Neue Sportart
Solothurner sollen auf den Lacrosse-Geschmack kommen

Lacrosse, die wieder entdeckte Sportart der Irokesen, erobert jetzt dank Lukas Heri auch Solothurn. Der heute 23-Jährige hat den Sport als Maturand kennen gelernt. Seit Anfang Jahr besteht sogar ein Klub.

Hans Peter Schläfli
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Lukas Heri bringt Solothurner Schülern bei, wie man einen Lacrosse-Ball wirft.

Lukas Heri bringt Solothurner Schülern bei, wie man einen Lacrosse-Ball wirft.

Hans Peter Schläfli

Die Frisur der Irokesen konnte sich in der Schweiz nie so richtig durchsetzen. Mit dem Nationalsport des Indianerstamms soll das anders kommen – zumindest wenn es nach Lukas Heri geht. Er will Lacrosse in Solothurn bekannt machen und unterrichtet das in Kanada und den USA boomende Ballspiel im Schulsport der Stadt.

Im «Fernstudium» hat Lukas Heri den Nationalsport der Irokesen kennen gelernt. Der heute 23-jährige Solothurner machte Lacrosse in seiner Matura-Arbeit zum Thema. «Mich interessierten Eishockey und Kanada. Und in meiner Arbeit verglich ich Box-Lacrosse mit Unihockey und Eishockey. Dabei kam ich zum Schluss, dass Lacrosse der schnellste Mannschaftssport überhaupt ist.»

Mitglied der Nati

Erst nach der Theorie folgte die Praxis: Als Lukas Heri sein Studium in Basel begann, fand er dort einen Lacrosse-Verein und lernte mit dem langen Stock umzugehen, an dessen Ende ein Ballfangnetz befestigt ist. Heute, nur drei Jahre später, gehört er bereits der Schweizer Nationalmannschaft an.

Im Sommer wird er in der Nähe von New York an der Box-Lacrosse-WM teilnehmen, an der neben Kanada und den USA die Nationalmannschaft der Irokesen zu den Favoriten zählt.

Training immer am Freitag

Damit die Solothurner Schüler der Oberstufe den exotischen Sport spielend kennen lernen können, hat sich Lukas Heri mit dem am 30. Januar neu gegründeten Klub, den Solothurn Ambassadors, beim Schulsport gemeldet, und er wurde von der Stadt akzeptiert. Immer am Freitag von 16.30 bis 18 Uhr wird nun auf der Wiese hinter dem Schützenmattschulhaus Lacrosse gespielt. Und den Schülern gefällt es ganz offensichtlich: Nach dem ersten Training überredeten sie Heri, dass sie auch am eigentlich schulfreien 1. Mai mit ihm Lacrosse spielen durften.

Raue Sitten

Die Irokesen spielten Lacrosse als Kriegsersatz, aber nicht mit einem Ball, sondern mit einem Stein. Es ging also heftig zu und her. «Das Spiel gehört seit Jahrhunderten zu ihrer Religion», erklärt Heri. Heute wird Lacrosse mit einer umfassenden Schutzausrüstung gespielt, denn der Ball ist sehr hart und man darf dem Gegenspieler sogar mit dem Stock auf die Hand hauen, um den Ball zurückzugewinnen.

Es gibt zwei Varianten der Sportart: Box-Lacrosse auf einem Eishockeyfeld mit Banden und Feld-Lacross, das auf einem Fussballplatz gespielt werden kann. «Mit blauen Flecken muss man schon rechnen, aber ernsthafte Verletzungen sind selten.»

Es braucht ein gutes Auge

Lacrosse soll olympisch werden, und davon erhofft sich Lukas Heri einen Boom. «Der Sport vereint Härte, Kondition, Kraft und Koordination», beschreibt er die Faszination der in Solothurn neuen Sportart. Seine Schüler haben am Anfang Mühe, nur schon den Ball vom Boden aufzunehmen, doch dann bringt ihnen Heri die richtige Schaufeltechnik bei. Um den Ball mit dem kleinen Korbgeflecht fangen zu können, braucht es ein gutes Auge. Die ersten Schüsse gehen meistens weit übers Tor. Die Fortschritte kommen aber rasch, und vor allem die Jungs, die bereits Eishockey gespielt haben, lernen die Technik schnell.