Solothurn
Solothurner Künstler öffnete 24 Tore in die Tanzwelt

Einen Adventskalender besonderer Art inszenierte Oleg Kaufmann mit seinen Tanzimprovisationen in unterschiedlichen Solothurner Geschäften. Nun zieht der Künstler Bilanz.

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Spiel mit Licht, Schatten und der Bewegung an 24 unterschiedlichen Orten (zvg)

Spiel mit Licht, Schatten und der Bewegung an 24 unterschiedlichen Orten (zvg)

Einen ungewohnten Anblick und dabei doch eine vorweihnächtliche Tanz-Überraschung boten Oleg Kaufmann und Annette Pflug zusammen mit Praktikantin Jana Simic von «Tamtam Produktion» in mehreren Geschäften in und rund um Solothurn. Im Sinne eines «Advents-Tanz-Kalenders» suchten sie sich insgesamt 24Aufführungsorte, um ihre improvisierten, musikalisch unterlegten Tanzperfomances darzubieten.

Die Grundidee der halb- bis dreiviertelstündigen Tanz«portionen» in Bäckereien, Boutiquen, Coiffeursalons, Restaurants stammt vom freischaffenden Künstler Oleg Kaufmann selbst: «Privatpersonen, Geschäfte und Kulturplätze öffnen ihr zu Türen, das war ein klarer Bezug zur Weihnachtsgeschichte.» 300 Zuschauer waren an den 24 Veranstaltungen insgesamt zugegen.

«Das Projekt hat den zeitgenössichen Tanz enorm in der Region gestärkt», findet Oleg Kaufmann im Rahmen seiner Schlussbilanz. So habe es der meist beschauliche, kleinräumige Charakter der Aufführungen einfach gemacht, mit den Zuschauern nach der Aufführung in Kontakt zu kommen. Auch um die digitale Nachwirkung waren die Initianten bemüht: So wurden sämtliche Performances im Internet auf einem Youtube-Kanal publiziert.

Die Arbeit an den Tanzperformances stellten aber auch besondere Herausforderungen an die Künstler, wie Kaufmann sagt: «Täglich setzten wir uns mit dem jeweils neuen Aufführungsort auseinander und reflektierten die Videoaufnahmen vom Vortag.» So wurde im Tagesverlauf jeweils eine Struktur für die Improvisation am Abend entwickelt. Ein Aufwand, der sich aus Sicht Kaufmanns gelohnt hat: «Durch die Wahl der Aufführungsorte konnten die Tanzimprovisationen ein ganz neues Publikum generieren.» Die Zuschauer seien auf zeitgenössischen Tanz und Improvisation sensibilisiert worden, «eine Kunstform, die in Solothurn und Umgebung nur spärlich vertreten ist.» (ak/mgt)