Stadtbummel Solothurn
Solothurn, was wünschst du dir?

Was wünschen Sich Frau Solothurnerin und Herr Solothurner unters Bäumli? Ein kleiner Stadtbummel durch die Wunschliste der Stadt.

Maria Brehmer
Maria Brehmer
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Weihnachtsstimmung an der Aare

Weihnachtsstimmung an der Aare

Erinnern Sie sich noch an die Zeit als Kind, als das Wunschzettel-Schreiben zu Weihnachten noch zu den verheissungsvollsten Momenten des ganzen Jahres gehörte? Als Sie noch ganz gross denken durften – und sich vom Pony bis zu einem neuen Sandkasten-Gspändli einfach alles wünschen konnten? Wer einen Wunschzettel ans Christkind schreibt, verrät einiges über sich selbst. Das gilt auch für Erwachsene. Denn wer wünscht, der muss sich fragen: Was hab’ ich schon – was will ich noch? Das neue Handy? Das schnellere Auto? Das grössere Sofa?

Auf Wunschzetteln stehen Dinge, die man gerne hätte, hätte man mehr Geld. Auch Solothurns Wunschzettel wäre da keine Ausnahme. Eine neue Garderobe und ein Kunstrasen für das Fussballstadion wünscht sich die Stadt schon lange. Die Badi wünscht sich eine bessere Technikzentrale. Manche Kreise wünschen sich tiefere Steuern. Oder wie wär’s mit der heiss ersehnten Stadtmistsanierung?

Notieren wir also «Garderobe», «Kunstrasen», «Badi», «Steuersenkung» und «Stadtmist» auf unseren Wunschzettel. Wobei das Christkind Letzteres vielleicht falsch verstünde. Schreiben wir also lieber «ein paar Millionen» mit dazu.

«Wünsch dir nicht schon wieder Geld, Kind», hören wir unsere Eltern mahnen. Geld ist fantasielos. Frei von ideellem Wert. Und schliesslich von vorübergehendem Nutzen (auch ein Kunstrasen wetzt sich irgendwann ab). Was wünschen wir uns also zum grossen Fest für unsere Stadt?

Einen offenen Ort der Besinnung? Haben wir. Mit der Verenaschlucht, bald wieder wunderschön beleuchtet mit Hunderten von Kerzen. Weisse Weihnachten? Gibt’s ziemlich sicher auf unserem Hausberg. Einen stressfreien Heiligabend? Am 24. Dezember bleiben in Solothurn die Geschäfte geschlossen. Einen Weihnachtsbaum für alle? Die Tanne auf dem Amthausplatz erhellt auch die trübsten aller Nächte – und wird Jahr für Jahr von Unbekannten liebevoll geschmückt. Ein Weihnachtsessen an einem Tisch, an den sich jeder setzen darf? Gibt’s in der Gassenküche. Und Geschenke für die weniger Privilegierten? Nie war in Solothurn mehr freiwilliges Engagement zu spüren als in diesem Jahr.

Man könnte meinen, uns fehlt es an nichts. In diesem Sinne: Allen ein wunschlos glückliches Weihnachtsfest.

Was wünschen Sie sich für die Stadt Solothurn? Schicken Sie mir Ihre Wünsche an maria.brehmer@azmedien.ch.