Solothurn
Nach besten Semester in der Geschichte steht die Regiobank vor Veränderungen

Die Regiobank Solothurn blickt zurück auf ein erfolgreiches 2020 und auf ein spezielles Jahr voraus. Im Sommer steht der Umzug in den renovierten Hauptsitz an.

Fabio Vonarburg
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Portrait Markus Boss, CEO Regiobank

Portrait Markus Boss, CEO Regiobank

Michel Lüthi

Das Büro des CEOs befindet sich in einem Provisorium, wenige Schritte von den provisorischen Bankschalter im Container entfernt. Die Regiobank Solothurn befindet sich im Umbruch. Der Grund ist der derzeitige Umbau des Hauptsitzes, der im August abgeschlossen sein soll. Zudem läuft es der Bank gut, wie der Jahresabschluss 2020 zeigt. Ein Rück- und Vorausblick in sechs Zitaten von CEO Markus Boss:

«Bestes Semester in der Geschichte der Regiobank»

Die Aktionärinnen und Aktionäre der Bank haben erfreuliche Post erhalten: «Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr können wir Ihnen nun einen durchwegs erfreulichen Jahresabschluss präsentieren», heisst es im neuesten Aktionärsbriefs. Oder wie es Markus Boss im Gespräch sagt: «Das zweite Semester war das beste in der Geschichte der Regiobank Solothurn.»

Man habe ein besseres Semester als das erste erwartet, berichtet Boss. «Aber nicht, dass es so gut wird.» So betrug der Geschäftserfolg für das zweite Semester 9,12 Mio. Franken. Zusammen mit dem Resultat des ersten Semester erreichte die Bank einen Geschäftserfolg von 16,49 Mio. Franken.

Dividende soll erhöht werden

Die Bilanzsumme der Regiobank Solothurn hat sich mit 176,7 Mio. Franken im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Damit übersteigt die Bilanzsumme erstmals die 3,1 Mia. Franken Grenze. Die Ausleihungen (Kredite und Hypotheken) stiegen um 92,4 Mio Franken. In der Erfolgsrechnung konnte der Erfolg aus dem Zinsgeschäft, trotz tiefer Zinssätze, um 1,07 Mio. Franken erhöht werden. Die Bank erreichte 2020 einen Geschäftserfolg von 16,49 Mio. Franken. Der Jahresgewinn liegt mit 7,9 Mio. Franken um 2,3 Prozent über dem Vorjahr. Darum schlägt die Regiobank Solothurn ihren Aktionären an der schriftlichen Generalversammlung erneut eine Erhöhung der Dividende vor. Und zwar um 2.50 Franken auf 82.50 Franken pro Aktie. (fvo)

«Stand heute geht es unseren Kunden trotz Corona gut»

Die Coronakrise hat das Geschäft der Regiobank somit nicht negativ beeinflusst. Wie die Bank in der Mitteilung schreibt, verursachte die Pandemie gewaltige Anstrengungen - insbesondere organisatorisch und im Bezug auf die IT. Zudem sei das COVID-19-Kreditprogramm arbeitsintensiv gewesen. Im Zuge von diesem hat die Bank Kredite in der Höhe von 36 Mio. Franken vergeben.

Boss zieht im Blick auf die vielen Firmenkunden der Bank ein erfreuliches Zwischenfazit: «Stand heute geht es unseren Kunden trotz Corona gut.» Die Auswirkungen der Krise auf die Bonität der Firmenkunden sei bislang gering. «Wir haben aber den Eindruck, dass die zweite und die allfällige dritte Welle schwieriger werden könnte.»

«Die Absage der Generalversammlung schmerzt»

Wegen Corona fällt dieses Jahr die traditionelle Generalversammlung in der Eishalle in Zuchwil aus. Wie bereits im letzten Jahr. Dafür wird eine schriftliche Generalversammlung durchgeführt. «Dies hat im vergangenen Jahr tipptopp funktioniert», so Boss.

Dennoch: «Die Absage der Generalversammlung schmerzt. Es ist für uns eine wichtiger Event.» Jeweils rund 1400 Aktionärinnen und Aktionäre nehmen daran teil.

«Mit der Splittung möchten wir vermehrt auch jüngere Aktionäre gewinnen»

An der schriftlichen Generalversammlung im Mai können die Aktionäre auch darüber abstimmen, ob die Aktionen im Verhältnis 1 zu 5 gesplitten werden. Sprich aus einer Aktie würden fünf. Und der Wert einer einzelnen Aktie würde sich somit auf rund 800 Franken reduzieren.

«Mit der Splittung möchten wir das Aktionariat verbreitern und vermehrt auch jüngere Aktionäre gewinnen.» Es gebe keinen speziellen Grund, dass die Bank zum jetzigen Zeitpunkt eine Splittung vorschlägt. «Im Vergleich mit anderen Regionalbanken ist bei uns der Preis einer einzelnen Aktie sehr hoch und für einige unserer Kunden eine zu grosse Investition.»

«Unsere Vorfreude auf den renovierten Hauptsitz ist riesig»

Im vergangenen Sommer haben die Sanierungsarbeiten des Hauptsitzes der Regiobank begonnen. Voraussichtlich im September geht es vom Provisorium zurück. «Unsere Vorfreude ist riesig», sagt Boss. Besser als vorher werde vor allem die räumliche Aufteilung.

So sind künftig die Büroräume der Mitarbeiter klar vom Bereich mit den Gesprächszimmer abgetrennt. Und die einzelnen Teams sind räumlich näher beieinander.

«Auch nach Corona ist neu Homeoffice möglich»

Bis Corona kam, war Homeoffice in der Regiobank nicht vorgesehen. In der Zwischenzeit wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen und Homeoffice ist in der Bank für die meisten Alltag. Jetzt hat die Bank auch für Nach-Corona die Homeoffice-Bestimmungen angepasst. «Auch nach Corona ist neu Homeoffice möglich», sagt Boss. Und zwar ein Tag in der Woche. «Wir haben im letzten Jahr festgestellt, dass auch von Zuhause aus effizient gearbeitet wird.»