Der Solothurner Ruderclub SRC hat an seiner 106. Generalversammlung beschlossen, im Juli mit dem Neubau des Bootshauses an der Römerstrasse zu beginnen. «Wir führen heute eine Jahrhundert-GV durch», sagte Franz Herger am Freitag im Säli des Restaurants Roter Turm.

Der Präsident des Solothurner Ruderclubs SRC betonte die Bedeutung der dieser Generalversammlung wegen des geplanten Neubaus des Bootshauses. Nicht weniger als 2,1 Millionen Franken wird den Ruderclub das Projekt kosten. Die grosse Summe lässt sich allerdings mit der schieren Länge des Baus von 40 Metern leicht erklären.

Uferschutz ernst genommen

Ein erstes Projekt war vom Wünschbaren statt vom Machbaren ausgegangen und bei den Baubehörden von Stadt und Kanton aufgrund des strengen Uferschutzes gescheitert. Dann erhielt neu die phalt Architekten AG den Auftrag, ganz von vorn zu beginnen. «Die Rückmeldungen von Stadt und Kanton sind jetzt sehr positiv», informierte Aktuar Dani Schwarz die Versammlung. 

Er hoffe, dass die Baubewilligung schon bald erteilt wird. «Der geplante Baubeginn im Juli ist realistisch.» Im Juni wird sich deshalb der SRC vorübergehend beim Campingplatz einrichten.

Die neue Bootshalle wird mit feingelochten Blechen verkleidet, die eine gute Durchlüftung garantieren und ein spannendes Lichtspiel versprechen. Das Dach wird auf der Nordseite durch Lukarnen geprägt, die Licht in die Duschen und die weiteren Räume tragen. Am Ende wird das neue Bootshaus also ganz ähnlich aussehen wie jetzt das alte. «Das war nicht unsere Absicht», sagt der SRC-Präsident, «das hat sich aus den speziellen Bedingungen so ergeben. Die Vorgaben der städtischen und der kantonalen Baubehörden sind sehr streng, weil sich das Bootshaus in der Freihaltezone direkt am Ufer der Aare befindet.

Deshalb haben wir am Grundriss nichts geändert und auf der Südseite auf Lukarnen verzichtet.» Aber ist das nun ein Umbau oder ein Neubau? «Der Umbau ist so grundlegend, dass man von einem Neubau sprechen kann», erklärt Herger.

Die Finanzierung ist gesichert

Rund 235 Aktiv- und 100 Passivmitglieder hat der Solothurner Ruderclub. Davon besuchten etwa 200 die GV im Roten Turm, was einem sehr hohen Prozentsatz entspricht. Noch beeindruckender ist die Solidarität der Mitglieder: Bereits sind Spenden über 167'000 Franken auf das Konto eingezahlt worden. Seit 2008 spart der SRC fleissig Geld und hat so 418'000 Franken für das neue Bootshaus auf die Seite gelegt.

Zusammen mit versprochenen Darlehen der Mitglieder, den Beiträgen aus verschiedenen Quellen wie zum Beispiel dem Lotteriefonds und einer durch die Regiobank bereits zugesicherte Hypothek, sei der Bau finanziell gesichert und langfristig für den Verein tragbar, erklärte Finanzchef Hanspeter Preisig.

Nach der detaillierten und fundierten Präsentation entschied die Generalversammlung einstimmig und mit Applaus, dass das Bootshaus so gebaut werden soll.

Das war keine Überraschung, aber Franz Herger war trotzdem erleichtert. Seit vier Jahren ist er Präsident des SRC. Vier Jahre, geprägt durch die Planung des Baus am Römerweg. Rund 100 Jahre hatte das alte Bootshaus seinen Dienst getan. Wird das neue ebenso lange Bestand haben? «Wir bauen es für die nächsten 50 Jahre», ist Hergers Antwort. «Ob es 100 Jahre alt werden darf, das müssen die nächsten Generationen entscheiden.»

2074 Kilometer gerudert

Das Vereinsjahr 2015 ist erfolgreich verlaufen , denn es wurden 250 Ausfahrten mehr als im Jahr zuvor verzeichnet. Mit satten 2074 Kilometern ruderte Hans Rindlisbacher die längste Strccke. Geehrt wurde Jean-Louis Féraud, der nach 15 erfolgreichen Durchführungen des Achterrennens die Organisation des Traditionsanlasse an Thomas Christen übergeben hat. Für ihre zwölf Jahre als J+S-Trainerin erhielt Sylvia Mühlethaler ein Geschenk.

Und nach der perfekt ausgearbeiteten Präsentation des Jahrhundert-Projektes erstaunt es nicht, dass die Generalversammlung den gesamten Vorstand einstimmig und mit grossem Applaus im Amt bestätigte.