Märet-Fescht
Solothurn wird zur grossen Festhütte

Für das Märet-Fescht ist OK-Chef Marco Lupi schwer auf Achse: 7 km notierte gestern um 14.30 Uhr sein Schrittzähler bereits – bis nach dem Gospelgottesdienst am Sonntag dürfte eine zweistellige Zahl folgen.

Wolfgang Wagmann
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Maeretfest 2011 - az-Verleger Peter Wanner am Stand der az Solothurner Zeitung beim Zuckerwattendrehen

Maeretfest 2011 - az-Verleger Peter Wanner am Stand der az Solothurner Zeitung beim Zuckerwattendrehen

AZ

«Alles ist gut gelaufen und auch das Wetter spielt mit», was will der Organisator mehr. Nun, die kleinen Ärgernisse zum Auftakt blieben Lupi nicht erspart: «Da gab es doch Leute, die mit ihrem Offroader in die Stadt fuhren, um in der Suteria Gipfeli zu holen!» Denn die Trödler oben am Baseltor hatten schon früh ihre Positionen hinter den Ständen eingenommen, «sie sind immer die Ersten.»

Im Grossen und Ganzen «gäng wie gäng»: Viele Besucher und viel Bier am Märet-Fescht.
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Ein blaues Bändeli gab es ab 18, ein gelbes schon ab 16 Jahren.
Eiszeit am Märet-Fescht.

Im Grossen und Ganzen «gäng wie gäng»: Viele Besucher und viel Bier am Märet-Fescht.

Hanspeter Bärtschi

Zuversichtlich war der OK-Chef gestern Nachmittag auch, was das neue Bändeli-Regime für den Alkohol-Ausschank an jugendliche Festbesucher anbelangte. «Wir hatten am Dienstag im Kofmehl eine gute Sitzung mit den Barbetreibern und ihrem Personal. Man steht hinter dem Konzept. Ich hoffe, es stösst auch bei den Jungen auf Akzeptanz.» Zur Erinnerung: Nur Leute mit einem Armbändel erhalten zwischen 16 und 23 Alkohol am Märet-Fescht, die unter 18-Jährigen mit einem andersfarbigen Armband natürlich nur Bier (wir berichteten). Zum Thema gesperrte St. Ursentreppe, die auch künftig für das Fest nicht mehr zur Verfügung stehen soll (vgl. rechts), kann Marco Lupi nur auf die Diskussionsbereitschaft des OKs verweisen. Und allenfalls sei man ebenfalls bereit, eine Gebühr für die Benützung der Treppe zu entrichten.

Im Reich der Ansichtskarten

Lange bevor das Nachtleben auf dem Klosterplatz oder im Kollegiumshof so richtig losbricht, kommen die Trödler auf ihre Rechnung. Denn am Nachmittag sind vor allem ihre Stände rund um St. Ursen hoch im Kurs. Peter «Beppo» Wälchli wird von Interessenten für alte Ansichtskarten nur so überrannt, «und zwei Ölbilder habe ich auch schon verkauft.» Solche mit Solothurner Sujets seien gefragt, «doch Stiche will niemand mehr.» Deshalb hat Wälchli sie gleich zu Hause gelassen.

Ganz anders die Ansichtskarten: Gängige Sujets von Städten wie Solothurn bringen eine Zehnernote, «Raritäten aus kleineren Dörfern wie Lüsslingen oder Nennigkofen gleich das Fünffache», weiss Routinier Wälchli, der schon das Märet-Fescht besuchte, als der Trödlermarkt noch im Kreuzacker beheimatet war. «Unser Märet wird geschätzt, weil hier nicht Profis ihre Sachen anbieten, sondern Leute, die noch Erschwingliches am Stand haben.»

Margrith Wegmüller aus Walliswil bei Bipp ist für ihren Bruder eingesprungen und hat deshalb Märet-Fescht-Premiere. «Sonst sind wir eher an richtigen Brocantes, vor allem in Olten. Aber mir gefällt die Atmosphäre hier in Solothurn. Es hat überraschend viele Leute für einen Freitag.»