Es war ein Applaus, an den Lea Scherer und Hannah Willimann Wirth noch heute gerne zurückdenken. Das gilt ebenso für die Mädchen und jungen Frauen, die im Sommer 2014 den Konzertsaal bis auf den letzten Platz füllten.

Nun haben die beiden Leiterinnen und die rund 80 Sängerinnen des Mädchenchors diese Bühnenerinnerung auf eine CD gebannt. Das Trio «Pflanzplätz» sorgte für die instrumentelle Begleitung: Mit «Du fragsch, was i möcht singe» wurde ein Stück als Albumtitel erkoren – und der Untertitel deutet an, worum es geht: «Schweizer Volkslieder 2.0».

«Tradition gehört zu uns»

«Die Idee zum Konzert hatten wir schon lange», erinnert sich Scherer. So findet bei Auslandsreisen des Chors jeweils ein Austausch heimischen Liedguts statt. «Ausserdem identifizieren sich die Sängerinnen damit , weil sie die Lieder aus der Kinderzeit kennen», sagt Willimann.

Tradition, findet die 17-jährige Anna Müller, «gehört zu uns.» Und auch wenn zunächst nicht restlos alle begeistert waren, in eine Tracht zu schlüpfen und Volkstänze aufzuführen – zuguterletzt habe das Konzert allen Spass gemacht, so Willimann.

Berührungsängste gegenüber Folklore – die waren also bald verebbt. Und für die CD-Aufnahmen, die diesen Januar in der Hermesbühl-Aula entstanden sind, füllten die jungen Sängerinnen abermals ihre Lungen.

Zwei Tage lang wurde intensiv an den Aufnahmen gearbeitet – obwohl die Lieder schon im Vorfeld absolut sattelfest und auswendig eingeübt sein mussten. Eine neuartige Erfahrung, ist es doch die erste CD-Produktion in der Chorchronik.

Annina Oberholzer, 10, erinnert sich: «Es war spannend, die Lieder einzuüben, bis sie perfekt sassen.» Genau das können die beiden Chorleiterinnen bestätigen: «Die Mädchen waren wie Profis. Sie haben nicht vorher locker gelassen, obwohl wir von den Aufnahmen alle ziemlich erschöpft waren», sagt Willimann.

Entstanden ist ein Chorjuwel, das an Klarheit und Treffsicherheit der jungen Stimmen nicht mangeln lässt. Und auch wenn man die Herausforderung kennt, Bühnenatmosphäre für eine CD festzuhalten, vermögen es die Aufnahmen des Mädchenchors, den Live-Charakter zu transportieren.

Ist zudem vom Schweizer Liedgut die Rede, dann ist Viersprachigkeit die Konsequenz. «Wir haben so alle vier Landessprachen ein wenig näher kennenlernen können», sagt die 16-jährige Robin Falter. Neben Mundart-Klassikern wie «Luegit vo Bärge und Tal» und «S’isch mr alles eis Ding» und Liedern aus der Romandie und dem Tessin («Là-haut sur la montagne», «Vieni sulla Barcchetta») findet sich auch Liedgut auf Rätoromanisch, wie das zur Bündner «Hymne» gewordene «La sera sper il lag».

Witzig und anspruchsvoll intoniert ist auch die «Schwyzzerrapsodie», die als geografische Reise durchs Land viele Schweizer Ortschaften melodisch aufzählt.

«Sie leben für den Chor»

Mit der CD hat sich der Mädchenchor zum 15-jährigen Geburtstag einen Meilenstein gesetzt. Für Scherer und Willimann, die den Chor nächsten Februar schon zehn Jahre leiten, wird sie quasi zum Jubiläumsgeschenk.

Doch noch bevor die CD überhaupt ausgiebig gefeiert wurde, probt der Chor bereits sein Weihnachtsrepertoire. «Meinen drei Enkelkindern gibt das Singen viel Kraft», sagt eine Frau, die den Probeklängen lauscht. «Sie leben für den Chor.»

Weihnachtssingen/CD-Taufe 14. Dezember, 19.15, ref. Stadtkirche. Weitere Infos: www.solothurner-maedchenchor.ch