Suppentag

Solothurner Schüler brillieren als Gemüsebauern, Köche und Gastgeber

Dritt- und Viertklässler des Solothurner Hermesbühl-Schulhauses servierten im Kapuzinerkloster Kürbissuppe aus eigener Ernte.

«Einfach den Kürbissen nach – und guten Appetit», gibt der neunjährige Ira den Besuchern mit auf den Weg. Diese folgen aber nicht nur den aufdrapierten Natur-Kunstwerken durchs Labyrinth des Kapuzinerklosters: Sie lassen sich vom Duft leiten, der aus dem grossen Suppentopf strömt. Ein Topf, in dem viel Arbeit steckt: Dritt- und Viertklässler aus drei Schulklassen des «Hermesbühl» hatten das Zepter für den Suppentag des Kapuzinerklosters ganz in ihrer Hand. Nachdem aus wenigen Kürbiskernen mit Gärtnergeschick und Naturliebe eine reiche Kürbisernte hervorging, entwickelte sich aus diesem bekömmlichen Rohstoff des im Frühling eröffneten «Hemmli»-Schulgartens» auf dem Klostergelände ein geselliger Gaumenanlass.

So schauten die Schüler des Hermesbühl auf den Suppentag hin

So schauten die Schüler des Hermesbühl auf den Suppentag hin

Projekt in Schülerhand

So hatten gestern Montag rund 60 Schüler alle Hände voll zu tun: als Einweiser, Suppenschöpfer, Servicefachkräfte, Einrichtungshelfer oder Musiker der «Kürbisband». Nicht zu vergessen ist die Vorarbeit für die mit Kürbismotiven gestalteten Flugblätter, für die kreative Dekoration und für das «Mise en place» und die kulinarische Vorbereitung. Corinne Kaiser, Lehrerin im «Hermesbühl», blickt zurück: «Nicht weniger als 90 Kilo Kürbisse haben die Schüler mit Unterstützung Erwachsener im Vorfeld gerüstet.» Dessen ungeachtet landeten auch Kartoffeln, Schnittlauch und Petersilie aus dem Schulgarten im Topf. Macht summa summarum 190 Liter Suppe, die am gestrigen Tag ausgeschenkt werden konnten. Nicht wenige riefen nach der ersten Schüssel nach «Supplement»...

Doch auch die Schüler starteten freudig in den gestrigen Tag. Einige Mütter berichteten gar, so früh seien ihre Schützlinge an einem Montagmorgen noch nie aufgestanden. Elio (9) hilft beim Aufstellen der Stühle und Tische mit und findet den Anlass «recht cool». Derweil flitzt Lia (10) mit Serviceschürze durch die Gegend. «Es gefällt mir sehr, auch wenns ein wenig stressig ist», sagt sie. Und sie weiss, worauf es ankommt: «Es geht darum, gastfreundlich zu sein.» – «Hier schlüpfen die Kinder für einmal in die Rolle der Gastgeber», sagt Lehrerin Heidi Dizerens.

Hermesbühl-Schüler spielen am Suppentag auf Kürbissen Melodien

Hermesbühl-Schüler spielen am Suppentag auf Kürbissen Melodien

Fast wie Praxis-Unterricht

Doch dies ist nicht die einzige Erkenntnis, die die Kinder aus dem Projekt ziehen. «Sie sehen, dass man weit kommt, wenn man zusammen etwas erarbeitet», sagt Kaiser. Gerade angesichts der gerüsteten Kürbisse haben die Schüler ziemlich gestaunt. Und wenn die Kinder rechnen müssen, wie viele Tische und wie viele Liter Suppe für wie viele Besucher notwendig sind, dann ist das im Grunde nichts anderes als praxisorientierter «Unterricht».

Kürbis-Suppentag Hermesbühl Solothurn

René und Corinne Kaiser, Lehrer am Hermesbühlschulhaus, erzählen vom Kürbis-Suppentag aus eigener Ernte.

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