Gemeinderat
Solothurn will sich an Traglufthalle in Zuchwil beteiligen

Der Gemeinderat bekennt sich zur geplanten Traglufthalle im Sportzentrum Zuchwil – mit einem einmaligen Betrag von 450'000 Franken und einem jährlichen Zustupf von 25'000 Franken an den Betrieb.

Andreas Kaufmann
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So könnte die Traglufthalle über dem Schwimmbecken in Zuchwil ab 2019 aussehen (Illustration)

So könnte die Traglufthalle über dem Schwimmbecken in Zuchwil ab 2019 aussehen (Illustration)

zvg

Gemeinderatskommission formiert

Ebenfalls wurde anlässlich der ersten Gemeinderatssitzung der Legislatur die Zusammensetzung der Gemeinderatskommission (GRK) festgelegt. Demnach erhält die FDP drei Sitze, die SP bloss zwei Sitze, und die CVP sowie die Grünen je einen Sitz.

Als ordentliche Mitglieder Einsitz haben werden Kurt Fluri (FDP), Beat Käch (FDP), Marco Lupi (FDP), Matthias Anderegg (SP), Katrin Leuenberger (SP), Pascal Walter (CVP) und Heinz Flück (Grüne). Die ebenfalls nominierte Corinne Widmer (SP) unterlag.

Als Ersatzmitglieder gewählt wurden René Käppeli (SVP), Urs Unterlerchner (FDP), Charlie Schmid (FDP), Lea Wormser (SP), Reiner Bernath (SP), Gaudenz Oetterli (CVP) und Laura Gantenbein (Grüne). Hier unterlag der nominierte Näder Helmy (SP).

Das letzte Wort zur Besetzung in der GRK dürfte allerdings noch nicht gesprochen sein. Die SP erhebt Anspruch auf einen dritten Sitz, zuungunsten der FDP und stützt sich dabei auf die proportionale Sitzverteilung im Gemeinderat. Entsprechend kündigte die SP-Fraktion auch unmittelbar nach dem Ratsgeschäft an, den gefällten Entscheid gerichtlich anzufechten. (ww/ak)

Ein Bekenntnis «sportpolitischer wie auch regionalpolitischer Bedeutung», wie Stadtpräsident Kurt Fluri es nannte, hatte der neu vereidigte Gemeinderat als erstes Geschäft der neuen Legislatur zu behandeln. So soll sich unter regionaler Beteiligung ab Herbst 2019 im Freibad des Sportzentrums Zuchwil eine Traglufthalle erheben, die Wassersport im Winter unter Dach und Fach bringt – sprich im 50-Meter-Aussenbecken einen Winterbetrieb ermöglicht.

«Regionalpolitisch» bedeutsam, weil es auch nach der gescheiterten Fusion von Solothurn und Zuchwil ein Bekenntnis der Zusammenarbeit darstelle, so Fluri. «Sportpolitisch» wichtig, weil gerade seit der Schliessung des «Hermesbühl»-Hallenbads zu wenig Wasser für Sportgruppierungen zur Verfügung stehe. Stefan Hug, Gemeindepräsident von Zuchwil, sowie Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums, verliehen dem Anliegen Nachdruck.

«Flucht nach vorne»

Das «kühne Unterfangen» einer Gesamterneuerung nach 40 Betriebsjahren werde von einer «Flucht nach vorne», sprich der geplanten Traglufthalle, begleitet, so Hug. 8,6 Mio. Franken soll die Sanierung kosten, die durch Druckluft getragene Aussenhalle weitere 1,35 Mio. Hierbei will sich unter anderem die Stadt mit 450'000 Franken beteiligen – ebenso an den jährlichen Betriebskosten von 260'000 Franken, und zwar mit einem Beitrag von 25'000 Franken. Ebenso beteiligt sind die Gemeinde Zuchwil, der kantonale Sportfonds, nähere Regionsgemeinden sowie Sponsoren.

Energiekritische Fragen

«Die Zusammenarbeit auf regionaler Stufe zeigt auf, wie die Finanzierung von Infrastruktur im Sportbereich laufen muss», begrüsste Gaudenz Oetterli (CVP/GLP) die Idee. «Im Gesamtbudget einer Gemeinde ist eine solche Sportanlage ein grosser Posten», betonte auch Corinne Widmer (SP) die Wichtigkeit der Zusammenarbeit. Marco Lupi (FDP) stiess ins gleiche Horn: «Das Sportzentrum ist eine regionale Institution, von der auch die Stadt profitiert.» In Anbetracht der Heizenergie, die aus der Kebag-Fernwärme stammen soll, kamen energiekritische Bemerkungen – neben der SP – auch von den Grünen: «Wir gehen aber davon aus, dass die energiesparendste Variante durchgesetzt wird», sagte Stefan Buchloh.

Den Standortvorteil des Sportzentrums mit überregionaler Ausstrahlung lobte indes René Käppeli (SVP): «Zuchwil ist ideal in der Mittellandregion.» Tatsächlich gibt es aktuell in der Nordwestschweiz kein anderes derartiges Angebot. Entsprechend eindeutig fiel der Entschluss: Der Gemeinderat sicherte seinen finanziellen Beitrag an der Traglufthalle einstimmig zu. Im November dann werden die Zuchwiler für dieses Projekt zur Urne gebeten.

Stadtschulen bekennen sich zu iPads für die Sekundarstufe I

Ferner befand der Gemeinderat über das neue ICT-Konzept der Stadtschulen. Dabei geht es um die technische und finanzielle Anschaffungsplanung für Informatikmittel im Unterricht. Konkret beschloss der Rat einstimmig einen Kreditbetrag von rund 215'000 Franken für die nächsten drei Jahre, um in der Sek I. eine 1:1-Ausstattung der Schüler mit iPads zu ermöglichen, gleichzeitig aber auch einen Pool an Notebooks bereitzustellen.

«Gerade fürs Schreiben von Bewerbungen sind diese noch nötig», so Schuldirektorin Irène Schori. Ebenso wurde entschieden, die ICT-Kosten künftig im regulären Budgetprozess einzugliedern. Ein entsprechender Gegenantrag der CVP/GLP-Fraktion, das ICT-Konzept nach wie vor in einem separaten Geschäft zu behandeln, scheiterte.