Konzertfestival

Solothurn wird um einen neuen Kultur-Leuchtturm reicher

Die Classionata-Macher: Dirigent Andreas Spörri (l.) und Sponsorchef Peter Kammer.

Die Classionata-Macher: Dirigent Andreas Spörri (l.) und Sponsorchef Peter Kammer.

Die erste Classionata in der Kantonshauptstadt gibt schon im Vorfeld viel zu tun.

«Wir sind auf Kurs», sagt Andreas Spörri, künstlerischer Leiter der Classionata Solothurn, welche vom 3. bis 7. April 2019 zum ersten Mal in der Reithalle und im Konzertsaal in Solothurn durchgeführt wird. Vor 20 Jahren lancierte Spörri das Musikfestival mit Operette, Konzert und Workshops in Mümliswil. Nach zehn Ausgaben im Thal wird das Festival nun in der Ambassadorenstadt durchgeführt. «Mir ist der Dreiklang der Operette – Musik, Schauspiel und Bewegung – wichtig», hebt Spörri sein Engagement für dieses Musik-Genre hervor. Man kennt ihn als Spezialisten der Wiener Operette im In- und Ausland. Er erfahre immer mehr, dass die Operette als Kunstform geschätzt werde, insbesondere da nun auch das Zürcher Opernhaus wieder vermehrt Operetten ins Programm aufnehme.

«Momentan organisieren wir für den kommenden Frühling die Technik, den Bühnenaufbau, haben das Regiekonzept an die inzwischen engagierten Solisten verschickt und entscheiden uns für Kostüme und gastronomische Details», berichtet er über den Stand der Arbeiten. «In den kommenden Tagen reise ich nach München, um mit dem Orchester Proben durchzuführen; Reiseziel ist auch Wien, wo ich mit den Sängerinnen und Sängern proben werde.» Viel zu tun also für den gebürtigen Aargauer, der in Hochwald lebt. Spörri ist nämlich nicht bloss Classionata-Dirigent und künstlerischer Leiter. Er ist Intendant, bei dem alle Fäden – von der Hotelreservierung bis zur Inserateplatzierung – zusammenlaufen.

Willkommen in der Stadt

Der Entscheid, die Classionata künftig in der Kantonshauptstadt durchzuführen, sei richtig gewesen, sagt Spörri weiter, wenn auch für ihn und sein Team die neue Classionata arbeitsintensiver ist. «Wir fühlen uns willkommen in der Stadt», sagt er. «Die Wertschätzung, die wir erhalten, die Beachtung ist gewaltig». Im Classionata-Programm findet neben der Strauss-Operette «Die Fledermaus», das Sinfoniekonzert «Aus der Neuen Welt» von Antonin Dvorak, sowie die Sonntagsmatinee «ein musikalischer Morgenspaziergang» mit Melodien von Tschaikowsky bis Puccini statt. Zudem wirkt der Solothurner Mädchenchor mit. Als Festivalorchester wurden die Münchner Symphoniker engagiert. Deren Intendantin, Annette Josef, sagt: «Wir freuen uns, dass die wunderschöne Barockstadt Solothurn während der Classionata eine ganze Woche im Zeichen der Musik stehen wird. Als Orchester in Residence präsentieren wir dem Schweizer Publikum gerne die ganze Bandbreite der Münchner Symphoniker». Peter Kammer, zuständig für das Sponsoring und den Gönnerverein, sagt zu seinem Arbeitsbereich: «Wir sind gut unterwegs». Zur Budgeterreichung fehlen ihm die drei bis vier Festivalpartner. «Bei den Gold-, Silber- und Bronze-Sponsoren sollten wir im Laufe dieses Herbst/Winters die gesetzten Ziele erreichen.»

Um das Projekt finanziell abzusichern, hat Kammer eine private Stiftung ins Leben gerufen und eine Anschubfinanzierung sichergestellt. Über Zahlen wollen beide nichts verraten. Kammer: «Es ist klar, dass Sponsoren und Spender bei einem solchen erstmaligen Projekt noch etwas zurückhaltend sind. Sie wollen zunächst wissen, wie es läuft», weiss er, der selbst Unternehmer ist. Für eine künftige Ausgabe der Classionata versucht er, ein kleines Team zusammenzustellen, welches ihm bei der aufwendigen Sponsorensuche behilflich sein wird. «Die von mir errichtete Stiftung hat den Zweck, die Classionata längerfristig zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Die finanzielle Basis für das Festival soll jedoch eine breite Abstützung in Wirtschaft und Gesellschaft sein», ergänzt er.

Selbstverständlich Classionata

Von Behördenseite der Stadt und Kanton Solothurn habe man Zusicherungen für Unterstützung bekommen, wofür man sehr dankbar sei. «Es wird gewünscht, dass die Classionata sich zu einem weiteren Leuchtturm im kulturellen Leben in der Stadt entwickelt», so Spörri. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Classionata wird die Gastronomie sein. «Mit dem Hotel ‹La Couronne› verfügen wir über ein Haus mit vier Sternen als Festivalhotel. Für den Festivalbesucher werden attraktive Spezialangebote wie ‹Ticket und Festival-Menu› offeriert und hier logieren auch alle Solisten der Classionata», verrät Spörri. Zudem werden im sogenannten Festival-Genusszelt gleich neben der Reithalle weitere kulinarische Wünsche erfüllt.

Zählt man alle Aufführungen der Classionata zusammen, werden 4200 Plätze angeboten. «Schön wäre, wenn es in Zukunft für die Kulturliebhaber zur Selbstverständlichkeit würde, jeweils eine der Classionata-Veranstaltungen besucht zu haben», wünscht sich der Dirigent.

Als «Amuse Bouche» findet am kommenden Freitag, 2. November, um 19.30 Uhr im Konzertsaal ein Sinfoniekonzert mit den Münchner Symphonikern und der jungen Star-Geigerin Fanny Clamagirand statt. Deren Lehrerin Anne-Sophie Mutter sagt über sie: «Sie gehört seit der ersten Tournee 2011 zu meinem Ensemble ‹Mutter’s Virtuosi›. Ich bin stolz darauf, dass sie ihr herausragendes Können in Solothurn unter Beweis stellen kann.»

Infos: www.classionata.ch

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