Einen Kilometer in einer Badi schwimmend zurückzulegen, ist für viele Hobbysportler eine Herkulesaufgabe – der Solothurner Langstreckenschwimmer Romano Mombelli dürfte für solche Distanzen nur ein müdes Lächeln haben.

In seinem neusten Vorhaben will der Extremsportler unter mentalen und physischen Höchstbelastungen innert vier Tagen eine Strecke von mehr als 90 Kilometern schwimmend zurücklegen. Konkret will der 24-Jährige in vier Etappen den Walensee, den Linthkanal und den Zürichsee mitsamt Obersee durchschwimmen.

Die Auftaktetappe des Pionierprojekts Sarganserland, wie es das Team um Romano Mombelli nennt, bietet am Montag der 16 Kilometer lange Walensee. Um 13 Uhr startet der Solothurner im Hafen von Walenstadt in sein Abenteuer.

Danach schwimmt Mombelli quasi in Seemitte – begleitet von einem Rettungsboot, von wo aus der Germanistikstudent auch verpflegt wird – in Richtung Weesen, wo er gegen 17 Uhr im Hafen eintreffen wird. Die Seetemperatur beträgt rund 20 Grad, weshalb der Solothurner auf hervorragende Wetter- und Wasserbedingungen zählen darf.

24-Stunden-Schwimmen: Rekord

Erreicht Mombelli wie erwartet am Montagabend sein erstes Etappenziel, bleiben ihm nicht viele Stunden zur Erholung: Bereits am Dienstag nimmt er den 15 Kilometer langen Linthkanal in Angriff. Und nach einem Erholungstag am Mittwoch steht am Donnerstag mit dem Zürichsee die 44 Kilometer lange Königsetappe auf dem Programm.

Die Strecke dürfte von dem erfahrenen Solothurner Langstreckenschwimmer alles abverlangen. Er wird über seine persönlichen Grenzen hinauswachsen müssen, nicht zuletzt, weil mit dem Wind und den Strömungen sowie der Stromschnelle in Ziegelbrücke unberechenbare Hürden zu überwinden sind.

Dass das Vorhaben nicht aus der Luft gegriffen ist, bewies Mombelli zuletzt in der Vorbereitung: Bei seinem Sieg im 24-Stunden-Schwimmen in Bottwartal (D) stellte er einen neuen Streckenrekord von über 50 Kilometern auf.

Ausserdem absolvierte Mombelli bereits im letzten Jahr ein ähnliches Projekt, als er in vier Tagen den Murten-, Neuenburger- und Bielersee durchquerte und anschliessend noch dem Lauf der Aare von Biel nach Solothurn folgte. Insgesamt spulte er so erfolgreich 105 Kilometer ab.