Nightingales
Solothurner singen von Amore, Guggerzytli und Bolero

Die altgediente Solothurner Vokaltruppe Nightingales macht sich nach einem Freundschaftskonzert mit holländischen Sängern Gedanken über die eigene Zukunft.

Hans Peter Schläfli
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Farbenfroh wie das Tenü war auch das Repertoire: «Nightingales» beeindrucken durch einen Fächer von Klassik über Folklore bis hin zu Pop und Rock.

Farbenfroh wie das Tenü war auch das Repertoire: «Nightingales» beeindrucken durch einen Fächer von Klassik über Folklore bis hin zu Pop und Rock.

Hans Peter Schläfli

Luxus pur: Da waren nicht weniger als 14 grossartige Stimmen gleichzeitig in perfekter Harmonie zu hören. Die Bühne im Gewölbekeller des Alten Spitals war fast zu klein für so viele Sängerinnen und Sänger, als die Solothurner «Nightingales» vor Kurzem zusammen mit «Juice» aus den Niederlanden ein gemeinsames A-cappella-Programm aufführten. Das Publikum war begeistert ob dieser geballten Ladung an wunderbar interpretierter Musik.

Das Singen hatte die «Nightingales» im vergangenen Sommer bis nach Ütrecht und Amsterdam geführt. Nun stand der Gegenbesuch der Freunde aus Holland auf dem Programm. In perfektem Schweizerdeutsch präsentierte der Holländer Tobias Jeger seine A-cappella-Gruppe mit dem Namen «Juice». Jeger war vor langer Zeit ausgewandert, über familiäre Bande blieb aber der Kontakt zu den Solothurner «Nightingales» bestehen.

Neustart vor zwei Jahren

Das Repertoire des beiden Ensembles reichte von Michael Jackson zu Queen, vom Bolero bis zum Guggerzytli, das die Gäste mit ihrem leicht holländischen Akzent so charmant interpretierten, dass das Publikum sie mit einem Begeisterungssturm belohnte. Das Doppelkonzert bewies, dass beim Singen – wie im Sport – starke Konkurrenz zu neuen Höchstleistungen beflügelt.

Vor exakt zwei Jahren hatten die «Nachtigallen» ihr Programm «25 Jahre sind genug» im Konzertsaal uraufgeführt, nun neigt sich die Tournee der acht Solothurner langsam dem Ende zu. Für ihr Urgestein, den Bass Daniel Reinhart, ist es der Abschied von den «Nightingales». Für die sieben anderen wird es in neuer Besetzung nach kurzer Pause mit den Proben eines neuen Programms weitergehen. «Das wird etwa zwei Jahre dauern, bis alle Arrangements stehen und wir alles einstudiert haben», blickt Komponist Peter Gubler in die Zukunft.

Im Alten Spital kamen bei den meisten Liedern Mikrofone zum Einsatz, weil die Decke des Gewölbekellers mit einer Schalldämpfung ausgebaut wurde. Da stellt sich für das Ensemble eine schon fast religiöse Frage: Ein Teil der «Nightingales» möchte nun in Zukunft mit Mikrofon auftreten, ein Teil vertritt die Meinung, dass echtes a cappella ohne technische Hilfsmittel auskommen sollte. Wer es bisher verpasst hat, die «Nightingales» singen zu hören, der bekommt in der Region noch genau eine letzte Chance: Am 27. April treten die sie in einer ehemaligen Fabrikhalle auf dem Areal Attisholz Nord auf.

Weitere Infos www.nightingales.ch

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