Kunstmuseum Solothurn
Solothurner Gemeindrat will neuen Kulturgüterschutzraum

Der 6,7-Millionen-Kredit für einen neuen Kulturgüterschutzraum im Keller des Solothurner Kunstmuseums erhielt Zustimmung im Gemeinderat. Der Kredit kommt jetzt vor die Gemeindeversammlung.

Lucien Fluri
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Blick in den Kulturgüterschutzraum im Kunstmuseum Solothurn

Blick in den Kulturgüterschutzraum im Kunstmuseum Solothurn

Lucien Fluri

Alle anderen hatten sich schon zustimmend zum neuen, 6,7 Mio. Franken teuren Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum geäussert, als SVP-Mann Roberto Conti doch noch die Sicht derjenigen einbringen wollte, die nicht so oft ins Kunstmuseum oder ins Stadttheater gehen.

Er anerkenne zwar das Kunstmuseum als Bijou, sagte Conti. Doch man müsse auch sehen, dass nach dem Stadttheater nun nochmals sehr viel Geld für eine kulturelle Elite ausgegeben werde. «Das Glas überläuft», so der SVP-Mann. Er stellte in Aussicht, dass es die SVP künftig keine solchen Projekte mehr unterstützen werde - und stimmte dann wie alle anderen für das Projekt, das dem Kunstmuseum wieder genügend Platz zur sachgerechten Lagerung geben soll.

Nun kommt der Kredit im Juni noch vor die Gemeindeversammlung. Zur Erinnerung: Der neue Raum unter dem Kunstmuseum soll gebaut werden, weil die Lager- und Sicherheitsbestimmungen für die Kulturgüter nicht mehr gewährleistet ist (wir berichteten). «Im Sommer schwitzen die Bilder, im Winter schlottern sie», sagte Konservator Christoph Vögele. 3,5 Mio. Franken sind bereits vorfinanziert.

«Ja, aber» bei der CVP

Kritische Fragen hatte zuvor bereits die CVP gestellt. Katharina Leimer Keune wies darauf hin, dass die Belegung bei Baubeginn 50 Prozent nicht übersteigen dürfe, damit für künftige Ankäufe genügend Platz bleibe - was Konservator Christoph Vögele positiv beantworten konnte. Kritisch sah die CVP auch, dass die bereits erfolgten Planungsarbeiten nur im Einladungsverfahren vergeben worden waren - was Stadtbaumeisterin Andrea Lenggenhager mit der knappen Zeit begründete.

SP möchte langfristig den Ausbau

Sah die SVP das Ende von teuren Projekten gekommen, ist der unterirdische Raum für die SP erst der Anfang. Gemeinderätin Franziska Roth würdigte das Museum als Flagschiff unter den Solothurner Kultureinrichtungen. Für ihre Fraktion ist der Kulturgüterschutzraum nur der erste Schritt für einen Ausbau, der längerfristig auch oberirdisch stattfinden soll. «Ein Annexbau steht heute zwar nicht zur Diskussion», sagte Roth. Die SP werde das Thema jedoch weiter beackern.

Der Bau des Kulturgüterschutzraumes verhindere keinen Annexbau, präjudiziere ihn aber auch nicht, sagte dagegen Susanne Asperger im Namen der FDP und betonte den «unschätzbaren ideellen, aber auch materiellen Wert der Sammlung».

Dauerleihgabe stiess auf Kritik

Als grundsätzlich unglücklich sahen FDP und CVP, dass in den Projektunterlagen die Dauerleihgabe von 200 Werken Cuno Amiets vom Neubau abhängig gemacht werde. «Auch ohne diese ist der Bau nötig», sagte Susanne Asperger. Für die CVP war die Schenkung gleich ein Grund zur Frage nach weiteren Folgekosten. Ob die Stadt die Kosten für die Aufarbeitung und Restauration der Leihgabe tragen müsse, wollte Katharina Leimer Keune wissen. «Bauen wir den Raum für die eigenen Schätze oder für fremdes Hab und Gut?», fragte sie.

«Ich bin sehr erleichtert, dass der Gemeinderat die Verknüpfung nicht sexy findet», sagte Konservator Vögele. Denn die Leihgabe sei nur die Spitze. Sie zeige aber exemplarisch auf, in welche Nöte das Museum komme. Die Kosten der Leihgabe würden mit den Leihgebern aufgeteilt, erklärte Vögele. Er erhoffe sich auch einen Beitrag des Kantons, würde die Leihgabe doch die nationale und internationale Stellung der Sammlung stärken. Für den Kulturgüterschutzraum habe der Kanton allerdings einen Beitrag abgelehnt, beantwortete der Konservator eine entsprechende Frage der CVP.