Längst haben Laptops und Tablets nicht nur für den Anschauungsunterricht, sondern als Kulturtechnik, als Mittel zum Zweck im Klassenzimmer Einzug gehalten. Und die zunehmende Komplexität der Materie lässt nur eine Konsequenz zu: Die Infrastruktur und ihre Bewirtschaftung – zusammengefasst «ICT» – gehört in die Hände von Profis.

Diese Grundhaltung herrscht an den Solothurner Stadtschulen schon lange. Und so befindet man sich derzeit auf der Suche nach einem neuen Partner für ihre Informatikdienste. «Generell bevorzugen wir einen kundenfreundlichen – sprich proaktiven –, professionell funktionierenden Support mit Kenntnis der spezifischen Bedürfnisse einer Schule sowie der örtlichen Gegebenheiten», erläutert Schuldirektorin Irène Schori auf Anfrage.

ICT – ein Schulschwerpunkt seit 18 Jahren

Seit 2001 besteht ein ICT-Konzept für eine koordinierte Beschaffung und Bewirtschaftung der Informatikmittel für den Unterricht. Ab 2005 unterhielten die Stadtschulen einen Dienstleistungsvertrag mit der Regio Energie Solothurn.

Darin war der ICT-Support für die Notebooks und Desktop-Computer für alle Schulhäuser geregelt – inklusive für Peripheriegeräte, sowie den Unterhalt der Netzwerkinfrastruktur. Dabei konnten niederschwellige Problemstellungen auch direkt von Verantwortlichen aus dem Lehrerkörper bearbeitet werden.

Keine zeitgemässer Support

2017 jedoch wurde der Vertrag mit der Regio Energie gekündigt. Die Vereinbarung entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die ICT-Infrastruktur, begründete Schori damals. Eine für beide Seiten vertretbare neue Vereinbarung wurde nicht gefunden. Stattdessen kam Mitte 2018 mit der Solothurner Firma dplan zwischenzeitlich ein anderer Dienstleister zum Einsatz, der seither die Server- und Netzwerkinfrastruktur betreibt und überwacht, sowie konzeptionell berät und Support leistet.

Wie dem Register des öffentlichen Beschaffungswesens zu entnehmen ist, sucht nun die Einwohnergemeinde mit Eingabefrist bis Ende Juli einen langfristigen Partner für die geleisteten Dienste. Kriterien beinhalten den Wunsch nach einer zeitgemässen Lösung mit effizienter Unterstützung, hoher Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Systems.

Ob sich ebenfalls die bisherige Anbieterin dplan oder gar die Regio Energie Solothurn am Ausschreibungsverfahren beteiligen, ist unbekannt. Zuschlagserteilung und Vertragsabschluss erfolgen voraussichtlich im September, die Übernahme und Migration der Dienste während der Herbstferien ab Ende September.

Statt Samsung kommt Apple zum Zug

«Alle Schulhäuser verfügen über ein den Anforderungen einer gut funktionierenden ICT-Struktur entsprechendes WLAN-Netz», konsolidiert Schori mit Blick auf andere, zwischenzeitlich bewältigte technische Herausforderungen. Zentral sei der Austausch der Lehrkräfte über eine im Aufbau befindliche Dokumentenablage.

Bewährt habe sich überdies der Einsatz von iPads auf Sek-I-Stufe. Darauf aufbauend sollen nun auch auf Primarstufe die fünfjährigen Samsung-Geräte durch Apple-Geräte ersetzt werden. «Für die Lehrpersonen bedeutet dies eine Einführung ins neue Betriebssystem.»

Für den Wechsel ausschlaggebend gewesen sei vor allem die Option, alle Schülergeräte zentral verwalten zu können. «Der Lehrperson ist es möglich, Einblick auf das iPad des Schülers zu erhalten und bei Bedarf auch Einstellungen und Einschränkungen vorzunehmen», sagt Schori. Weiter seien iPads weniger reparaturanfällig als die Samsung-Tablets.

Damit «Kids flott im Netz» unterwegs sind

In die rasanten schulischen Entwicklungen eingebunden werden im Übrigen auch die Eltern. Für sie wurden im Mai spezielle Abende zum Thema Medienbildung organisiert. So hat die Schule Brühl unter dem Titel «Kids flott im Netz» Elternanlässe für die 3. bis 6. Klasse durchgeführt. «Leider erschienen trotz Anmeldung viele Eltern nicht», bedauert Schori und macht gleichzeitig auf die Bedeutung von «Kids flott im Netz» aufmerksam.

In einer Weiterbildung werden zuerst die Lehrpersonen fit gemacht. «Diese können den Kindern Themen wie Cybermobbing, Games, das Recht am eigenen Bild, Smartphones, Datenschutz und Social Media vermitteln.» Aber auch die Eltern werden einbezogen. «Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass ein aufmerksames Begleiten der Kinder unabdingbar ist», so Schori.