Entscheid

Solothurner Fasnacht findet ohne Umzüge und Grossanlässe statt – Motto wechselt ins 2022

Die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn UNO hat entschieden: 2021 finden wegen Corona keine Umzüge und Grossanlässe statt. Auf die Fasnacht soll dennoch nicht völlig verzichtet werden müssen. Die Task-Force sucht weiter nach Alternativen. 

Laute Musik, Konfettiregen und die Strassen voller Menschen, die in sich in bunten Kostümen durch enge Gassen aneinander vorbeidrängen. An all das denkt man, wenn man «Fasnacht» hört. Und all das wird es in Solothurn dieses Jahr nicht geben. Am Donnerstag gab die Covid19-Task-Force «Solothurn Fasnacht 2021» ihre Entscheidung bekannt, sowohl die beiden grossen Umzüge am Fasnachtssonntag und Fasnachtsdienstag, als auch sechs Grossanlässe abzusagen.

Nächstes Jahr finden die folgenden Anlässe nicht statt: Die Monsterguggete, der 12i Chlapf, der Zapfenstreich, die Fasnachtsabende am Sonntag und Dienstag im Stadttheater, der Fasnachtsfreitag, wie auch der Fasnachtssamstag und der DrummGugguLalaPfiff.

Ein schmerzhafter Entscheid

«Klar brüelet s’Härz», sagt Patrick Zimmermann, Ober Ober der UNO Solothurn: «Aber der Kopf sagt: Nein, es geht jetzt einfach nicht.» Die Veranstalter versuchen realistisch zu bleiben und die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist.

Dass es dieses Jahr nicht das Gleiche sein wird, kann jedoch niemand leugnen: «Für viele wird das sicher keine richtige Fasnacht sein», meint Zimmermann. Einige Guggen hätten auf Anfrage sogar gesagt, dass sie so nicht spielen werden, weil die Fasnachtsstimmung fehle.

Die Fasnacht ist viel mehr als nur eine Party

Wenn nun so viel Wichtiges wegfällt, warum die Fasnacht nicht gleich ganz absagen? Das sei nie ein Thema gewesen, meint Zimmermann. «Man könnte sagen, die Fasnacht ist ein bisschen wie eine Party vor der Fastenzeit. Aber als die erste Fasnacht stattfand, kannte man das Wort ‹Party› vermutlich noch gar nicht. Es steckt viel mehr dahinter.» Neben ihrem kulturellen Wert hat sie für Zünfte, Musiker, Verkleidungskünstler und Zuschauer auch noch eine soziale Bedeutung. Zwischen den Fasnachtsgesellschaften herrscht ein Zusammenhalt, der über den Februar hinweg das ganze Jahr hindurch reicht. «Wir wollen nicht, dass diese Verbindungen verloren gehen», so Zimmermann.

Die Fasnachtsgesellschaft erklärt in ihrer Medienmitteilung, dass bei den weiteren Anlässen die Veranstalter in der Pflicht und Verantwortung seien, die Durchführbarkeit zu prüfen. Auf Anfrage erklärt die Narrenzunft Honolulu, dass man noch nicht weiss, ob man die Chesslete durchführen kann. Dies werde noch besprochen.

Soli-Plakette kommt «à la bonöör» bleibt bis ins 2022

Die UNO wird dieses Jahr Solidaritätsplaketten produziert: Statt in Bronze, Silber und Gold wird sie nur in einer Farbe und mottolos erhältlich sein. Die Einnahmen aus dem Verkauf sollen an Gruppen gehen, die durch die ausgefallenen Anlässe Verluste zu verbüssen hatten. «So können ein paar finanzielle Löcher gestopft werden», erklärt der Ober Ober.

Die Plaketten für das Jahr 2022 sind schon produziert, wurden jedoch absichtlich noch nicht mit dem Jahr gestempelt. So kann das für 2021 geplante Motto «à la bonöör» problemlos mit ins Jahr 2022 übernommen werden.

Momentan beschäftigt sich die Task-Force weiter damit, konkrete Ideen und Lösungen hervorzubringen. Trotz Enttäuschung seien alle motiviert, noch etwas zu machen. «Im Kalender steht: In dieser Woche ist Fasnacht», meint Zimmermann, «und deshalb soll auch Fasnacht sein.»

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