Solothurn
Knatsch um Bewilligung: Vorstadt-Bar «The Dock» muss Aussensitzplätze wieder abbauen

Die Bar The Dock bei der Wengibrücke müsste einen Teil der Aussenbestuhlung wieder wegräumen, würde es nach der Stadtpolizei und dem Stadtbauamt gehen. Inhaber Markus Moerler wehrt sich jetzt gegen den Hü-Hott-Kurs der Behörden.

Judith Frei
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Das Bödeli auf der Wengibrücke gehört dem Dock.

Das Bödeli auf der Wengibrücke gehört dem Dock.

Hanspeter Bärtschi/SZ

Durch die Auflagen des Bundes, die die Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen, arbeiten die Beizerinnen und Beizer schon seit eineinhalb Jahren unter erschwerten Umständen. Die Stadt versucht nun, den Betroffenen zu helfen: «In der Stadt Solothurn sind wir dem Gastgewerbe entgegengekommen, indem wir ihm im Sommer – notabene gebührenfrei – mehr Flächen im Freien zur Verfügung gestellt haben, damit dieses sein Platzangebot trotz Abstandsregeln aufrechterhalten konnte», erklärt Kurt Fluri die Strategie der Stadt Solothurn gegenüber dem Schweizerischen Städteverband.

Die Stadtpolizei ist für die Bewilligung der Nutzung des öffentlichen Raums zuständig, das Stadtbauamt ist für die Gestaltung und Möblierung des öffentlichen Raums. Die Bewilligungen sind bis Oktober befristet.

Von der Regelung konnte auch das «The Dock» bei der Wengibrücke profitieren. «Schon letztes Jahr durften wir drei Tische auf dem Trottoir aufstellen», sagt Markus Moerler, Inhaber der Bar. Die Stadtpolizei sei schon letztes Jahr proaktiv auf ihn zugekommen und hat ihn gefragt, ob er von der neuen Regelung Gebrauch machen will. Zuerst hatte er Zweifel, ob diese Tische direkt an der Berntorstrasse von den Gästen benutzt werden. Entgegen seiner Einschätzung waren diese Plätze im Sommer letzten Jahres sehr beliebt.

Als dann diesen Frühling die Stadtpolizei wieder auf ihn zukam, hat er das Angebot dankend angenommen. Dieses Mal hatte er die Idee, weniger Tische auf dem Trottoir hinzustellen, sondern das Bödeli gerade am Brückenkopf zu nutzen, wo eine öffentliche Bank stand.

Moerler hat ein Gesuch für seine Idee eingereicht, die dann Ende April gutgeheissen wurde. Die Polizei hat in dem Verfahren veranlasst, dass der Werkhof die Bank beim Bödeli abmontiert. Jetzt stehen dort Tische und Stühle vom Dock. «Der Platz ist bei unseren Gästen sehr beliebt», sagt Moerler. Von diesem Ort hat man Sicht auf den Landhausquai mit der Kathedrale im Hintergrund. «Das ist die schönste Sicht in ganz Solothurn», sagt der Wirt lachend.

Die Verfügung wurde geändert

Anfang Juli kam dann wieder Post von der Stadtpolizei. Die Bewilligung, die er im April erhalten hatte, wurde geändert. «Entgegen der ersten Bewilligung vom 30. April 2021 ist der öffentliche Grund auf der Nordseite der Bar Dock nach Absprache mit dem Stadtbauamt ab dem 12. Juli 2021 nicht mehr zu verwenden, da sich dort eine der Öffentlichkeit zugängige Sitzbank befindet», steht in der neuen Verfügung.

Gegen diese Verfügung hat er jetzt Einsprache erhoben. «Ich verstehe nicht, warum die Bewilligung zurückgezogen wurde», meint Moerler ratlos: «Es ist übrigens gleichzeitig eine gratis Problemlösung für die Stadt.» Denn die Bank sei Anziehungspunkt gewesen, wo Drogen konsumiert wurden und wo Littering ein Problem gewesen sei.

Weder die Stadtpolizei noch das Stadtbauamt äussern sich zum vorliegenden Fall, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

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