Fundgegenstände
Solothurner Fundbüro: «Bei uns werden selten Stofftiere abgegeben»

Letzte Woche hat in Solothurn eine Vierjährige verzweifelt nach ihrer verlorenen Stoffgiraffe gesucht. Bis heute ist sie nicht wieder aufgetaucht. Werden solche Plüschtiere eigentlich oft auf den Fundbüros im Kanton abgegeben?

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Verloren gegangene Stofftiere werden selten auf den Fundbüros abgegeben.

Verloren gegangene Stofftiere werden selten auf den Fundbüros abgegeben.

(ub)

Ein kleines Mädchen hat Anfang letzter Woche seine geliebte Plüschgiraffe Speedy bei einem Spaziergang in Solothurn verloren. Die Eltern hingen daraufhin Plakate auf und schrieben einen Finderlohn von satten 350 Franken aus. Bisher hat sich aber nichts getan. «Die Stoffgiraffe ist nicht aufgetaucht. Jetzt hänge ich dann die Plakate ab», sagt die Mutter.

Die gesuchte Plüschgiraffe ist leider bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Die gesuchte Plüschgiraffe ist leider bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Lea Durrer

Auch im Fundbüro der Stadt Solothurn hat man das Plüschtier nicht zu Gesicht bekommen. «Die gesuchte Stoffgiraffe ist bei uns nicht abgegeben worden», bestätigt Tamara Kämpf, die Verantwortliche des Fundbüros. «Allgemein werden uns selten Stofftiere oder sonstige Dinge, die aus dem Kinderwagen fallen, gebracht.» Kämpf hat selbst schon beobachtet, dass die Leute solche Fundgegenstände eher auf einen Zaun oder eine Mauer legen, wo sie gut sichtbar sind.

Zu den am meisten abgegeben Fundstücken zählen laut Kämpf Portemonnaies, Mobiltelefone, Brillen oder auch Rucksäcke und Kleidungsstücke. Platz eins belegen aber ganz klar verloren gegangene Schlüssel.

Im Fundbüro Grenchen ist die Situation vergleichar: Oft werden Schlüssel, Handys oder Portemonnaies abgegeben. Es kommt aber auch vor, dass Plüschtiere gebracht werden. «Gerade letzte Woche haben wir einen ‹Polibär› erhalten, so einen Bär mit Polizeiuniform», erzählt ein Mitglied der Stadtpolizei Grenchen schmunzelnd.

Webseite wird rege genutzt

Auf dem Solothurner Fundbüro wird jede Woche etwas abgegeben. «Manchmal während zwei, drei Tagen nichts und dann an einem Tag gleich mehrere Gegenstände», so Kämpf. Die Anzahl abgegebener Fundstücke wird auch von der Webseite Easyfind.com beeinflusst. «Diese Seite wird mittlerweile rege von den Leuten genutzt und hat bei uns zu einer leichten Abnahme geführt.»

Auf der Webseite - die sich als «Online-Fundbüro für die Schweiz» anpreist - können sich sowohl diejenigen Personen registrieren, die etwas verloren, als auch die, die etwas gefunden haben. «Vor allem Leute, die uns aufgrund ihrer Arbeitszeiten nicht aufsuchen können, regeln die Angelegenheit über das Internet. Deshalb raten wir den Menschen, einen vermissten Gegenstand dort einzutragen», erklärt Kämpf.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass im letzen Jahr 393 Fundgegenstände im Fundbüro der Stadt Solothurn abgegeben worden sind. Davon konnten 215 dem Besitzer vermittelt werden. 130 sind fachgerecht entsorgt worden. Dies geschieht, wenn die gefundenen Dinge nach drei Monaten nicht abgeholt worden sind. Bei 48 Gegenständen war zum Zeitpunkt der Bestandesaufnahme diese Frist noch nicht abgelaufen.

«Dieses Jahr sieht es ungefähr ähnlich aus», bilanziert Kämpf. «Bisher sind zirka 200 Gegenstände abgegeben worden.» (lsc)