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Solothurner Springreiterin Emilie Stampfli will in die Elite

Das Reittalent wurde amtierenden Solothurner Junioren-Schweizer-Meisterin Emilie Stampfli in die Wiege gelegt. Schon ihre Eltern waren einst aktive Springreiter. Emilie selbst hat ein grosses Ziel: Mit 21 Jahren will sie ins Profikader wechseln.

Melanie Riedi (Text und Bild)
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Emilie Stampfli mit ihrer Alessa im Stall des Lindenhofs in Obergerlafingen.

Emilie Stampfli mit ihrer Alessa im Stall des Lindenhofs in Obergerlafingen.

Bereits im Alter von 4 Jahren hatte Emilie das erste Mal Reitunterricht auf einem Pony. «Ich trainiere sieben Tage pro Woche», sagt die 17-jährige Solothurnerin, die zum Junioren-A-Kader gehört. Ihre Trainingsplätze befinden sich auf dem Gelände des Lindenhofs in Obergerlafingen, in Seon und in Aarau. Trainiert wird sie von der ehemaligen Spitzenspringreiterin Heidi Hauri.

Alle fünf von ihr berittenen Pferde sind in den Stallungen des Lindenhofs untergebracht. Emilie Stampfli besucht die Sportklasse des vierten MAR an der Kantonsschule Solothurn mit Schwerpunktfach Wirtschaft. Dieser spezielle Ausbildungstyp erlaubt es ihr, jeden Nachmittag zu trainieren. Unterricht hat sie nur morgens. Wegen dieses Spezialprogramms wird sie jedoch ein Jahr länger zur Schule gehen müssen, bis sie die Matura 2013 abschliessen kann.

Schon immer fürs Reiten interessiert

Das Springreiten bedeutet der ambitionierten Reiterin sehr viel. «Meine zwei Lieblingspferde sind Nikita du Luot und Alessa», berichtet Emilie Stampfli. Seit sie sich erinnern kann, habe sie sich für diesen Sport interessiert. Auf die Frage, ob sie denn auch mal einen schlechten Tag habe, antwortet sie: «Klar, das kommt vor. Jedoch sehr selten. Meist bin ich äusserst motiviert.» Nebst dem Reiten bleibt der Kantischülerin keine Zeit für ein anderes Hobby. Auch in die Ferien sei sie seit langem nicht mehr gefahren. «Dies würde sehr viel zu organisieren geben und ist einfach kompliziert, wenn man Pferde hat.»

Wenn sie an ein Turnier geht, welches während der offiziellen Schulzeit stattfindet, bekommt sie stets schulfrei. Solange ihre schulischen Leistungen stimmen, sei dies gemäss Stampfli kein Problem. Mit dem Leistungsdruck kann die junge Frau gut umgehen. «In erster Linie will ich mir für meine Pferde Zeit nehmen, um sie richtig gut zu reiten. An zweiter Stelle stehen dann die Hausaufgaben», berichtet Stampfli entschlossen.

Mehrere grosse und nationale Turniere

Jährlich bestreitet Emilie Stampfli mehrere grosse nationale sowie internationale Turniere. Kommenden März wird sie beispielsweise an einem Turnier in Follonica (Italien) teilnehmen. Ausserhalb der Springsaison gönnt sie ihren Pferden jeweils eine Erholungsphase mit nur wenigen Springtrainings. «Das ist wichtig für die Pferde», sagt sie. Sobald dann wieder ein Turnier ansteht, werden die Springeinheiten gesteigert. «Glücklicherweise hatte ich noch nie einen Reitunfall. Manchmal muss ich jedoch Misserfolge wegstecken», berichtet die Pferdenärrin.

Nach dem Maturaabschluss möchte sie sich in erster Linie auf eine Profikarriere im Springreiten konzentrieren. Sie will jedoch unbedingt versuchen, nebenbei noch einer anderen beruflichen Tätigkeit nachzugehen. «Ich weiss noch nicht genau, in welchem Bereich ich arbeiten möchte. Aber ich will auf keinen Fall mit leeren Händen dastehen», beteuert das Nachwuchstalent.

Sie hat die Nervosität im Griff

Sie hat die Nervosität vor den Wettkämpfen gut im Griff. Ab und zu kommen ihre Kollegen an ein Turnier in der Region vorbei. Oft ist sie jedoch ausserhalb der Schweiz in ganz Europa unterwegs. Dorthin begleitet sie meist die ganze Familie inklusive Grosseltern. «Ich bin dankbar für die gute Unterstützung, die ich durch meine Familie erhalte», sagt Stampfli und fügt mit glänzenden Augen hinzu: «Mein schönstes bisheriges Reiterlebnis war es, letztes Jahr den Schweizer-Meister-Titel zu holen.»

Emilie Stampfli weiss ganz genau, was sie dieses Jahr erreichen will: «Ich möchte den Schweizer-Meister-Titel verteidigen und an der Europameisterschaft in Österreich unbedingt eine Medaille holen.»