Kulturfabrik Kofmehl
Solothurner Kleinkunsttag begeistert mit Improvisationstheater

Dieses Jahr legte der Solothurner Kleinkunsttag den Fokus auf Improvisationstheater. Die Truppe Teatro Mobile gab ihr bestes, die vom Publikum vorgegebenen Themen in ein improvisiertes Theaterstück zu verarbeiten.

Wolfgang Wagmann
Merken
Drucken
Teilen
Philipp Müller und Christoph Wetterwald in einer Szene
8 Bilder
Solothurner Kleinkunsttag: Improvisationstheater in der Kulturfabrik Kofmehl
Man amüsiert sich köstlich
Joel Eschmann sucht etwas, das Philipp Müller befremdet
Joel Eschmann legt bei Reto Sperisen Hand an
Janina Malinic und Christoph Stapfer geben alles
Das Trio Malinic, Sperisen und Stapfer in Aktion
Da drückt der Schuh

Philipp Müller und Christoph Wetterwald in einer Szene

Wolfgang Wagmann

Sie sind Meister des Improvisierens und geben von einer Sekunde auf die andere den Opernstar, den Pantomimen, den Schulzensänger oder eine Baywatch-Strandnixe. Der Kleinkunsttag im «Kofmehl» fokussierte sich diesmal auf eine einzige, konstant zwerchfellerschütternde Sparte: Improvisionstheater - aufgeführt durch die eingespielte Truppe des Teatro Mobile.

Seit Jahren vor allem im Alten Spital aktiv, «verleidet» dem Publikum diese Tummelwiese für hochbegabte Spontan-Schauspieler nie - denn jeder Abend verläuft anders. Zumal Moderator Martin Fürst für einmal gleich zwei Pianisten ansagen konnte: Sven Ryf und «Mättu» Matthias Rickenbacher wetteiferten mittelalterlichen Minnesängern gleich um die Gunst des Hofes, sprich die proppenvolle Kofmehl-Halle.

Folklore-Hits wie das «Vogulisi» oder den «Schacherseppli» durften die Interpreten ums «Verrocke» in das Stakkato eines Tangos pressen oder in einen Blues giessen - das Publikum dankte es mit frenetischem Applaus oder gar einer Welle von «Carole», der zu Beginn ausgewählten «Gast-Einheizerin».

Da war es Nebensache, dass Sven Ryf mehr punktete. Denn obwohl Teamwettkampf mit Publikums-Voting, sind die verteilten Punkte am Schluss völlige Nebensache - Hauptsache, man amüsiert sich, und zwar königlich.

Wenn der «Timer» zuschlägt

Die Saal-Gastig hat jeweils auch das Recht, ausgefallenste Themen zu vergeben. Was dazu führen kann, dass eine Gruppe - in unserem Fall «die Gelben» - als Contest-Sänger auftreten musste.

Und zwar als Israeli (Remo Streit), als Finne (Philipp Müller), Albaner (Christoph Wetterwald) oder Interpret aus Papua-Neuguinea (Joël Eschmann). Da kreischten die Girls in Reihe eins, als Remo Streit zu «Shalom, Shalom!» die Hüften kreisen liess.

Einen Punktregen gabs bei den Grünen für ihre Strandshow ums knallrote Gummiboot, aber auch für ihre «Timer-Show». Dabei musste das Trio Reto Sperisen, Christoph Stapfer und die phänomenal agierende Ulknudel Janina Malinic auf Geheiss des «Timers» Johnny Sollberger ihre Szene wahlweise schnell oder in Slow-Motion rückwärts sowie vorwärts spielen - und zwar bis Sperisen und dessen Kollegin genau in der verfänglichen Pose «eingefroren» waren, die das Publikum zum Dauergrölen brachte.

Zusammengefasst wurden die Nummern durch die spassig-sonoren Kommentare von «Susi» (Leonardo Glutz von Blotzheim). Nur eines war etwas schade: Die vom Publikum geforderte Ballett-Einlage des «Sterbenden Schwans» hätte Moderator Martin Fürst angesichts des jüngsten Ereignisses rund um die Kofmehl-Bühne eher nicht zulassen sollen.