Altstadt
Solothurn verliert drei Geschäfte auf einen Schlag: «Kunden kaufen vermehrt im Internet ein»

Gleich drei Geschäfte gehen in den nächsten Wochen an der Hauptgasse zu. Zwei davon gehören zu der mit grossen Problemen kämpfenden Modebranche.

Wolfgang Wagmann
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Ex Libris gibt den Solothurner Standort an der Hauptgasse 33 im Januar auf.

Ex Libris gibt den Solothurner Standort an der Hauptgasse 33 im Januar auf.

Wolfgang Wagmann

Wohl die bekannteste Adresse, die künftig in Solothurn fehlen wird, ist das seit Jahrzehnten zum Stadtbild gehörende Medien-Geschäft Ex Libris an der Hauptgasse 33, das zur Muttergesellschaft Migros gehört. «Wir schliessen die Filiale in Solothurn, allerdings erst im neuen Jahr. Der letzte Verkaufstag ist voraussichtlich der 20. Januar», bestätigt Marie-Christine Schindler, Media- und Blogger-Relations von Ex Libris in Dietikon auf Anfrage.

«Nicht mehr rentabel»

Die Filiale gehe zu, «weil sie nicht mehr rentabel war», so Schindler. «Das liegt daran, dass sich das Konsumverhalten generell verändert hat. Kunden kaufen vermehrt im Internet ein.» Zudem würden vor allem Filme und Musik, aber auch Bücher immer öfter über das Internet digital heruntergeladen. Zur generellen Situation von Ex Libris ergänzt sie: «Wir überprüfen unser Filialnetz regelmässig auf seine Rentabilität. Das wird das nächste Mal nach Vorliegen des Jahresabschlusses der Fall sein.»

Serbelnde Modebranche

Schon seit geraumer Zeit kämpft die Modebranche mit ähnlichen Problemen – so waren zuletzt innert kurzer Zeit alle Läden des Labels Cristina’s wieder aus den Altstadt-Gassen verschwunden. Nun hat auch das Modegeschäft Biba neben der «Suteria» nach dem Konkurs des Mutterhauses in Deutschland mit einem Totalausverkauf den äusserst kurzfristigen Auszug aus ihrem Ladenlokal wohl noch vor Weihachten angekündigt.

Etwas geordneter verläuft der Rückzug aus dem Solothurner Geschäftsleben nur zwei Häuser westlich von Ex Libris an der Hauptgasse 31: Dort ist das französische Mode-Label Caroll eingemietet. Offenbar stehe die Aufgabe des Geschäfts auf Ende Februar mit der Neueröffnung einer Filiale in Bern in Zusammenhang, dann aber auch mit der mangelnden Rentabilität des Standorts in Solothurn.

Wie rasch die drei Lokale wieder neue Mietparteien finden werden, ist derzeit noch ungewiss – Interessenten hätten sich bereits umgeschaut, ist zu vernehmen. Aber eine konkrete Nachfolge ist noch für keine der drei Lokalitäten bekannt.