Unterhalt

Solothurn will 3 Millionen Franken in die Sanierung des Fussballstadions stecken

Das Stadiongebäude soll für 2,8 Mio. Franken saniert und umstrukturiert werden.

Seit 1931 beherrscht die alte Holztribüne das Stadion des FC Solothurn. Doch das Dach rinnt und betrieblich lässt das Gebäude etliche Wünsche offen. Nun will die Eigentümerin, die Stadt Solothurn, fast 3 Mio. Franken in die Sanierung investieren.

Von aussen sieht es noch ganz proper aus, das altehrwürdige Stadiongebäude des FC Solothurn mit seiner mächtigen Holztribüne. Doch nun muss sich der Gemeinderat kurz nach dem «Päckli» Badi-Sanierung bereits wieder mit einer grösseren Investition in die Sportinfrastruktur befassen: 2,8 Mio. Franken soll die Sanierung des Stadiongebäudes kosten, was einen Ergänzungskredit von 2,6 Mio. Franken bedingt. Immerhin auch hier die gute Nachricht: Bereits sind 1,5 Mio. Franken vorfinanziert – auch in diesem Fall dank der fast durchwegs überragenden Rechnungsabschlüsse der letzten zwei Jahrzehnte.

Das Dach ist nach nur 25 Jahren nicht mehr dicht

Die Stadt – nach den gescheiterten Sportzentrumsplanen der 70ger Jahre zur Stadion-Eigentümerin geworden und so vertraglich in der Unterhaltspflicht für die ganze Anlage – hat auch schon einiges für den FC Solothurn getan. So wurde 1993 westseitig der Tribüne ein Erweiterungsanbau realisiert, 2009 nach der Stehrampen-Sanierung auch ein Kunstrasenfeld fürs Training erstellt und schliesslich im vergangenen Frühling der neue Garderobenpavillon mit je neun neuen Garderoben und Duschräumen zur Benützung übergeben.

Ein Hauptauslöser für die Sanierung ist jedoch das verzinkte Dach, das mit der Erweiterungsbau realisiert wurde. «Das Dach rinnt an diversen Stellen. Wasserauffang-Provisorien sind mehrfach im Obergeschoss fix installiert», hält dazu das Stadtbauamt fest. Was in der vorberatenden Gemeinderatskommission GRK auch etwas Verwunderung ausgelöst hatte, dass nach nur 25 Jahren bereits solche Mängel aufgetreten sind. Immerhin könnte jetzt für die nächsten 30 bis 40 Jahre eine solange haltbare Photovoltaik-Anlage installiert werden. Und noch ein Schwachpunkt soll ausgemerzt werden: Bisher blieb wegen den Querlatten auf dem Dach gegen mögliche Schneerutsche so mancher fort gedroschene Ball oben gefangen...

Wo der Zahn der Zeit sonst noch nagt

Energetische Massnahmen sind jedoch geplant, denn das beheizte Erdgeschoss hat gegenüber der unbeheizten Tribüne keinen thermischen Abschluss. «Wärme und Feuchtigkeit können ungehindert durch die dürftig gedämmte Erdgeschossdecke dringen», hat man festgestellt. Fenster am Lebensende, die veraltete Wasseraufbereitung durch Kollektoren, die mit der Dachsanierung wegfallen, sowie Risse in der Fassade sind weitere «Problemzonen», die behoben werden sollen. Immerhin: Die typische Holzkonstruktion aus den dreissiger Jahren sei in einem guten Zustand und «bedarf nur einer Reinigung und neuer Pflege.» Weiter sei die Bodenschalung lokal zu ersetzen; «die Holzbänke sind gesamthaft aufzufrischen.»

Das ganze Tribünengebäude soll betrieblich neu organisiert werden – möglich gemacht durch den gewonnenen Platz mit der Auslagerung der alten Garderoben in den neuen Pavillon. Im Gegenzug werden dort nun eine Trainergarderobe mit vier Duschen, eine Duschgelegenheit für Frauen im Sanitätsraum, Materialräume, Büro-Arbeitsplätze und eine Garderobe für die Platzwarte geschaffen.

Und die Mutter aller Fragen

Während der Bauzeit von rund einem Jahr ab dem nächsten Juni sei der Trainings-und Matchbetrieb im wesentlichen kaum eingeschränkt. Einzig die Holztribüne werde in dieser Zeit nicht nur Verfügung stehen, erklärt das Stadtbauamt. Ersatzraum soll zudem mit Containern sichergestellt sein. Damit ist ein klarer Zeithorizont abgesteckt, in dem der FC Solothurn mit Einschränkungen leben muss. Eine Frage allerdings, gestellt durch Stadtschreiber Hansjörg Boll in der GRK, muss das Stadtbauamt dem Gemeinderat am 29. Oktober noch bearbeiten: «Reichen diese Investitionen aus, falls der FCS dereinst den Aufstieg schaffen sollte?»

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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