Filmtage
Solothurner Jung-Schauspielerin ist in «Der Hamster» zu sehen

Die 21-jährige Steffi Friis aus Solothurn feiert die Premiere von der Komödie «Der Hamster» in ihrer Heimatstadt. In ihrem ersten Langspielfilm mimt sie die Tochter von Roeland Wiesnekker.

Fabiana Seitz
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Steffi Friis spielt in «Der Hamster» die Tochter von Roeland Wiesnekker.

Steffi Friis spielt in «Der Hamster» die Tochter von Roeland Wiesnekker.

Fabiana Seitz

«Es ist schlicht ein überwältigendes Gefühl, wenn die bis auf den letzten Platz besetzte Reithalle vor Lachen bebt.» Grund dafür war die Premiere der Schweizer Komödie «Der Hamster» am Sonntagabend. Neben alten Schauspielhasen wie Roeland Wiesnekker war auch die Solothurnerin Steffi Friis in ihrer ersten Langspielfilmrolle mit von der Partie. Sie spielt dabei die Tochter von Toni (Wiesnekker), der mitten in der Midlife-Crisis steckt und sich nur noch von seinem Hamster verstanden fühlt, da dieser wie er auch immer älter und dicker wird.

Von Händeschütteln zu Filmpartner

Auch von Friis war so einiges an schauspielerischem Talent gefordert. In ihrer Rolle als Daniela muss sie auf Kommando weinen oder den Eltern den neuen Freund – der gleichzeitig der um einiges ältere Vorgesetzte ihres Vaters ist – vorstellen. Für die 21-Jährige aber kein Problem. Seit jungen Jahren spielt sie mit Leidenschaft Theater und hat letzten Juni die Filmschauspielschule in Kopenhagen abgeschlossen. Nebst einigen Kurzfilmen war sie bereits im «Tatort» zu sehen. Doch mit «Der Hamster» ging für Friis ein Traum in Erfüllung: «Es gibt in der Schweiz so viele schwermütige Filme. Für mich ist es eine Kunst, wenn ein Film es schafft, die Leute für 90 Minuten zum Lachen zu bringen und ein wenig den Alltag vergessen zu lassen. Und ich durfte Teil dieses grossartigen Projektes sein.»

Gerade mal eine Woche nachdem sie nach Kopenhagen gezogen war, kam die E-Mail ihrer Castingagentur für besagten Film. Und obwohl sie dann ausgerechnet beim Vorspielen mit Wiesnekker einen Hustenanfall bekam, konnte sie überzeugen. «Vor zwei Jahren habe ich Roeland Wiesnekker an den Solothurner Filmtagen schüchtern die Hand geschüttelt. Wer hätte gedacht, dass wir einmal Vater und Tochter spielen werden», meint Steffi Friis lachend.

Kein Platz für Witze

Gedreht wurde dann von Februar bis März 2014 im Raum Zürich. Friis selbst stand insgesamt während fünf Tagen, verteilt auf drei Wochen, vor der Kamera. Auf ihre Rolle vorbereitet hat sie sich, indem sie sich anhand des Drehbuches ausmalte, wer Daniela ist und was sie ausmacht. «Wann hat sie Geburtstag, welche Filme schaut sie, auf was ist sie allergisch ... Eine Rolle muss kompliziert sein, sonst ist sie nicht menschlich genug», sagt Friis. Die Dreharbeiten hätten gut funktioniert, sogar der Hamster sei wohlerzogen gewesen. Es habe immer eine lustige Stimmung geherrscht. Bis Regisseur Tom Gerber einmal mit einem Augenzwinkern gemeint habe, sie sollten sich jetzt mal alle zusammenreissen, hier sei kein Platz für Witze, man drehe schliesslich eine Komödie.

Heimspiel in Solothurn

Grund zur doppelten Freude war, dass die Premiere des Films in Friis’ Heimstadt anlässlich den Solothurner Filmtagen stattgefunden hat. «So war es mal nicht ich, die den weiten Weg nach Zürich auf sich nehmen musste, sondern die andern hatten die Ehre, Solothurn kennen zu lernen.» Dass «Der Hamster» nicht nur zwei ihrer Kollegen den Fernsehfilmpreis einbrachte (den Preis als beste Nebendarstellerin an Wanda Wylowa und den Jurypreis an Nicola Perot), sondern auch für den «Prix du Public» nominiert ist, musste im Anschluss ausgiebig gefeiert werden. Und wer konnte besser zur dafür gemieteten Gassbar führen als eine Einheimische.

Bei der zweiten Vorstellung in der Reithalle heute Mittwochabend um 20.45 Uhr wird Friis ebenfalls anwesend sein, und auch die Ausstrahlung am 1. März im Schweizer Fernsehen wolle sie nicht verpassen. Auch wenn sie stolz auf ihren Erfolg ist, ist Steffi Friis aber nicht eine dieser Frauen, die sich eine steile Glamour-Karriere in Hollywood ausmalen. Friis bleibt realistisch, so nimmt sie als Nächstes die Aufnahmeprüfungen für die staatliche Theaterschule in Zürich und Bern in Angriff. Und doch ist sie offen für alles: «Wenn man mir sagt, ich solle für meinen nächsten Film Kroatisch lernen, mache ich das mit Vergnügen.»