Solothurn
Viel Harmonie, kaum Differenzen: Die beiden Kandidaten fürs Stadtpräsidium trafen das erste Mal aufeinander

«Wie halten Sie es mit der Natur?», war die Gretchenfrage des Podiums zur Stadtpräsidiumswahl in Solothurn. Markus Schüpbach und Stefanie Ingold diskutierten über Erholungsräume und Biodiversität. Eine Rezension.

Fabio Vonarburg
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Das erste Podium mit Markus Schüpbach und Stefanie Ingold

Das erste Podium mit Markus Schüpbach und Stefanie Ingold

Tom Ulrich

Das erste Podium, das erste Aufeinandertreffen vor den Stadtpräsidiumswahlen vom 13. Juni. Der beste Treffer landete dabei jedoch weder Markus Schüpbach (FDP) noch Stefanie Ingold (SP), sondern Fabian Gressly, der als Gesprächsleiter fungierte: «Eure Mitstreiterin hätte ich jetzt beinahe gesagt», sagte Gressly im Verlaufe der Podiumsveranstaltung zu Markus Schüpbach und fügte an: «Aber das dann aber wohl nicht gerade. Eure Konkurrentin auch nicht, weil ich habe nicht gerade das Gefühl, dass ihr miteinander ins Sägemehl steigt.» In der Folge benutzte Gressly den Begriff Mitbewerberin beziehungsweise Mitbewerber.

Tatsächlich hätten Ingold und Schüpbach beinahe als Team am Podium teilnehmen können, das vom Naturförderverein Solothurn und Umgebung organisiert worden war und wegen der Pandemie ohne Publikum vor Ort stattfand. Verfolgen konnte man das Gespräch per Livestream oder kann es nun noch via www.jump-tv.ch nachschauen. Das Thema: Die Natur- und Energie-Zukunft in Solothurn. Die inhaltliche Differenz der beiden für das Stadtpräsidium-Bewerbenden: überschaubar. Beide betonten, dass die Plätze der Stadt grüner werden könnten und damit der Aufenthalt an Hitzetagen angenehmer.

Das Podiumsgespräch zum Nachschauen:

Youtube: jumpTelevision

Beide betonten, dass Biodiversität sehr wichtig ist und dass die Stadt diesbezüglich bereits vieles richtig macht. Beide betonten die Wichtigkeit von Innovationen, beide waren sehr gut vorbereitet, beide hielten bei der Blitzfragerunde, bei der nur Ja oder Nein möglich war, beinahe immer dasselbe Schild in die Höhe. Und beiden kaufte man es ab, dass ihnen die Natur, aber auch der grüne Erholungsraum in der Stadt Solothurn sehr wichtig ist.

Nun, dies wäre nun die Stelle in diesem Text, indem die Unterschiede beleuchtet würden. Aber tatsächlich fällt es schwer: Der FDP-Kandidat Schüpbach hob noch etwas mehr die Digitalisierung hervor, mit deren Hilfe der Bevölkerung etwa aufgezeigt werden könnte, wie vielfältig die Natur in Solothurn ist. Die SP-Kandidatin Ingold redete noch etwas länger als ihr Mitbewerber über mögliche Renaturierungen von Gewässern, wie etwa vom Wildbach. Was nicht heisst, dass sie sich in diesen Themen uneins waren.

Vor Ort waren keine Zuschauer. Der Anlass wurde aber per Livestream übertragen.

Vor Ort waren keine Zuschauer. Der Anlass wurde aber per Livestream übertragen.

Tom Ulrich

«Fast 30 Fragen waren es», sagte Moderator Fabian Gressly zum Schluss. «Es war fast ein wenig ein Postenlauf und für die Leute zu Hause vielleicht ein Orientierungslauf.» Nun, die wenigsten Zuschauerinnen und Zuschauer waren wohl viel schlauer als zuvor, wem sie denn nun ihre Stimme geben sollen. Klar ist: Zumindest bezüglich den Themen Natur und Grünraum in der Stadt können sie bei der Stimmabgabe nicht viel falsch machen. Der Sieger des Abends war deshalb auch der Naturförderverein, der von beiden Seiten klare Bekenntnisse erhielt.

Und die beiden Bewerber um das Amt? Die gehen vielleicht gemeinsam Joggen. Ein Hobby, das sie teilen. Zumindest lud Schüpbach Ingold zu seiner sonntäglichen Aarerundi ein.