The Failures

Solothurner Band feiert neues Album und 30-jähriges Bestehen

Am Wochenende trat die Solothurner Band «The Failures» in der Kulturfabrik Kofmehl auf.

Am Wochenende hoben «The Failures» im Kofmehl ihr neues Album aus der Taufe. Das Solothurner Vierergespann besteht seit 40 Jahren.

Farbkleckse in allen Variationen prallen auf dem Cover des neuen Albums aufeinander. Ebenso bunt ist das Repertoire der altbekannten Solothurner Band «The Failures», die am Wochenende in der Kulturfabrik Kofmehl nicht nur ihren siebten und neuesten Wurf feierte, sondern auch ihr 30-jähriges Bestehen. Das Album unter dem naheliegenden Namen «Failure» ist alles andere als ein «Fehlschlag», wie ein Ohrvoll der zwölf Songs zeigt. Sie widerspiegelt viel mehr die Stilvielfalt, für die die «The Failures» – selbst ebenso wenig «Versager» – seit 30 Jahren bekannt sind. «Wir hatten im Spektrum zwischen Metal bis Reggae nie Berührungsängste», sagt Schlagzeuger Mike Stocker, der mit Bruno Flury (Vocals und Gitarre), Simon Schwab (Gitarre) und Davide Brigante (Bass) das Quartett bildet. Stocker und Flury zählen zu den Urgesteinen, den Gründern der Truppe.

Wenn die «Failures» proben, dann jammen sie

Hörbar mischen die «Failures» Rock als Basiszutat mit allen möglichen Genres, wie sie das auch sonst immer gerne taten, schmecken mal nach Blues, mal nach Grunge oder Punk, duften auch mal luftig-leicht nach Easy Listening, oder wagen einen Abstecher in Richtung Bluegrass. «Wir haben stets nach neuen Bands und neuen Sounds Ausschau gehalten», erinnert sich Stocker. Und nicht nur das: Mit fast schon orthodoxer Regelmässigkeit wird jeden Mittwochabend geprobt. Und wenn die «Failures» proben, dann jammen sie, wie Stocker erklärt. «Wir machen ein Bierchen auf, stecken unsere Instrumente ein und stimmen sie. Dann schauen wir jeweils, was passiert.» Durch das freie, harmonische Spielen miteinander kommen die vier Autodidakten auf unzählige Ideen. Und wenn man das Notenlesen und -schreiben nie gelernt hat, dann braucht es halt ein Rekorder. «Viele gute Songs gingen früher verloren, weil wir sie nicht aufgenommen haben. Heute nehmen wir alles auf», sagt Stocker, im Wissen, dass ein kaum etwas Flüchtigeres gibt wie die Magie des Momentes, die einem «Jam» innewohnt. Und so kriegt das Publikum die besten «Failures», nämlich jene im «Probi», gar nie zu hören. Das Ziel sei es zwar, mit einem weiterverfolgten Song möglichst nah bei der ersten Idee zu bleiben. «Doch oft verändern sich die Songs extrem vom ersten Jam bis zur Aufnahme.»

Der Umgang untereinander sei «unhierarchisch und unkompliziert», beschreibt Stocker. «Aber wie in einer langen Ehe gibts zuweilen Krach, vor allem vor Auftritten. «Jedoch gehört das Zoffen nun mal dazu.»

80 Songs haben die «Failures» auf Alben gebannt, zum grössten Teil Eigenkompositionen. Und es dürften insgesamt noch einmal soviele sein, die die «Failures» unaufgezeichnet gespielt haben. Auf ihren rund 400 Konzerten bereisten die «Failures» den Globus. Stocker erinnert sich an die Wanderjahre, «in denen wir viel gelernt haben». Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, Österreich, Italien, Estland und gar die USA und Jamaika. Gerade in Frankreich scharten sie eine grosse Fangemeinde um sich , «mehr noch als in der Schweiz.» Prägend war das Konzert 1993 im legendären New Yorker Punkclub CBGB, «das letzte unserer US-Tour. Und dabei flog sogar ein Schweizer Reporter nach New York, um mit uns zu reden.»

Die «Failures» sind häuslicher geworden

Zum Teil legten die «Failures» stattliche Distanzen zwischen den Gigs hin. Damals. Doch in den vergangenen 20 Jahren sind sie häuslicher geworden, bedingt durch Beruf und Familie, weiss Stocker. Und: Die Fangemeinde ist zusammen mit den «Failures» älter geworden, «das ist fast bei jeder Band so.» Dennoch: Die beiden erwachsenen Söhne von Mike Stocker wissen zu schätzen, was die Band ihres Vaters im Probi, auf der Bühne ebenso wie jetzt im Studio zustande  bringt. So wurde mit dem Album «Failures» ein stilistisch, sprachlich und thematisch buntes Werk geschaffen.

Und mit «D’Schnurre zue» hat es auch ein Mundartstück Gesellschaftskritik auf die Platte geschafft, der Stockers Söhnen besonders gefällt. Die «Failures» lassen dabei angesichts der grassierenden Polemik in den sozialen Medien anständig Dampf ab. Auch wenn sich bei den «Failures» sonst vieles um die Liebe dreht.

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