Solothurn
Teilnahme zurückgezogen – An der HESO gibt es kein Schwingerzelt

Dem OK des Schwingerzelts ist das finanzielle Risiko zu gross, es verzichtet auf eine Teilnahme an der HESO. Auch, weil sich viele der jungen Helferinnen und Helfer testen lassen müssten.

Judith Frei
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2018 war Corona noch kein Thema und das Schwingerzelt an der HESO.

2018 war Corona noch kein Thema und das Schwingerzelt an der HESO.

Hanspeter Bärtschi

«Als wir erfahren haben, dass die HESO dieses Jahr stattfindet, waren wir sofort dabei», erklärt Manuel Nützi, OK-Präsident vom Schwingerzelt. Man habe sich auf die Messezeit gefreut und schon neue Ideen für das Angebot entwickelt. Ein Public Viewing für das Saisonhighlight Kilchberger Schwinget, das nur alle sechs Jahre stattfindet, stand zur Diskussion.

In normalen Jahren ist das Schwingerzelt im Schanzengraben zu finden. Am Tag gibt es dort einen Sportparcours für Kinder und Jugendliche, der ihnen das Schwingerwesen näherbringt. In der Nacht wird in dem Zelt getanzt und gefeiert.

Vieles zusammengekommen

So gross die Vorfreude war, so gross war dann auch die Enttäuschung, als das OK den Entschluss fasste, doch kein Schwingerzelt aufzustellen. «Es kamen so viele Sachen zusammen, dass wir keine Möglichkeit sahen, als unsere Teilnahme zurückzuziehen», erklärte Nützi.

Das Schwingerzelt wird von drei Schwingklubs betrieben, nämlich den Schwingklubs Solothurn und Umgebung, Mümliswil-Ramiswil und Thal-Gäu. Das Ziel sei es stets gewesen, die Vereine und so das Jungschwingerwesen finanziell zu unterstützen. Die Helferinnen und Helfer an der HESO arbeiten daher gratis, die meisten von ihnen seien noch jung und nicht geimpft. Diese hätten sich vor der Arbeit testen müssen. Nützi meint:

«Die Helferinnen und Helfer hätten Geld bezahlen müssen, um arbeiten zu können. Das wäre einfach nicht logisch gewesen».

Ausserdem müssten diese in einem Zelt, wo 500 bis 600 Feierenden tanzen, arbeiten, viele Freiwillige haben gesundheitliche Bedenken geäussert.

Es wurde überlegt, ob das Zelt verkleinert werden könnte, doch die Technik würde gleich teuer bleiben. «Es wäre für uns so oder so ein finanzielles Risiko gewesen», meint Nützi. Das Schwingerzelt war ein beliebter Ort für Jüngere. Er vermutet, dass diese Altersgruppe tendenziell weniger geimpft ist, und ob diese sich testen lasse, das wisse er nicht.

Es steht schon jetzt fest, dass man am zweiten Wochenende den Test selber bezahlen muss, denn der Bund übernimmt die Kosten der Tests per 1. Oktober nicht mehr. «Ich denke kaum, dass die Jungen so viel Geld ausgeben können und wollen, um bei uns einkehren zu können», ist Nützi skeptisch.

Finanzielles Risiko zu gross

Wenn dann die Auslastung nur 50 Prozent ist, dann müssten die drei Schwingklubs ihrem Projekt Schwingerzelt finanziell unter die Arme greifen. Das Risiko sei dem OK zu gross. Wegen Corona seien schon genug Events abgesagt worden, was die Vereinskassen strapaziert.

Ausserdem bestehe immer noch die Möglichkeit, dass weiter Einschränkungen erlassen werden, die das Nachtleben betreffen. Die Organisatoren und Teilnehmenden haben zwar einen finanziellen Schutzschirm, dieser wird aber nur geöffnet, wenn die HESO abgesagt wird, und nicht bei Einschränkungen.

Mit Wehmut

So hat man sich dazu entschieden, das Zelt dieses Jahr nicht im Schanzengraben aufzustellen. «Wir würden eigentlich am Montag mit den Bauarbeiten beginnen und erst wieder eine Woche nach HESO den Schanzengraben verlassen», meint Manuel Nützi wehmütig.

Die Schwingervereine werden aber trotzdem an der HESO vertreten sein. Am Samstag, 2. Oktober, wird der HESO-Jungschwingertag in der Sportarena stattfinden.

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