Solothurn
Letzte Gemeindeversammlung mit Kurt Fluri: Postplatz sorgt erneut für rote Köpfe

An der letzten Rechnungsgemeindeversammlung von Stadtpräsident Kurt Fluri waren wieder die Plätze der Stadt ein grosses Thema.

Judith Frei
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Die letzte Gemeindeversammlung von Kurt Fluri.

Die letzte Gemeindeversammlung von Kurt Fluri.

Hanspeter Bärtschi

Am Dienstagabend hat Stadtpräsident Kurt Fluri zum letzten Mal die Rechnungsgemeindeversammlung geleitet. Es wurde eine gute Rechnung 2020 präsentiert (Berichterstattung folgt), doch am meisten zu reden gab die Neugestaltung des Postplatzes. Schon im Voraus hatte ein Anwohner angekündigt, dass er einen Rückweisungsantrag stellen wird, was er dann auch getan hat. Es soll überprüft werden, ob es nicht besser sei, den Bus im Norden des Platzes durchzuführen und nicht der Aare entlang, wie es die Umgestaltung vorsieht. Der Platz an der Aare soll für Fussgänger reserviert bleiben.

«Mich stört, dass diese Variante nicht einmal überprüft wurde», sagt eine weitere Sprecherin und meint, dass sie mit der Zwischenlösung – dem Potzplatz – gut leben könne. Bei den Voten wurden immer mehr Aspekte des Projekts in Frage gestellt. Wieso sage man, dass es eine Bewegungszone ohne Konsumzwang sei, wenn man dann gleichzeitig auch Anschlüsse für eine Buvette habe? Warum will man ein durchgehendes «Baumdach», reiche es nicht, wenn man einige Bäume auf dem Platz pflanze? Ein Landschaftsgärtner fügt an, dass die Anordnung der Bäume nicht kreativ sei und das man auch überlegen könne, Büsche neben Bäume zu pflanzen. Über die Bäume, die gefällt werden, sagt er:

«Mir fehlt die Demut dem Baum gegenüber.»

Auch Befürworter meldeten sich zu Wort: «Wenn wir das Geschäft zurückweisen, dann haben wir für lange Zeit keinen Steg», warnt Gemeinderat Heinz Flück (Grüne). «Wenn wir einen dritten Anlauf für den Platz nehmen, dann wird das langsam aber sicher der teuerste Quadratmeter, den wir in der Stadt haben», fügt Gemeinderat Matthias Anderegg (SP) an.

Die letzte Gemeindeversammlung von Kurt Fluri.
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 Beide das letzte Mal dabei. Beat Käch und Kurt Fluri.
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Die letzte Gemeindeversammlung von Kurt Fluri.

Hanspeter Bärtschi

«Wir fällen nicht einfach Bäume um Bäume zu fällen», entgegnet Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, der Kritik. Die Bäume seien in einem schlechten Zustand. Ausserdem: «Das Projekt ist sorgfältig erarbeitet worden», bleibt sie überzeugt. Auch der Stadtpräsident kommentiert die Diskussion. «Es gibt bei den Plätzen kaum einen Konsens, was man machen will», sagt er: «In der Regel findet man einen Platz erst schön, wenn er von einer neuen Lösung abgelöst wird.» Die Gemeindeversammlung hat dann mit 109 Nein zu 57 Ja und 8 Enthaltungen den Rückweisungsantrag zurückgewiesen.

«Wir werden deinen Humor und Schlagfertigkeit in den Diskussionen vermissen», mit diesen Worten von Vize-Stadtpräsident Pascal Walter an den Stadtpräsidenten gerichtet, wurde die Gemeindeversammlung geschlossen.

Kurt Fluri äussert sich vor seiner letzten Gemeindeversammlung.

Solothurner Zeitung