Cover Me
Solothurner Rapper Manillio wandelt auf Schlagerpfaden

Spätestens seit dem Album «Irgendwo» ist Manillio über die Grenzen von Solothurn hinaus bekannt. Heute Abend ist er in der SRF-Sendung «Cover Me – Rap trifft Evergreen» zu sehen. Uns berichtet er von den Dreharbeiten.

Simon Binz
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Der Solothurner Rapper Manillio macht bei der SRF-Sendung «Cover Me» mit
4 Bilder
Simone Drexel, Manillio, Moderator Knackeboul und die HitMill-Produzenten Fred Hermann und Georg Schlunegger
Simone Drexel übt vor versammelter Mannschaft
Manillio gibt sein Rap-Können zum Besten.

Der Solothurner Rapper Manillio macht bei der SRF-Sendung «Cover Me» mit

SRF

Bei dieser Show prallen Welten und Generationen aufeinander. Man nehme ein alterndes Musiksternchen aus der Schlager- oder Popszene, einen jungen angesagten Rapper und einen bei jeder Gelegenheit beatboxenden Moderator (Knackeboul). Das ist das Konzept der Sendung «Cover Me - Rap trifft Evergreen» des Schweizer Fernsehens (SRF). Beide Teilnehmenden übergeben dem anderen einen Song, dem dieser seinen eigenen «Touch» verleihen muss.

In der vierten Folge der zweiten Staffel trifft der Solothurner Rapper Manillio auf Simone Drexel. Diese hatte 1975 mit dem Song «Mikado» den sechsten Platz am Eurovision Song Contest belegt und wurde als grosse Schweizer Schlagerhoffnung gefeiert. Nach wenigen Singles entschied sich die heute 56-jährige Ostschweizerin vor über 37 Jahren aber gegen eine langfristige Karriere.

«Chance nicht entgehen lassen»

«Anfangs wollte ich nichts mit dem Format zu tun haben», sagt der 26-jährige Manillio alias Manuel Liniger. Die Produzenten der Sendung hätten ihm aber versichert, ihn nicht «in die Pfanne zu hauen.» «Schliesslich habe ich mitgemacht, weil ich mir die Chance nicht entgehen lassen wollte.» Aufgenommen wurde die Sendung bereits vor etwa drei Wochen, an insgesamt drei Drehtagen, verteilt auf eine Woche. Dazwischen hatten der Rapper und die Schlagersängerin Zeit am Song zu basteln und ihn aufzunehmen.

«Ich kannte Simone nicht»

Im Voraus wusste Manillio nicht, wen er covern musste. Er erfuhr es am ersten Drehtag vor laufender Kamera. «Ich habe Simone nicht gekannt, auch nicht, als sie sich vorstellte. Das war mir irgendwie peinlich.» Der Rapper weiss sich aber zu entschuldigen: Ihr Auftritt beim Eurovision Song Contest sei ja auch schon 12 Jahre vor seiner Geburt gewesen.

Das Lied zu covern fiel dem Rapper indes nicht sehr schwer. «Der Song hat einen sozialkritischen Einschlag, wie man es von vielen Rapsongs kennt.» Schwieriger sei es ihm gefallen, den richtigen Zugang zu finden, um dem Song seinen eigenen «Touch» zu verleihen. «Den Text eins zu eins zu übernehmen und dann einen Rapsong daraus zu machen, wäre mir zu banal gewesen.»

Intensive Woche für die Musiker

Simone Drexel ihrerseits musste einen Song von Manillio covern. Er übergab ihr seinen bisher grössten Hit «Stärne» (200 000 Youtube-Klicks). Seinen Erfolgs-Song in die Hände einer Schlagersängerin zu geben fiel ihm nicht schwer. «Nachdem ich Simone kennen gelernt hatte, war ich mir sicher, dass sie mit dem Song keinen Unfug treiben würde.» Denn von Anfang an sei der Respekt gegenüber der Arbeit des Andern gross gewesen. Und das Resultat lässt sich laut Manillio sehen: «Ich fand es toll, was Simone aus meinem Song gemacht hat.» Auch sei er sehr zufrieden mit seiner Version von Simone Drexels «Mikado».

«Einmal ist genug»

Die Drehtage waren für die beiden Musiker sehr intensiv. Der Song musste in drei Tagen stehen. «Wenn man sich gewöhnt ist, beim Songschreiben alle Zeit der Welt zu haben, muss man sich erst mal neu arrangieren», so Manillio. Ausserdem waren die ganzen Abläufe einer so grossen TV-Produktion für ihn komplett neues Terrain.

Auch wenn es eine spannende Erfahrung gewesen sei und er es überhaupt nicht bereue, mitgemacht zu haben, für eine weitere Folge würde er sich trotzdem nicht aufstellen lassen. «Einmal ist dann doch genug», so der Rapper.