Noch eine Woche bis zum grossen Finale von «Curvy Supermodel». Jetzt reisen die verbleibenden neun Kandidatinnen nach Andalusien. Ausspannen an der spanischen Sonne liegt natürlich nicht drin. Auch für die Solothurner Kandidatin Vera Havrda. Schafft sie es als eine von fünf Frauen in die Finalwoche? Tatsache ist: Vier Kandidatinnen werden rausfliegen.

Nach einer Sporteinheit ruft das erste Shooting. Bei diesem liegt sogar ein Job für eine Kampagne einer Hotelkette drin. Die Frauen sollen zeigen, wie wandelbar sie sind. Es steht ein schneller Outfit-Wechsel an. Zuerst stehen die Kandidatinnen im Bikini auf dem Steg vor der Kamera. Danach heisst es: rasch umziehen und an den Strand sprinten. «Ich will zeigen, dass ich nicht unsicher bin und dass sie mich falsch eingeschätzt haben», sagt die kämpferische Vera. Im Bikini-Shooting sei sie «einfach zu sexy», meint dann die Fotografin. Am Strand kommt sie dann entspannter rüber. 

Noch bevor der Kunde überhaupt verrät, wer für die Kampagne gebucht wird, könnten bereits die ersten Kandidatinnen nach Hause geschickt werden. Vera ist nervös. Sie hätte nie damit gerechnet, dass jetzt schon eine Entscheidung ansteht. Dabei hat sie gar keinen Grund, an sich zu zweifeln! Von der vierköpfigen Jury wird sie nur gelobt. «Du hast mich zum ersten Mal begeistert», meint Jana Ina Zarrella, die sonst mit Kritik nicht geizte. Ihr Bild sei einzigartig. Die 23-Jährige habe es geschafft, in Erinnerung zu bleiben. Für Angelina Kirsch war Veras «eines der allerbesten Bilder, die wir geschossen haben».

In dieser Entscheidung heisst es bye bye Larissa und Jolanda. Und da sind es noch sieben. Ines räumt an diesem Abend noch den Hotel-Job ab. Also wird es wieder nichts mit einem Job für Vera.

Reise zur Selbstliebe

Als die Jury ein Nacktshooting am Strand ankündigt, breitet sich bei einigen Kandidatinnen leichte Panik aus. «Beim Nacktshooting bin ich nicht dabei», meint Krauskopf Ines. Für Kompromisse sei sie offen.

Vera, die mit der Luzernerin Rahel ein Zimmer teilt, hat da weniger Angst: «Ein nackter Körper war schon immer Objekt der Kunst. Wenn man das schön darstellt, habe ich kein Problem damit. Man muss jetzt endlich die Kontrolle abgeben. Für mich ist es der letzte Schritt auf meiner Reise zur Selbstliebe, dass ich mich nicht mehr verstecken kann.» Wenn sie das Shooting hinter sich habe, sei sie im Reinen mit sich.

Jurymitglied Angelina Kirsch, welche Veras Gruppe betreut, hat «Angst für Vera», wie sie am Strand verrät. «Vera ist durch ihre Vergangenheit eine der Kandidatinnen, die noch nicht 100-prozentig bei sich angekommen ist.» Ihre Angst ist nicht unbegründet. Vera verkrampft sich. «Das ganze Shooting fühlt sich echt komisch an», meint die Solothurnerin, die in Zürich studiert. 

Der Walk im Flamenco-Kostüm auf einem öffentlichen Platz gelingt Vera nicht so gut. «Nicht so fokussiert» und «ängstlich» tönt es aus der Jury. Positiv: Sie habe ihre Röcke gut gebändigt. «Ich habe mich wohlgefühlt und alles gegeben», schlussfolgert Vera.

In den letzten Wochen habe sie bemerkt, dass Veras Leistung stark von ihren Gefühlen abhinge, meint Angelina Kirsch dann in der Entscheidung. «Reicht das fürs Finale?» Beim Walk habe die 23-Jährige stark mit den Schultern gewackelt und sei mit dem Blick nicht fokussiert gewesen. «Ich war sehr enttäuscht von deinem Walk.» Oliver Tienken kann sich dem nur anschliessen. Auf dem beim Nacktshooting entstandenen Foto komme sie aber natürlich rüber. «Das gefällt mir sehr gut.» Für Jana Ina Zarrella ist es eines der authentischsten Fotos. Dennoch gibt es von ihr ein Nein. 

Weil sich mit Jan Kralitschka ein zweites Jurymitglied gegen sie entscheidet, muss Vera die Show verlassen.

Die Solothurnerin geht mit einem guten Gefühl, wie sie betont. «‹Curvy Supermodel› war hoffentlich nur der Anfang von etwas Grösserem für mich. Hier bin ich total gewachsen.» Sie sei selbstbewusster geworden. Schon nur, dass sie sich einfach so im TV zeigen könne, sei sehr wichtig für sie. «Ich konnte loslassen.» 

Mit Rahel aus Luzern ist die Schweiz dennoch im Final vertreten. (ldu)