Theater

Solothurner Gitarrist entzückt mit brasilianischen Kompositionen

Gitarrist Jaap van Bemmelen interpretierte brasilianische Kompositionen.

Jaap van Bemmelen liess sein Publikum am letzten Freitag im Theater Delly in Solothurn in eine faszinierende Gitarrenwelt eintauchen. Er interpretierte Werke des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos.

Der Solothurner Gitarrist Jaap van Bemmelen interpretierte am Freitag im Theater Delly, an der Gerberngasse in Solothurn, Werke des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos. Die zwölf Etüden spielte er ohne eine Pause durch und man hätte in den sanfteren Passagen eine Nadel auf den Boden fallen hören können, so fasziniert lauschte das Publikum, obwohl das Theater komplett besetzt war. Erst nach 45 Minuten liess er den verdienten Applaus zu – um dann gleich mit an die brasilianische Volksmusik angelehnten Stücken zur Zugabe überzugehen.

«Heitor Villa-Lobos zu interpretieren, das stellt für jeden Gitarristen eine echte Herausforderung dar. Die Kompositionen des Brasilianers gelten als gitarrentechnischer Meilenstein», sagte Jaap van Bemmelen. Er hatte sich seit seinem letzten Konzert nur gerade vier Wochen Zeit gegönnt, um die anspruchsvollen Stücke einzuspielen.
Neben der Liebe zur Gitarre hat van Bemmelen mit Heitor Villa-Lobos noch etwas Weiteres gemeinsam. Der brasilianische Komponist reiste 1923 mit einem Stipendium nach Paris, wo er seinen einzigartigen musikalischen Stil entwickelte. Der 53-jährige Gitarrist und Musiklehrer studierte dank einem Stipendium des Kantons Solothurn 2006 ein halbes Jahr an der Pariser Cité internationale des Arts.


Im kleinsten Solothurner Theater

Vierzig Sitzplätze besitzt das Theater Delly und die Bühne ist gerade mal zwei auf vier Meter klein. Die Treppe, die in den früheren Vorratskeller an der Gerberngasse 11 führt, ist ein Genickbrecher. Das Abenteuer des Abstiegs lohnt sich: Das Delly ist das kleinste Solothurner Theater, aber es verfügt über eine kleine Bar. «Die Akustik in diesem Kellergewölbe ist ideal für die klassische Gitarre», schwärmt Jaap van Bemmelen. Er habe auch schon versucht, mit seinem Bruder Michiel hier zu spielen, aber für dessen Flöte sei die Akustik leider nicht geeignet.

Weiter geht die Konzertreihe am Freitag, den 3. März, wiederum um 18 Uhr. Dann widmet sich Jaap van Bemmelen der Blütezeit des 19. Jahrhunderts und spielt Werke von Sor und Giuliani. Der Eintritt ist wiederum frei, es wird eine Kollekte eingezogen.

Weitere Infos: www.jaapvanbemmelen.ch

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