ihnen haben die Ferien abgebrochen, ein Kränzchen für ihre sorgfältige Arbeit; es ist in solchen Lagen wichtig, die Hölzer für den Verkauf den richtigen Qualitäten zuzuordnen. Der Forstbetriebsleiter rechnet, mit den Aufräumarbeiten bis April fertig zu werden und daneben auch noch für Dritte Hilfeleistungen erbringen zu können. «Es lohnt sich, bei solchen Ereignissen eigenes Personal einsetzen zu können», schloss er.

Diskussion um Arbeitsgruppe

Nach dem Ja der Bürgergemeindeversammlung zur Holzschnitzelheizung auf dem Weissenstein setzte nun der Bürgerrat einen Bauausschuss ein. Er besteht aus Rolf Heilinger, Martin Sterki und Sergio Wyniger. Der Bestellung dieses Ausschusses ging allerdings eine emotionale, weitgreifende Diskussion voraus mit Fragen, ob es diesen überhaupt zwingend brauche und wenn ja, welche Aufgaben er zu erfüllen habe.

Wohin des Weges?

Dies leitete direkt über zur Diskussion der Legislaturziele 2017-2021. Der Bürgerrat hat entschieden: Die Verwaltungsstrukturen und die Rollen und Kompetenzen der Behördenmitglieder seien zu überprüfen. Das Projekt Waldpark Wengistein soll weiterverfolgt werden. Auch sollen die Renditen verschiedener Liegenschaften erhöht werden. Nutzungs- und Leistungsvereinbarungen – ähnlich wie bei der Bikestrecke Weissenstein vorgesehen – sollen erwirkt werden. Zudem möchte man die Öffentlichkeitsarbeit über das Corporate Design zur Durchführung von Bürgertagen oder wie demjenigen an der diesjährigen HESO mit der Beteiligung an der Sonderschau Kraftort Wald optimieren.

Altersheim und Steinbruch

Im Weiteren orientierte Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger über die Arbeiten der beiden Gruppen Erweiterungsbau St. Katharinen sowie Energie und Arealentwicklung Steinbruch. Einige der Ergebnisse werden nach ihrer Ausformulierung in die Traktandenliste für die ausserordentliche Bürgergemeindeversammlung vom 24. April einfliessen.

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