Gewässerschutzpreis
Solothurner Künstlerin gestaltete Skulptur für Sieger BKW

Drei Künstler wurden eingeladen – eine schwang mit ihrem Entwurf obenaus. Die in Solothurn lebende Sonya Friedrich überzeugte die Jury des Schweizer Gewässerschutzpreises mit ihrer Skulptur «Libulella». Diese wurde jetzt enthüllt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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«Projekte wie die ‹Libulella› können nur gelingen, wenn alle, die sich daranbeteiligen, mehr tun, als sie eigentlich müssten»: Sonya Friedrich.

«Projekte wie die ‹Libulella› können nur gelingen, wenn alle, die sich daranbeteiligen, mehr tun, als sie eigentlich müssten»: Sonya Friedrich.

Lea Moser

Vier Verbände, die Pro Natura, der Schweizerischer Wasserwirtschaftsverband, der Verein für Ingenieurbiologie und der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute verleihen alle zwei Jahre den Schweizer Gewässerschutzpreis. Dieses Jahr wurde der hoch angesehene Preis zum ersten Mal einem Unternehmen der Wasserwirtschaftsproduktion, der Berner Kraftwerke AG BKW für ihr Kraftwerk in Aarberg, zuerkannt. «Der Preis wird für gelungene Kompromisse zwischen Nutzung und Schutz der Gewässer beim Wasserkraftwerk Aarberg ausgezeichnet», heisst es in der Laudatio, die übrigens von Nationalrätin Christa Markwalder vergangene Woche in Aarberg gehalten wurde.

Neben dem grossen Renommee, welches der Schweizer Gewässerschutzpreis inzwischen hat, wird dem jeweiligen Preisträger auch jedes Mal eine künstlerisch gestaltete Skulptur zur Erinnerung von der Jury gestiftet. Dazu lud die Jury für den Preisträger 2015 drei ausgewählte Künstlerinnen und Künstler aus dem Berner und Solothurner Mittelland ein, Vorschläge in Form einer Plastik oder eines Wandbildes für den Preisträger zu ersinnen. Im Februar wurde dann die Solothurner Künstlerin Sonya Friedrich damit beauftragt, ihr vorgeschlagenes Projekt zu realisieren. «Das hat mich natürlich sehr gefreut», sagte Sonya Friedrich anlässlich der Enthüllung ihrer Arbeit in Aarberg.

Renaturierung Beachtung schenken

In einer kurzen Ansprache machte sie den Anwesenden deutlich, welche Gedanken sie zu ihrem Werk «Libulella» bewogen. Sie wollte der Renaturierung des Flusslaufes insbesondere im Städtli Aarberg mit ihrem Kunstwerk Beachtung schenken, sagte sie. Es sollte irgendwie beweglich sein, wie das Wasser – jedoch aber nicht die Windkraft, schmunzelte sie. Sie dachte auch an die verschiedenen Tierarten im und am Wasser und stiess dabei auf die faszinierende Spezies der Libellen. «Diese schimmern und schweben am Wasser, sind leise und beweglich, können gar rückwärtsschwimmen.» Insbesondere die Libellenflügel mit ihrem Lichtspiel bezauberten die Künstlerin, und diesen wollte sie ein Andenken verschaffen. Friedrich betonte jedoch: «Kunst soll aber nicht einfach die Natur abkupfern. Sie soll etwas Eigenständiges sein, eine eigene Sprache sprechen und den Betrachtern weitere Dimensionen aufzeigen.»

So sei sie auf ihre «Libulella» gekommen. Zwei weisse Doppelflügelpaare, die sich bewegen können, einer der Flügel weist eine eigene Farbkomposition auf. Die Flügel befinden sich in fast vier Metern Höhe an einer mittelblau gefärbten Eisenröhre, die auch als eine Art Grashalm gelesen werden könnte. Ein filigranes, gut lesbares, aber auch poetisches Kunstwerk.

Das passende Kunstwerk für das Naherholungsgebiet beim BKW-Wasserkraftwerk Aarberg, welches durch die diversen Renaturierungsmassnahmen in den vergangenen Jahren entstanden ist.

Die Enthüllung des Werkes lag in den Händen der Vizepräsidentin des Bundesamtes für Umwelt Bafu, Franziska Schwarz, und Hermann Ineichen, dem Leiter Energie Schweiz bei der BKW. Sonya Friedrich bedankte sich bei den Auftraggebern und meinte, eine solche Arbeit sei für einen Künstler fast wie eine Schulprüfung. «Eine gestellte Aufgabe so gut wie möglich erledigen.» Sie meinte noch, dass es immer so sei, dass solche Projekte nur gelingen könnten, wenn alle, die sich daran beteiligten, mehr tun würden, als sie eigentlich müssten.

Diesen Gedanken verfolgten in ihren Dankesreden vorher schon die Preisgewinner, die Verantwortlichen der BKW Aarberg, sowie Aarbergs Gemeindepräsident Fritz Affolter. Nur dank dem grossen und unbeirrbaren Engagement aller habe man in den vergangenen Jahren der Alten Aare in Aarberg wieder so viel Raum geben können und somit Lebensqualität für alle schaffen können.