Rechnung der Stadt Solothurn
Solothurn steht für ein weiteres Jahr im Geldregen

Kaum überrascht zeigte sich Solothurns Finanzverwalter Reto Notter über das Ergebnis der Rechnung 2012: 3,2 Mio. Franken wurden mehr in die Stadtkasse gespült, als budgetiert. Statt eines Defizits von 1,2 Mio. gabs nun einen Überschuss von 2 Mio.

Wolfgang Wagmann
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Solothurns Finanzverwalter Reto Notter.

Solothurns Finanzverwalter Reto Notter.

Andreas Kaufmann

«Dieses Resultat kam dank der Auflösung der nicht mehr benötigten Vorfinanzierung für den Bahnhofplatz zustande. Dann aber auch dank höheren Steuereingängen bei den Juristischen Personen», betont Notter. Insgesamt übertraf der Steuerertrag das Budget um 1,6 Mio. Franken. Dabei musste die Stadt Solothurn erstmals die Folgen des Synthes-Wegzugs nach Zuchwil verkraften. «Mehr als die Hälfte» des in der Regel mehrere Millionen betragenden Steueraufkommens seien schon 2012 nicht mehr nach Solothurn geflossen - in der nächsten Rechnung wird es gar nichts mehr sein.

Positiv auf der Einnahmenseite habe sich aber auch der Buchungsgewinn aus dem Verkauf der Baugesellschaft Rosengarten (1,5 Mio. Franken) sowie einer weiteren Tranche Regiobank-Aktien in Stadtbesitz ausgewirkt. «Diese Aktion ist aber jetzt abgeschlossen», so Notter, «die restlichen 10000 Aktien oder 20 Prozent des Aktienkapitals bleiben in unserem Verwaltungsvermögen.»

Generell gute Zahlen

Der Aufwand blieb mit 1,8 Mio Franken oder 2,4 Prozent unter Budget, «doch die Fürsorgekosten steigen weiter», nennt der Finanzverwalter den Hauptpunkt beim Aufwand, der höher als bugetiert ausgefallen war. Dank nicht realisierten Projekten schliesst die Investitionsrechnung mit Nettoinvestitionen von nur 6,6 statt der veranschlagten 8,3 Mio. Franken ab.

Das sind 17,9 Prozent Budgetunterschreitung, und in der Summe aller positiven Faktoren resultierte so ein Selbstfinanzierungsgrad von 146,4 Prozent - gefordert ist im Budget jeweils zwingend einer von mindestens 70 Prozent. Weitere erfreuliche Folge: Pro Kopf erhöhte sich in der Stadt Solothurn das Vermögen von 2448 auf 2566 Franken.

Geld fürs Kunstmuseum

Trotzdem bleibt das Eigenkapital der Stadt bei 30 Mio. Franken, denn die gut 2 Mio. Franken Ertragsüberschuss dienen dem Speisen von weiteren Vorfinanzierungen: 1 Mio. kommt dem Erweiterungsbau des Kulturgüterschutzraums im Kunstmuseum zugute, je eine halbe Million soll die Sanierung der Schulhäuser Fegetz und Vorstadt erleichtern. Trotzdem, Reto Notter warnt: «Es wird enger.» Denn letztes Jahr hatte Solothurn noch einen Ertragsüberschuss von sagenhaften 10,3 Mio. Franken erzielt - grösstenteils dank dem Steuerertrag, der 2011 noch um 6,5 Mio. Franken höher lag als in der jetzigen Rechnung ausgewiesen.

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