Joël Fabrice
Solothurner DJ mit Livestream für deutsches Label: «Hoffentlich kann ich viele Zuhörer fesseln»

DJ Joël Fabrice aus Solothurn will die Bühnen dieser Welt erobern. Während der Coronakrise hat er seine Debut-EP herausgegeben und setzt wie andere auf Livestreams. Gerade hat er für ein deutsches Label einen auf dem Attisholz-Areal aufgenommen.

Lea Durrer
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Joël Fabrice bei der Aufnahme des Sets auf dem Attisholz-Areal.

Joël Fabrice bei der Aufnahme des Sets auf dem Attisholz-Areal.

zvg

«Solothurn als meine Homebase ist mir wichtig», sagt Joël Fabrice Oester. Dort feilt er in seinem heimeigenen Studio an neuen Tracks. «Das ist mein Plätzchen, meine Bubble», so der 29-Jährige. Durch die Coronakrise konnte er mehr an sich selber arbeiten. «Ich hatte viel Zeit fürs Studio und die Produktion.»

Der DJ mit Bart und vielen Tattoos hat Grosses vor. Seit letztem Sommer ist er beim Management «Sirup Artist Agency» unter Vertrag, welches internationale Star-DJs wie EDX, Nora En Pure und Antonio Giacca vertritt. Oester will als DJ Joël Fabrice die Bühnen dieser Welt erobern.

Er spielte bereits öfters im Ausland, wobei sein Auftritt an der «Miami Music Week» im März 2019 am Bedeutendsten für ihn war. «Die Stimmung war unvergleichbar, ebenso die Location mit der atemberaubenden Skyline.» Auch seien dort viele DJs mit Rang und Namen aufgetreten. «Es war mir eine Ehre dort zu spielen.»

Debut-EP im Corona-Sommer herausgekommen

Mit der Veröffentlichung von eigenen Tracks liess sich der Solothurner, der seit sieben Jahren Musik produziert, Zeit. Seine Debut-EP mit zwei Songs im Stil von Deep und Tech House kam im Juni 2020 heraus. Mittlerweile sind es vier Stücke, das neuste mit dem Titel «Dangerous» ist ab heute Freitag auf allen Streamingplattformen zu hören. «‹Dangerous› ist ein Clubtrack mit einer dominanten Bassline, welcher eher dem Underground zuzuordnen ist», erklärt der 29-Jährige. Sein Ziel ist es, alle sechs bis acht Wochen ein neues Lied herauszubringen.

Als Musiker sei es wichtig, einen Wiedererkennungswert zu haben. Seinen Stil erklärt er so: «Eine fette Baseline, knackende Drums und ein treibender Groove.»

Von Dee Lux zu Joël Fabrice

Wie kam er überhaupt zum DJ-Dasein? Er sei schon immer musikalisch gewesen, meint Oester. Er hat Gitarre spielen gelernt und begann sich im Ausgang, unter anderem im Zürcher Club Oxa, für das Auflegen zu interessieren.

Zum ersten Mal legte er 2008 im «Casablanca» in St.Gallen auf. Damals noch unter dem Namen Dee Lux. «Durch meine Entwicklung konnte ich mich nicht mehr mit meinem ursprünglichen Künstlernamen identifizieren», blickt der DJ zurück. Er habe lange überlegt und sich dann für seine beiden Vornamen entschieden. «Joël Fabrice ist authentisch.»

Unter diesem Namen heizte er schon dem Publikum des bekannten Kaufleuten Clubs in Zürich, an der Street Parade oder an diversen Festivals, wie z.B. dem Vibez in Biel, ein. Oder eben in Miami.

Maskottchen Gilbert begleitet Joël Fabrice bei vielen Auftritten:

Vor Corona war er an den Wochenenden vor allem in Zürich, Lausanne und Luzern am Auflegen. Solothurn kam in den letzten Jahren selten zum Zug. Er spielte jedoch an den beiden letzten Weihnachtsausgaben der Partyreihe «Gente di Aare» in der Kulturfabrik Kofmehl. Die Auftritte in seiner Heimatstadt seien ihm von grosser Bedeutung. «Da begegne ich vielen bekannten Gesichtern und die Stimmung ist jedes Mal besonders.»

Livestream aus dem Attisholz-Areal

Während Corona fehlten Auftrittsmöglichkeiten. Deshalb suchte auch Joël Fabrice andere Wege, seine Hörerschaft bei Laune zu halten. Diese fand er wie andere DJs oder Bands im Livestreaming. Der erste wurde in einer Bauernhofscheune, ein weiterer in einem Silo gedreht.

Gerade diese Woche hat er auf dem Attisholz-Areal für das deutsche Musiklabel Kontor ein einstündiges Set aufgenommen. Das Label zählt auf Youtube über 5.5 Millionen Follower und hunderttausende Fans auf den Sozialen Medien Facebook und Instagram. Der Livestream wird am Samstagabend auf den Kanälen Kontors ausgestrahlt. Joël Fabrice: «Das wird ein riesiges Publikum. Viele der Zuschauer werden meine Musik noch nicht kennen. Ich hoffe, diese mit meinem Set und den beeindruckenden Bildern des Videografen Rémy Brahier fesseln zu können.»

Ursprünglich wäre der Stream auf der Wandfluh geplant gewesen. «Doch als wir alles Equipment nach oben geschafft hatten, begann es zu stürmen und wir mussten wieder umkehren», so der DJ.

Der Hammer gibt ihm Kraft

Nebenbei arbeitet Joël Fabrice noch als Zimmermann. «Dieser Job erdet mich und ich liebe das Handwerk. Als Hommage an meinen mit Leidenschaft erlernten Beruf, trage ich Hammer und Axt als Tattoo stets bei mir – diese symbolisieren für mich Kraft und stärken mich.»

Früher oder später wird er jedoch seine Arbeit als Zimmermann an den Nagel hängen. Dieser bedeutet ihm zwar sehr viel, jedoch sei das Touren als DJ seine grösste Leidenschaft und sehr zeitintensiv.