Auf Einladung des Stadtpräsidiums von Krakau begleitete eine Delegation den Solothurner Stadtpräsidenten Kurt Fluri zu den Veranstaltungen rund um den Todestag Tadeusz Kosciuszkos. Neben offiziellen Besuchen bei den politischen Vertretern Krakaus standen die zweitägige internationale Konferenz zum Thema «Integration around Kosciuszko» und eine Messe in der Wawel-Kathedrale im Zentrum.

Über Menschlichkeit

Vertreter verschiedener Vereinigungen, die sich einerseits mit Kosciuszkos Leben, anderseits vor allem mit dem Gedenken an ihn befassen, tauschten an einer Konferenz ihre Gedanken aus. So standen im Referat von Stadtpräsident Kurt Fluri primär die beiden letzten Lebensjahre im Zentrum, die Kosciuszko an der Gurzelngasse verbrachte. Er ging aber auch auf aktuelle Bezüge in einer Welt ein, in welcher der Drang nach persönlicher Unabhängigkeit und persönlicher Entfaltung meist mehr im Vordergrund stehe, als die Sorge um die Rechte und Entfaltung der Mitmenschen.

Weitere Referenten aus Australien, Frankreich, Russland, Weissrussland, Brasilien, Irland, den USA, Polen und der Schweiz beleuchteten jeweils zeitgeschichtliche Aspekte oder persönliche Ansichten zu Kosciuszko und seinem Leben – und seinem Nachlass. Am Sonntagmorgen nahm die Solothurner Delegation an der von Erzbischof Marek Jedraszewski zelebrierten Messe zu Ehren von Kosciuszko teil, allerdings ohne Fluri, der in Solothurn an den Feierlichkeiten teilnahm (s. Artikel oben) und deshalb am Samstag zurückkehrte. Wie der polnische Staatspräsident Andrezej Duda und die anderen Delegationen legte auch die Vertretung Solothurns im Anschluss an die Messe Blumen beim Grab von Kosciuszko in der Krypta der Kirche nieder.

Abgerundet wurden die Feierlichkeiten mit einer eher volkstümlichen Aktion auf dem Marktplatz: Alle anwesenden Personen wurden mit einer Kosciuszko-Mütze ausgestattet und von einer grossen Feuerwehrleiter herab fotografiert. Anschliessend folgte ein gemeinsames Singen, wobei der Beitrag der Solothurner mangels Sprachkenntnissen eher etwas bescheiden ausfiel.

Geschichte Krakaus

Die Delegation bestand neben Stadtpräsident Fluri aus Mitgliedern des Gemeinderates (Heinz Flück mit Barbara Wyss Flück, Laura Gantenbein, Markus Jäggi, Marco Lupi, Anna Rüefli mit Patrik Louis, Charlie Schmid) sowie einer Vertretung der Stadtverwaltung (Hansjörg Boll, Thomas Briner, Irène Schori, Christoph Vögele und Erich Weber). Sie besuchte neben den offiziellen Treffen mit den Stadtbehörden weitere Anlässe im Rahmen dieser Feierlichkeiten.

Zudem stand der Besuch des 2010 eröffneten Schindler-Museums auf dem Programm, das die Zeit der deutschen Besatzung Krakaus von 1939 bis 1945 beleuchtet. Ein Schwerpunkt in diesem Museum beinhaltet das Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto und im Zwangsarbeitslager Plaszow. (egs)