«Stimm NEI!»
Solothurner rappt gegen die Durchsetzungsinitiative

Ein bekanntes Solothurner Rap-Gesicht setzt nur wenige Tage vor der Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative mit seinem Musik-Kolleg ein Zeichen. Johnny Trash will im Song «Stimm Nei!» vor allem Leute zum Abstimmen animieren.

Lea Durrer
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Das Musik-Video beginnt ganz ohne Musik. Mit Politik. Der Berner SVP-Nationalrat Erich Hess weibelt für ein Ja zur Durchsetzungsinitiative. Ein Landesverweis sei keine nicht-humane Sache, meint er.

Szenenwechsel: Solothurn bei Nacht. Diesmal mit Musik. Eine Gruppe junger Menschen zieht mit Herzen in den Händen durch die Gassen der Barockstadt. Allen voran der rappende Johnny Trash alias Johnny Sollberger. «Wenn der d Schwiz öbbis Wärt isch, cha d Entscheidig nid schwär si», startet der Solothurner in den Song.

Er hat den Song «Stimm Nei!», der seit Mittwochmorgen auf Youtube veröffentlicht ist, zusammen mit seinem langjährigen Beatgeber Many More alias Jan Guggisberg produziert.

Das Ganze sei eine spontane Sache gewesen, erzählt Sollberger. Erst vor etwas über einer Woche haben sich die beiden politisch Interessierten entschlossen, ein musikalisches Zeichen zu setzen. Sie wissen, dass sie nun – nur wenige Tage vor der Abstimmung – niemanden mehr umstimmen können. «Wir wollen einfach die Leute aufrufen, abstimmen zu gehen», betont Sollberger.

Natürlich bringt der Song aus seiner Feder deshalb die Botschaft nicht weniger bestimmt an den Mann bzw. die Frau. «Die Durchsetzungsinitiative ist Schwachsinn», erklärt der 22-Jährige. Man würde viel besser anderes durchsetzen. Anderes? Verstösse gegen Menschenrechte bestrafen, Crack verbieten oder ein IQ-Test im Bundeshaus nennt er im Song als Beispiele.

Johnny Sollberger und Jan Guggisberg sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Videodrehs, bei dem 35 Kolleginnen und Kollegen mitmachten. Der Facebook-Aufruf hat ganz zur Freude von Johnny Trash und Many More auch einige unbekannte Gesichter angelockt.

Am Schluss des Musikvideos wird unter Applaus ein Abstimmungskuvert in den Briefkasten der Gemeinde Solothurn eingeworfen – Ziel erreicht, würden die beiden Musiker sagen.