Noch 3000 Kilometer
Solothurner E-Biker auf Route 66 sind gut unterwegs

Roland Grädel und Tom Wälti aus Solothurn sind mit den E-Bikes von Chicago auf den Weg nach Santa Monica in Kalifornien unterwegs. Sie kommen planmässig voran. Nach 15 Tagen sind sie bereits in Springfield, Missouri.

Lars Zurbriggen
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Roland Grädel und Tom Wälti auf der Route 66
18 Bilder
Start der Route 66 mit einem Oldtimer daneben.
Die Memory Lane, ein gut erhaltenes Stück Route 66.
Die traditionelle Weise die Route 66 zu befahren wäre sicherlich mit einer Harley Davidson, jedoch klappt dies auch mit dem E-Bike. Es dauert halt etwas länger.
Eine Tankstelle auf dem Weg zwischen Lincoln IL und Springfield IL.
Foto vor dem zweitgrössten Schaukelstuhl der Welt In Cuba Missouri.
Zwischen Cuba MO und Saint Robert MO fanden sie ein Restaurant mit BH's an der Decke.
Tom Wälti zusammen mit anderen «Bikern».
Eine Schlange überquert die Strasse. Für das Foto wurde extra Halt gemacht und umgekehrt.
Eine Stärkung in einem Barbeque Restaurant darf natürlich nicht fehlen wenn man durch die USA fährt.
Ein Radio 32 Aufkleber ist nun an einer Zapfsäule in den USA.
Wandbilder auf der Strecke gibt es viele zu sehen.
Eines der vielen Motels die besucht werden.
Eine idealer Fluchtweg war die Route 66 auch für den berüchtigten Gangster, Al Capone.
Roland Grädel vor einer Statue von Abraham Lincoln.
Und hier steht er vor Abraham Lincoln's Haus.
Viele dieser typisch amerikanischen Vorstadthäuser gibt es natürlich auch anzusehen.
Noch ist kein Ende in Sicht. 3/4 steht noch vor den Solothurnern.

Roland Grädel und Tom Wälti auf der Route 66

route66byebike

Dabei hatte Roland Grädel noch zwei Wochen vor dem Start einen Schreckensmoment zu überstehen: «An meinem Hals wurde ein Tumor entdeckt». Operieren oder nicht? War so oder so die ganze «Operation Route 66» gefährdet? Grädel entschied sich für die Operation, musste aber einige Tage bangen Wartens verbringen, ehe der Bescheid kam: der Tumor sei gutartig. «Seither geht es ihm von Tag zu Tag besser», bestätigt auch Franziska Rutz-Schumacher, die in Solothurn die Homepage der beiden Abenteurer betreut.

Die ersten Etappen

Am 7. Mai brachen die Beiden zu ihrer Reise auf. Mit dem Flugzeug ging es von Zürich nach Chicago, Illinois. Zuerst noch Sightseeing durch die Stadt, danach wurden die E-Bikes und alles weitere für die lange Reise bereitgestellt. Am 9. Mai fand dann, trotz Jetlag und schlechtem Wetter, die erste von 48 Etappen statt.

  • Chicago IL - Joliet IL (78 km)
  • Joliet IL - Pontiac IL (107 km)
  • Pontiac IL - Bloomington IL (73 km)
  • Bloomington IL - Lincoln IL (73 km)
  • Lincoln IL - Springfield IL (93 km)
  • Springfield IL - Staunton IL (106 km)
  • Staunton IL - St. Louis MO (71 km)
  • St. Louis MO - Eureka MO (66 km)
  • Eureka MO - Cuba MO (102 km)
  • Cuba MO - St. Robert MO (102 km)
  • St. Robert MO - Lebanon MO (64 km)
  • Lebanon MO - Springfield MO (116 km)

Nach 1000 Kilometern sind sie in Springfield (Missouri) angekommen und haben damit bereits einen Viertel der Strecke bewältigt. Wegen Sturmwarnung wurde dort nun ein ausserplanmässiger Ruhetag eingelegt. Durchschnittlich fahren die beiden Solothurner 87 Kilometer pro Tag. Die bis anhin weiteste Strecke, 116 Kilometer, wurde zwischen Lebanon und Springfield zurückgelegt. Die Unterkünfte für den Abend werden immer am jeweiligen Morgen gebucht. Mit den Motels und anderen Schlafmöglichkeiten seien sie sehr zufrieden und preisgünstig unterwegs.

Acht Tage benötigten sie zuvor, um den Bundesstaat Illinois zu durchqueren. Nach 500 zurückgelegten Kilometern erreichten sie den Bundesstaat Missouri. Damit war der erste von acht zu durchquerenden Bundesstaaten auf der Route 66 geschafft. Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexiko, Arizona und zuletzt Kalifornien befährt das Duo auf seiner Reise. «Der Wunsch wäre es, am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, in Santa Monica zu sein, zumindest aber in Hollywood», so Grädel. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen dazu auch die Pannenstreifen der Interstate-Highways benützt werden. In den USA ist dies für Velos aber erlaubt.

Die geplante Strecke.

Die geplante Strecke.

route66byebike

Es gibt viel zu sehen

Nebst den Stunden auf den E-Bikes werden auch möglichst viele Sehenswürdigkeiten besichtigt. Auf ihrer Strecke nach Santa Monica gibt es unzählige Museen, Wandbilder, Ausstellungen, Oldtimer und zusätzlich ist die historische Strasse von vielen typisch amerikanischen Diners und Tankstellen geprägt. In Cuba MO sahen sie den zweitgrössten Schaukelstuhl der Welt und in Springfield IL wurde das Lincoln Memorium und danach das Wohnhaus vom 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln, besucht.

Mit dem normalen Velo wäre die Reise für den 66-Jährigen Roland Grädel nicht möglich gewesen. Durch mehrere Operation aufgrund eines Lungentumors ist die Ausdauer von Grädel stark eingeschränkt, wie er berichtete. Mit hartem Training, grossem Willen und der elektrischen Unterstützung des E-Bikes ist die Reise aber möglich.

Auf der Internetseite route66byebike kann man die Reise von Roland Grädel und Tom Wälti per Live Tracker mitverfolgen. Sie bieten wunderschöne Fotos und tägliche Updates mit Kurzgeschichten zu ihrer Reise.