Solothurn
Sanierung der Badi Solothurn: Wie die Raupe in ihrem Kokon

Das Freibad Solothurn wird saniert. Ein Blick auf die Baustelle zeigt, dass die meisten Arbeiten im Untergrund passieren.

Judith Frei
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Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Statt Fahrräder oder Personenwagen stehen momentan Kleinlaster und Vans der Handwerker auf dem Parkplatz des Freibads. Gitter sperren den Eingang ab, der gesamte Eingangs- und Garderobentrakt ist mit Plastikblachen eingepackt wie eine Raupe in ihrem Kokon. Statt Kindergeschrei und plätscherndes Wasser hört man es hämmern und das Kreischen einer Säge.

Lukas Reichmuth, Abteilungsleiter Hochbau des Stadtbauamts

Lukas Reichmuth, Abteilungsleiter Hochbau des Stadtbauamts

Hanspeter Bärtschi

Hier sind die Sanierungsarbeiten im vollen Gange. «Die Besucher werden nach Abschluss dieser ersten Bauetappe weniger bemerken als am Ende der zweiten Etappe, obwohl die erste baulich aufwendiger ist», erklärt Lukas Reichmuth, Chef Hochbau der Stadt Solothurn.

«Das Augenfälligste wird der Eingangsbereich werden», erklärt Reichmuth: Neu wird der Kassenbereich verglast sein. Dafür wurden alle bestehende Wände entfernt. Im hinteren Bereich der Kasse, wo es bis anhin einen kleinen Aufenthaltsraum für das Personal gab, wird ein kleiner Kiosk und eine Ausleihstation entstehen. Der Aufenthaltsraum wird in den Garderobentrakt verlegt. Soeben sind zwei Arbeiter dabei, den Rahmen für das Glas, welches die ganze Eingangsfront ausmachen wird, aufzustellen.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

«Damit wir die Badi Anfang Mai aufmachen können, muss der Eingangsbereich fertig sein», so Reichmuth. Der Stand der anderen Arbeiten sei weniger entscheidend. Bis jetzt seien sie mehr oder weniger im Zeitplan, sagt der Chef Hochbau. «Wir haben Lieferverzögerungen bei den Trennwänden der Garderobe und gewisse Beton-Arbeiten konnten wir nicht machen, da es zu kalt war», sagt er.

Auf der rechten Seite des Eingangsbereichs wird es neu nicht nur mehr Garderobenschliessfächer geben, sonder auch Duschen und Toiletten. Im unteren Stock für die Männer, im oberen Stock für die Frauen. «So sind die Schliessfächer nahe bei den Nasszellen», erklärt Reichmuth.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Hier gibt es neu auch Garderoben für die Vereine, die Bademeister und im hinteren Ende einen Werkraum, wo die Abfallcontainer untergebracht werden. Für den Umbau musste eng mit dem Denkmalschutz zusammengearbeitet werden, da das Gebäude unter Schutz steht. Bei der Neuanordnung der Räumlichkeiten sei es wichtig, dass die Eingriffe nicht zu drastisch seien, die Unterschutzstellung habe aber die Arbeiten nicht behindert.

Wenn die Badi diesen Frühling wieder öffnet, wird der neue Garderobenbereich noch nicht fertig sein. «Wir werden den Bereich erst mit der zweiten Etappe fertigstellen», sagt Reichmuth. So hat man einen Puffer und wenn die Sanierung länger dauert, könne man trotzdem rechtzeitig zu Saisonbeginn die Türen öffnen. Reichmuth deutet auf einige Betonsäulen oder Abschnitte bei der Decke, wo Stücke herausgebrochen sind. «Wir sind dabei, diese Abplatzungen zu reparieren.» Im Winter war es aber teilweise so kalt, dass diese Arbeiten erst später gemacht werden konnten.

Im Gespräch mit Lukas Reichmuth, Chef Hochbau

Hanspeter Bärtschi

Der Initialzünder für die Sanierungsarbeiten gab der Boden im Eingangsbereich. «Er drohte wegzubrechen und durfte nicht mehr mit schweren Sachen belastet werden», erklärt Reichmuth. Das Freibad ist unterkellert, eine Treppe hinter dem Kassenbereich führt in das Untergeschoss. Dort stehen zehn grosse rote Wassertanks, die bis zu 1500 Liter Warmwasser für die Duschen fassen können. Unzählige Leitungen und Röhren führen an der Decke entlang. «Dass das Bad unterkellert ist, kommt uns jetzt entgegen. So können wir leicht die Wasser- und Abwasserleitungen verlegen», so Reichmuth.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Nur gerade im Raum, wo sich die Wassertanks befinden, kann man aufrecht stehen, der Gang, der unter dem Garderobentrakt führt, ist so niedrig, dass man sich bücken muss. Reichmut zeigt auf die Decke: «Diese Hourdisdecke – das ist eine Tonholplatte – ist brüchig.» Sobald man sie berührt, bröckelt der Ton ab. Die Technikarbeiten, die man im Untergrund macht, sind aufwendig und garantieren, dass die Wasserinstallationen und die Elektrik funktionieren und der Boden nicht unter den Füssen der Badegäste wegbricht. «Hier im dunklen Keller werden momentan die meisten Arbeiten gemacht, aber die Badegäste sehen sie nicht.»

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Reportage aus dem Schwimmbad Solothurn. Augenschein auf der Baustelle des Umbaus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

In der zweiten Etappe, welche noch dieses Jahr nach Saisonende beginnt, wird der Restauranttrakt neu gemacht. Ein Lift soll in das Restaurant führen. Die Garderoben, die sich darunter befinden, werden auch neu gemacht. «Wenn wir nächsten Frühling die Badi eröffnen, dann sieht man sicher viel mehr», meint der Chef Hochbau. Wie der Schmetterling, der aus dem Kokon schlüpft.

Für die Eröffnung dieses Jahres sollte nichts im Weg stehen, ausser geltende Coronabestimmungen verbieten sie.